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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Microthiol S

BVL Zul.-Nr. 050498-65

Microthiol S von Syngenta ist ein bewährtes, hochqualitatives Pflanzenschutzmittel auf Basis von elementarem Schwefel (800 g/kg), das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Es nimmt im modernen integrierten sowie im ökologischen Anbau eine Schlüsselrolle ein. Durch die feine und gleichmäßige Partikelverteilung bietet das Produkt eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine hohe Regenbeständigkeit, was eine langanhaltende Schutzwirkung garantiert.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über eine Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Kernobst, Getreide, Hopfen und Gemüse. Microthiol S zeichnet sich durch seine duale Wirkung aus: Es bekämpft nicht nur zuverlässig Echte Mehltaupilze und Schorf, sondern besitzt auch eine beachtliche Nebenwirkung gegen Schadmilben wie die Rebstock-Kräuselmilbe und die Rebenpockenmilbe. Dies macht es zu einem vielseitigen Baustein im ganzjährigen Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Inhibitoren) eingestuft. Die Wirkung von Microthiol S basiert auf der Aufnahme von Schwefeldampf durch die Pilzzellen. In der Zelle greift Schwefel in verschiedene lebenswichtige Stoffwechselprozesse ein: Er fungiert als Elektronenakzeptor in der Atmungskette und stört dadurch die Energieerzeugung (ATP-Synthese) der Erreger. Zudem führt er zur Denaturierung von Proteinen und zerstört essentielle Zellmembranen. Da dieser Prozess an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzt, wird die Keimung der Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels effektiv unterbunden. Bei Milben wirkt Schwefel zusätzlich als Kontakt- und Atmungsgift, was die Ausbreitung von Kräusel- und Pockenmilben in den frühen Entwicklungsstadien der Kulturen wirksam eindämmt.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M02) weist Schwefel ein extrem geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Microthiol S ist daher ein unverzichtbarer Partner im Resistenzmanagement. Du kannst das Produkt hervorragend in Spritzfolgen mit organischen, systemischen Fungiziden abwechseln oder als Tankmischung einsetzen, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Microthiol S ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder mineralischen Ölen, da dies zu Phytotoxizität führen kann. Zudem empfiehlt es sich, bei extrem hohen Temperaturen (über 28 °C) und starker Sonneneinstrahlung auf eine Anwendung zu verzichten, um Verbrennungen an den Blättern und Früchten der Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Microthiol S ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, erforderlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sollten Abdriften auf angrenzende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik vermieden werden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten spritzen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche stattdessen auf die späten Abendstunden aus.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—360 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER56T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—500 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—250 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER—
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER1T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
KernobstSchorf (Venturia spp.)—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ArzneipflanzenEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WeinrebeRebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis), Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis)9–613.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
Arzneipflanzenpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
KernobstEchte Mehltaupilze—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–975.6 KILOGRAM_PER_HECTARE8T
EicheEchter Mehltau (Microsphaera alphitoides)—1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Gewürzkräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
TeekräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Teekräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Kräusel- und Pockenmilben im Weinbau?

Die Behandlung sollte idealerweise früh im Frühjahr direkt zum Knospenaufbruch bis zum Austrieb (BBCH 09 bis 15) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Milben ihre Winterquartiere und sind für den Schwefeldampf von Microthiol S besonders leicht erreichbar.

Warum spielt die Temperatur bei der Anwendung von Microthiol S eine so große Rolle?

Schwefel benötigt eine gewisse Mindesttemperatur (ca. 12 bis 15 °C), um eine ausreichende Dampfphase zu bilden und seine volle Wirkung zu entfalten. Bei Temperaturen über 28 °C verdampft der Schwefel jedoch zu schnell, was das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen drastisch erhöht. Behandle an heißen Tagen daher nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden.

Kann ich Microthiol S auch im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, Schwefel ist ein natürlicher Wirkstoff und für den Einsatz im ökologischen Landbau zugelassen. Du solltest jedoch vor der Anwendung die aktuellen Richtlinien deines Anbauverbandes prüfen, da es spezifische Vorgaben zu Aufwandmengen und Einsatzbedingungen geben kann.

Wie verhält sich Microthiol S bei Regen nach der Spritzung?

Dank der speziellen Formulierung haftet das Produkt sehr gut auf den Pflanzenteilen. Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist, verträgt er leichten Regen. Bei anhaltenden, starken Niederschlägen von über 20 mm kann der Belag jedoch abgewaschen werden, sodass du die Behandlung gegebenenfalls wiederholen musst.

Wie hilft mir Microthiol S dabei, die Lebensdauer anderer Fungizide zu verlängern?

Da Schwefel als Multi-Site-Wirkstoff an vielen Stellen gleichzeitig in den Pilzstoffwechsel eingreift, können Erreger keine einfachen Resistenzen dagegen entwickeln. Wenn du Microthiol S als Mischpartner oder im Wechsel mit einstelligen (systemischen) Fungiziden einsetzt, blockierst du potenzielle resistente Mutanten und schützt so die Wirksamkeit der moderneren Wirkstoffklassen.

Wie finde ich heraus, ob Microthiol S für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst nach deiner Kultur filtern und siehst sofort alle registrierten Anwendungen, die zulässigen Aufwandmengen sowie die spezifischen Wartezeiten.