Meristo
Meristo ist ein hochwirksames Herbizid von Syngenta Agro GmbH, das speziell für den Einsatz gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter entwickelt wurde. Formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Mesotrione (100 g/l), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Selektivität und Flexibilität in wichtigen Kulturen wie Mais, Sorghumhirse und Lein. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über Blätter und Wurzeln aus, was eine zuverlässige Wirkung sichert.
Das Produkt erfasst ein breites Spektrum an breitblättrigen Unkräutern bereits im frühen Entwicklungsstadium. Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung bietet Meristo nicht nur eine schnelle Kontaktwirkung gegen bereits aufgelaufene Schaderreger, sondern auch eine nachhaltige Wirkung gegen nachkeimende Unkrautwellen. Dies macht es zu einem flexiblen Partner im modernen Unkrautmanagement.
Dank der Zulassung in verschiedenen Kulturen und des breiten Anwendungsfensters vom Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 31) lässt sich Meristo optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es unterstützt dich dabei, die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen von Anfang an abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Meristo enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Klasse der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel essenziell für die Biosynthese von Plastochinon, welches wiederum ein unverzichtbarer Cofaktor für die Bildung von schützenden Carotinoiden ist. Durch die Hemmung der Carotinoidsynthese fehlt den betroffenen Unkräutern der natürliche Schutz vor der Zerstörung des Chlorophylls durch Sonnenlicht. Unter Lichteinfluss kommt es zu einer schnellen Photooxidation. Typische Symptome dieser Wirkung sind ein markantes Ausbleichen (Bleaching) der Triebspitzen und Blätter der Schaderreger, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Unkräuter innerhalb weniger Tage nach der Behandlung.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, solltest du Meristo stets in ein integriertes Unkrautbekämpfungskonzept einbinden. Vermeide den ausschließlichen und wiederholten Einsatz von HPPD-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 27) auf derselben Fläche. Ein jährlicher Wechsel oder die gezielte Tankmischung mit Herbiziden, die über andere Wirkmechanismen verfügen – wie beispielsweise ALS-Hemmer oder Photosynthese-Hemmer –, sichert die langfristige Wirksamkeit dieses Wirkstoffs. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung das Resistenzmanagement.
Mischbarkeit & Tankmischung
Meristo zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Herbiziden und flüssigen Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei Nachauflaufanwendungen kann die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels (Adjuvans) die Benetzung und die Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Unkrautblätter insbesondere bei trockener Witterung deutlich verbessern. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und vorab eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen. Vermeide Mischungen mit organischen Phosphor-Insektiziden in engem zeitlichem Abstand, um phytotoxische Reaktionen in der Kultur zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Meristo steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während des Anmischens und der Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Handschuhe und Augenschutz. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder Unkräuter vermeiden, die aktiv von Bienen angeflogen werden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen in der Umgebung zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mohn | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 16–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Meristo im Nachauflauf?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn du Meristo applizierst, solange sich die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im kleinen, aktiv wachsenden Stadium (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium) befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wachsschicht noch dünn, was eine maximale Wirkstoffaufnahme ermöglicht. Achte darauf, dass die Kultur das zulässige BBCH-Stadium (bis BBCH 31) noch nicht überschritten hat.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effektivität von Meristo aus?
Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit und Sonnenschein beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, wodurch die typischen Bleichsymptome schneller sichtbar werden. Bei extremer Trockenheit oder sehr niedrigen Temperaturen ist der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt; in solchen Phasen solltest du die Anwendung verschieben, um eine optimale Wirkung zu sichern.
Kann ich Meristo auch im Vorauflauf einsetzen?
Ja, Meristo verfügt über eine ausgeprägte Bodenwirkung und ist für Anwendungen ab dem BBCH-Stadium 00 zugelassen. Für eine gute Bodenwirkung ist jedoch eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit erforderlich, damit der Wirkstoff Mesotrione in die Keimzone der Unkräuter transportiert und dort von den Wurzeln und Hypokotylen aufgenommen werden kann.
Warum verfärben sich die Unkräuter nach der Spritzung weiß?
Das ist das typische Symptom für die Wirkung von Mesotrione (HPPD-Hemmer). Der Wirkstoff blockiert die Bildung von Schutzpigmenten (Carotinoiden) in den Unkräutern. Ohne diese Pigmente zerstört das Sonnenlicht das Chlorophyll (Blattgrün) der Pflanze. Dieses Ausbleichen zeigt dir, dass der Wirkstoff erfolgreich aufgenommen wurde und das Absterben der Schaderreger eingeleitet ist.
Was muss ich beim Nachbau nach dem Einsatz von Meristo beachten?
Da Mesotrione im Boden abgebaut wird, ist der Nachbau von typischen Folgekulturen in der Fruchtfolge im nächsten Frühjahr im Regelfall unbedenklich. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur oder bei der Planung von empfindlichen Zwischenfrüchten im selben Spätsommer solltest du den Boden vor der Neueinsaat tief pflügen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und Schäden an den Folgekulturen zu vermeiden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?
Du kannst auf agronomy.farmable.tech ganz einfach über die Kultur-Suche (z. B. Mais oder Sorghum) filtern. Dort werden dir alle für diese Kultur registrierten Schaderreger sowie die jeweils zugelassenen Pflanzenschutzmittel übersichtlich aufgelistet, sodass du deine Behandlungsstrategie optimal planen kannst.