Milben-Ex Kiron
Milben-Ex Kiron ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von saugenden Schaderregern im Obst-, Wein-, Gemüse- und Zierpflanzenbau. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Anfangswirkung aus. Es ist ein unverzichtbarer Baustein für Erwerbsgärtner und Landwirte, die einen zuverlässigen Schutz vor ertragsminderndem Milbenbefall in ihren Kulturen benötigen.
Das Wirkungsspektrum umfasst primär wirtschaftlich bedeutende Spinnmilben (wie die Gemeine Spinnmilbe und die Rote Spinne), Gallmilben, die spezifische Erdbeermilbe sowie ausgewählte Zikadenarten. Durch die Erfassung verschiedener Entwicklungsstadien der Schaderreger – von Larven und Nymphen bis hin zu den adulten Tieren – bietet das Mittel eine nachhaltige Dezimierung der Populationen in sensiblen Kulturen wie Erdbeeren, Himbeeren, Weinreben sowie Kern- und Steinobst.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fenpyroximat gehört zur chemischen Klasse der Phenoxypyrazole und wird innerhalb des IRAC-Klassifizierungssystems in die Gruppe 21A (Inhibitoren des mitochondrialen Elektronentransports, Komplex I) eingeordnet. Der Wirkstoff greift direkt in die Zellatmung der Schaderreger ein, indem er den Elektronentransport an der NADH-Coenzym Q-Reduktase blockiert. Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung im Organismus der Schädlinge. Nach der Anwendung kommt es bei den betroffenen Milben und Zikaden zu einem schnellen Aktivitätsstopp. Sie stellen die Nahrungsaufnahme unverzüglich ein, was die Kultur sofort vor weiteren Saugschäden schützt. Neben der starken Knock-down-Wirkung auf mobile Stadien besitzt Fenpyroximat auch eine ausgeprägte Wirkung auf Sommereier, wodurch der Vermehrungszyklus der Schaderreger effektiv unterbrochen wird.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Milben-Ex Kiron strikt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Fenpyroximat der IRAC-Gruppe 21A angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Akariziden aus anderen Wirkstoffklassen zwingend erforderlich. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das gesetzlich zugelassene Maß und nutze das Produkt bevorzugt zu Beginn des Befallsaufbaus, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulation so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Milben-Ex Kiron ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Dennoch empfiehlt es sich, vor der großflächigen Anwendung eine physische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß sowie eine Verträglichkeitsprüfung an einzelnen Blättern der jeweiligen Kultur durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine optimale Benetzung aller Pflanzenteile, insbesondere der Blattunterseiten, da der Wirkstoff primär über Kontakt- und Fraßwirkung verfügt. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei schwer benetzbaren Kulturen nach Rücksprache mit der Fachberatung erwogen werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten; vermeide jegliche Abdrift auf angrenzende Flächen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungstext vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Patisson | Spinnmilben | 11–83 | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 3T |
| Zucchini | Spinnmilben | 11–83 | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 3T |
| Kürbis-Hybriden | Spinnmilben | 11–83 | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 3T |
| Gurke | Spinnmilben | 11–83 | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 3T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | 11–59 | 150 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Gallmilben | — | 150 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | — | 150 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Erdbeere | Zikaden | 11–59 | 300 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Erdbeere | Erdbeermilbe | 11–59 | 300 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Erdbeere | Spinnmilben | 11–59 | 300 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Weichhautmilben | — | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 90 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Weinrebe | Zikaden | 11–53 | 60 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Weinrebe | Zikaden | 71–81 | 180 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 35T |
| Weinrebe | Spinnmilben | 71–81 | 180 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | 35T |
| Weinrebe | Spinnmilben | 11–53 | 60 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Kürbis-Hybriden | Spinnmilben | 11–83 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Brombeere | Spinnmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Brombeere | Gallmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Pflaume | Gallmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Erdbeere | Spinnmilben | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Erdbeere | Erdbeermilbe | 11–97 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Gallmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pflaume | Spinnmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Erdbeere | Zikaden | 11–97 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Süßkirsche | Spinnmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Erdbeere | Erdbeermilbe | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Sauerkirsche | Spinnmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kürbis-Hybriden | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Erdbeermilbe | 11–59 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Zikaden | 71–81 | 1.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Birne | Gallmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Erdbeere | Zikaden | 11–59 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Patisson | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Erdbeere | Spinnmilben | 11–59 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Spinnmilben | 71–81 | 1.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Patisson | Spinnmilben | 11–83 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | 11–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Spinnmilben | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Weinrebe | Spinnmilben | 11–53 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeere | Gallmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Spinnmilben | 11–97 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Apfel | Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali) | 11–81 | 0.75 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Weinrebe | Zikaden | 11–53 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Weichhautmilben | — | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Spinnmilben | 11–83 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Himbeere | Spinnmilben | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zucchini | Spinnmilben | 11–83 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wie stellst du sicher, dass die Unterseiten der Blätter optimal benetzt werden?
Da Spinnmilben und andere Schaderreger bevorzugt auf den Blattunterseiten sitzen, solltest du die Düseneinstellung deiner Feldspritze oder deines Raumsprühgeräts so wählen, dass ein feines Tropfenspektrum entsteht. Eine angepasste Fahrgeschwindigkeit und der Einsatz von Luftunterstützung helfen dir, den Spritznebel tief in den Bestand und gezielt unter die Blätter zu transportieren.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Erdbeermilbe?
Gegen die Erdbeermilbe solltest du die Befallsentwicklung bereits im zeitigen Frühjahr ab dem Austrieb (BBCH 11) genau beobachten. Eine Behandlung ist besonders vor der Blüte oder direkt nach der Ernte im Spätsommer sinnvoll, um die jungen, sich entwickelnden Herzblätter der Erdbeerkulturen vor Verkrüppelungen zu schützen.
Kann ich Milben-Ex Kiron auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, der Wirkstoff Fenpyroximat weist eine gute Temperaturunabhängigkeit auf. Du kannst das Pflanzenschutzmittel daher auch bei mäßig kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen, sobald die Schaderreger aktiv werden. Vermeide jedoch Anwendungen bei Frostgefahr oder extremer Hitze über 25 °C, um Stress für die Kultur zu minimieren.
Wie integriere ich das Produkt am besten in ein Nützlingskonzept?
Wenn du Raubmilben zur biologischen Bekämpfung einsetzt, solltest du beachten, dass Fenpyroximat eine gewisse Nebenwirkung auf diese Nützlinge haben kann. Plane die Anwendung daher idealerweise so, dass sie zeitlich versetzt zum Nützlingseinsatz erfolgt, oder nutze das Mittel als gezielte Behandlung bei extrem hohem Befallsdruck, bevor du neue Nützlinge ausbringst.
Warum variiert die Wartezeit bei diesem Produkt so stark zwischen 3 und 35 Tagen?
Die Wartezeit ist streng kulturabhängig und richtet sich nach der Verzehrreife sowie der Anbaumethode (z. B. Gewächshaus vs. Freiland). Während bei schnell wachsendem Fruchtgemüse wie Gurken oft sehr kurze Wartezeiten von wenigen Tagen gelten, erfordern langlebige Kulturen wie Weinreben oder bestimmtes Steinobst deutlich längere Sicherheitsabstände vor der Ernte.