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Mertil

BVL Zul.-Nr. 008548-00

Mertil ist ein leistungsstarkes Bodenherbizid, das speziell für den Einsatz gegen ein breites Spektrum an einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Dauerwirkung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf. Es ist als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, was eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und hervorragende Verteilung auf der Bodenoberfläche ermöglicht.

Die Stärke von Mertil liegt in seiner doppelten Barrierewirkung. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkräuter und Ungräser direkt beim Durchstoßen der Bodenschicht erfasst. Dadurch wird der frühe Konkurrenzdruck durch unerwünschte Begleitflora effektiv ausgeschaltet, was den jungen Kulturen einen optimalen Start und eine ungestörte Jugendentwicklung sichert.

Wirkstoffe

Diflufenican
200 g/L · Wirkstoff
Flufenacet
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Mertil basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Wirkstoffe, die unterschiedlichen HRAC-Klassen angehören. Flufenacet (HRAC-Gruppe 15) greift primär in die Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA) ein. Dies hemmt die Zellteilung und das Zellwachstum im Meristemgewebe der keimenden Schaderreger, wodurch vor allem Gräser bereits vor oder kurz nach dem Auflaufen absterben. Ergänzt wird dieser Effekt durch Diflufenican (HRAC-Gruppe 12), einen bewährten Inhibitor der Phytoene-Desaturase (PDS). Durch die Blockade dieses Enzyms wird die Biosynthese von Carotinoiden gestört. Ohne diese Schutzpigmente führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls (Photooxidation), was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter zeigt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, solltest du Mertil stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Mittel zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC 15 und 12) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits deutlich reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, im Verlauf der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen einzusetzen und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Produkten mit gleichen Wirkmechanismen auf derselben Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mertil zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, Mertil unter ständigem Rühren hinzugeben und erst danach weitere Mischungspartner einbringen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers, um eine optimale Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich ein einfacher Mischungstest in einem Kleingebinde.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Mertil ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodenlebende Organismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Mertil?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Schaderreger. Da die Wirkstoffe vor allem über die Wurzeln und den Hypokotylkeimling aufgenommen werden, erzielst du die beste Wirkung, wenn der Boden zum Zeitpunkt der Behandlung feucht ist, da dies die Wirkstoffverteilung im Boden optimiert.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Bodenfeuchtigkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Mertil. Die Wirkstoffe Flufenacet und Diflufenican benötigen Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern und Ungräsern aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; eine Anwendung kurz vor angekündigten Niederschlägen ist daher ideal.

Welche Rolle spielt die Bodenbeschaffenheit bei der Dosierung und Wirkung?

Auf sehr humosen oder schweren Tonböden können die Wirkstoffe stärker an die Bodenpartikel gebunden werden, was die verfügbare Wirkstoffkonzentration in der Bodenlösung reduziert. Achte darauf, die Aufwandmenge innerhalb des zugelassenen Rahmens an deine Bodenart anzupassen, und vermeide die Anwendung auf extrem sandigen oder kiesigen Böden mit geringem Sorptionsvermögen.

Kann ich Mertil auch bei Frost oder späten Herbsttemperaturen spritzen?

Grundsätzlich ist eine Anwendung bei kühlen Temperaturen gut möglich, da die Wirkstoffe stabil sind. Du solltest das Pflanzenschutzmittel jedoch nicht auf gefrorenen Boden oder bei Frostgefahr ausbringen, da der Wirkstofffilm sonst nicht gleichmäßig in die Bodenoberfläche eindringen kann und das Risiko von Abschwemmungen in angrenzende Bereiche steigt.

Wie kann ich im Agronomy-Hub gezielt nach weiteren zugelassenen Produkten suchen?

Nutze einfach die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach Wirkstoffen wie Flufenacet oder Diflufenican filtern, deine spezifische Kultur auswählen oder nach bestimmten Schaderregern suchen, um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzeigen zu lassen.