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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Merplus

BVL Zul.-Nr. 008656-00

Merplus von ADAMA ist ein hochentwickeltes, flüssiges Fungizid, das sich durch eine innovative Kombination zweier bewährter Wirkstoffe auszeichnet. Es kombiniert den klassischen Kontaktwirkstoff Captan mit dem systemisch wirkenden Kaliumphosphonat. Diese Formulierung bietet dir einen hervorragenden Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten, insbesondere im professionellen Obstbau.

Durch die flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und im Tank ansetzen. Es bildet einen gleichmäßigen Spritzbelag auf den behandelten Pflanzenteilen und schützt die Kultur sowohl von außen als auch von innen heraus. Merplus hat sich als fester Baustein in modernen Spritzfolgen etabliert, um deine Kulturen in kritischen Infektionsphasen zuverlässig abzusichern.

Wirkstoffe

Captan
360 g/L · Wirkstoff
Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
657 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Merplus basiert auf zwei völlig unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Captan ist ein bewährter Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M04). Es greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen an, blockiert die Sporenkeimung und verhindert so das Eindringen des Schaderregers in das Pflanzengewebe. Da es an mehreren biochemischen Prozessen gleichzeitig ansetzt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Captan extrem gering. Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) hingegen wirkt systemisch und besitzt einen zweifachen Effekt: Es hemmt direkt das Myzelwachstum bestimmter Pilze und aktiviert gleichzeitig die natürlichen Selbstverteidigungsmechanismen der Kultur (induzierte Resistenz). Nach der Aufnahme verteilt sich der Wirkstoff akropetal und basipetal in der Kultur, sodass auch Neuzuwachs geschützt wird. Diese Kombination aus direktem Kontaktschutz und systemischer Abwehrstärkung macht das Produkt besonders schlagkräftig.

Resistenzmanagement

Dank der Kombination aus dem Multi-Site-Wirkstoff Captan und dem systemischen Kaliumphosphonat ist Merplus ein hervorragendes Werkzeug für dein Resistenzmanagement. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du das Produkt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHI oder Triazolen) einsetzen. Halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison, um selektiven Druck auf die Schaderregerpopulationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Merplus zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder Ölen, da dies die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigen kann. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Merplus steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während des Ansetzens der Spritzbrühe und der Anwendung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datenblatt vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie wirkt die systemische Komponente in Merplus auf die Kultur?

Durch das enthaltene Kaliumphosphonat wird der Wirkstoff schnell in der Kultur verteilt. Das bedeutet, dass auch der Neuzuwachs, der zum Zeitpunkt der Spritzung noch gar nicht vorhanden war, einen gewissen Schutz erfährt. Zudem werden die pflanzeneigenen Abwehrkräfte mobilisiert, was die Kultur widerstandsfähiger gegen nachfolgende Infektionen macht.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Merplus?

Die Anwendung sollte idealerweise vorbeugend (protektiv) vor angekündigten Infektionsereignissen oder Niederschlagsperioden erfolgen. Da das Produkt vor allem die Sporenkeimung verhindert, erzielst du die beste Wirkung, wenn der Spritzbelag bereits vor dem Eintreffen der Pilzsporen auf den Blättern und Früchten etabliert ist.

Was musst du bei der Anwendung von Merplus bezüglich der Witterung beachten?

Achte darauf, dass die Spritzbrühe auf den Blättern gut antrocknen kann. Vermeide Applikationen bei praller Sonne und Temperaturen über 25 °C, um das Risiko von Spritzschäden (Phytotoxizität) zu minimieren. Optimal sind die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Nach dem Antrocknen ist der Belag hochgradig regenfest.

Kannst du Merplus mit schwefelhaltigen Produkten mischen?

Grundsätzlich ist die Mischbarkeit oft gegeben, allerdings kann die Kombination von Captan mit Schwefel unter bestimmten Witterungsbedingungen (z. B. hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung) das Risiko von Blatt- oder Fruchtberostungen erhöhen. Wenn du mischen möchtest, fahre die Aufwandmengen vorsichtig an und spritze nicht in extremen Hitzeperioden.

Wie integrierst du Merplus am besten in dein bestehendes Spritzprogramm?

Nutze Merplus vor allem in den Phasen des intensivsten Trieb- und Fruchtwachstums, um den systemischen Schutzeffekt optimal auszunutzen. Durch den Multi-Site-Wirkstoff Captan eignet sich das Produkt hervorragend als Partner für ein-ortige (systemische) Fungizide, um deren Wirkungsverlust durch Resistenzen aktiv vorzubeugen.

Wie findest du heraus, ob Merplus für deine spezifische Kultur in Deutschland zugelassen ist?

Da Zulassungen und Indikationen sich ändern können, solltest du vor der Anwendung stets die aktuelle Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konsultieren oder die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech nutzen, um die exakten, aktuell registrierten Anwendungsgebiete für deine Kultur einzusehen.