Metatron
Metatron ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Rübenkulturen (BEAVA, wie Zuckerrüben und Futterrüben). Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine gleichmäßige Verteilung im Spritztank aus. Der Wirkstoff Metamitron hat sich seit Jahren als verlässlicher Standard im Rübenanbau etabliert und sichert die Erträge durch eine effektive Unkrautkontrolle in der kritischen Jugendentwicklung der Kultur.
Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten vom Vorauflauf bis zum späten Nachauflauf (BBCH 00 bis 39) bietet Metatron Rübenanbauern ein breites Zeitfenster für ein optimales Unkrautmanagement. Das Pflanzenschutzmittel erfasst ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Unkrautarten und bildet das Fundament moderner Spritzfolgen, um die Kultur von Anfang an konkurrenzfrei zu halten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Metatron enthaltene Wirkstoff Metamitron gehört zur chemischen Gruppe der Triazinone und ist dem HRAC-System als Photosystem-II-Inhibitor (HRAC-Gruppe 5) zugeordnet. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter der Schaderreger. Einmal in der Pflanze angekommen, hemmt der Wirkstoff den Elektronentransport im Photosystem II, indem er an die QB-Bindungsstelle des D1-Proteins bindet. Dies führt zu einer Unterbrechung der Photosynthese. In der Folge können die betroffenen Unkräuter kein Kohlendioxid mehr assimilieren, und es kommt zur Bildung schädlicher Sauerstoffradikale, die die Zellmembranen zerstören. Sichtbare Symptome sind Chlorosen und anschließende Nekrosen, die schließlich zum vollständigen Absterben der Unkräuter führen. Die Kultur verfügt über eine hervorragende physiologische Selektivität, da sie den Wirkstoff Metamitron rasch in ungiftige Metaboliten abbauen kann.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern zu minimieren, solltest du Metatron stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Herbiziden mit demselben Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 5). Es wird empfohlen, Metatron in Spritzfolgen oder Tankmischungen mit Partnern aus anderen HRAC-Gruppen zu kombinieren. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung den langfristigen Erhalt der Wirkstoffwirksamkeit.
Mischbarkeit & Tankmischung
Metatron weist eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Gräserherbiziden auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen, insbesondere in Kombination mit Formulierungshilfsstoffen (Ölen) oder flüssigen Düngemitteln, solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und halte die Rührwerke während des gesamten Misch- und Spritzvorgangs in Betrieb, um Entmischungen im Tank zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Metatron ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlungen vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodenlebende Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und ein verantwortungsvoller Abstand zu Gewässerrändern strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Metatron?
Der optimale Anwendungszeitraum erstreckt sich von BBCH 00 (Vorauflauf) bis BBCH 39 (Reihenschluss der Rüben). Für eine maximale Wirkung solltest du die Behandlung im frühen Nachauflauf durchführen, wenn sich die Unkräuter im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden, da junge Schaderreger den Wirkstoff besonders empfindlich aufnehmen.
Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von Metatron aus?
Da Metatron einen erheblichen Teil seiner Wirkung über die Wurzeln entfaltet, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung sehr vorteilhaft. Bei anhaltender Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen; in diesem Fall gewinnt die Blattwirkung an Bedeutung, weshalb du auf eine feintropfige Benetzung der Unkrautblätter achten solltest.
Kann ich Metatron in einer Spritzfolge (Splitting-Verfahren) anwenden?
Ja, das Splitting-Verfahren ist im Rübenanbau gängige Praxis. Du kannst die zugelassene Aufwandmenge auf mehrere Teilbehandlungen aufteilen, um neu auflaufende Unkrautwellen kontinuierlich zu erfassen. Achte dabei darauf, dass die Summe der Teilmengen die registrierte Gesamtaufwandmenge pro Saison nicht überschreitet.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von Metatron?
Metatron ist auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen gut wirksam. Vermeide jedoch Behandlungen bei extremer Hitze (über 25 °C) oder intensiver, direkter Sonneneinstrahlung, da dies zu Stresssymptomen an der Kultur führen kann. Ideal sind milde, wolkige Tage oder die frühen Morgen- und späten Abendstunden.
Wie verhält sich Metatron bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?
Aufgrund des raschen Abbaus von Metamitron im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen im Rahmen der üblichen Fruchtfolge. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Rüben kommen, empfiehlt sich vor einer Neusaat eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen), um eventuelle Wirkstoffreste zu verdünnen.