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Sonstige · ASCENZA AGRO S.A.

MELVAR START

BVL Zul.-Nr. 00B118-00

MELVAR START von ASCENZA AGRO S.A. ist ein leistungsstarkes, flüssiges Fungizid, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen wie Weizen und Gerste entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugenden als auch kurativen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten. Es sichert Ertrag und Qualität in intensiven Getreideanbausystemen und lässt sich flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf zentrale Schaderreger im Getreidebau. Im Weizen steht die Bekämpfung der Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) im Vordergrund, während in der Gerste die Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) effektiv erfasst wird. Dank der modernen Formulierung haftet der Spritzbelag hervorragend auf der Blattoberfläche und sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Folpet
300 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
120 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hohe Wirksamkeit von MELVAR START basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Prothioconazol gehört zur Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und greift als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) in die Sterol-Biosynthese der Pilze ein. Es blockiert die C14-Demethylase, was zu einer Störung der Membranintegrität des Erregers führt. Dieser systemische Wirkstoff verteilt sich nach der Aufnahme gleichmäßig in der Kultur und bietet sowohl protektive als auch kurative Effekte. Ergänzt wird dies durch Folpet, einen klassischen Multi-Site-Wirkstoff aus der Gruppe der Phthalimide (FRAC-Gruppe M04). Folpet greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Pilzes an, indem es mit Thiolgruppen interagiert und lebenswichtige Enzyme sowie die Zellatmung blockiert. Da dieser Kontaktwirkstoff auf der Blattoberfläche verbleibt, verhindert er das Keimen der Sporen und bildet eine robuste Barriere gegen Neuinfektionen.

Resistenzmanagement

Die Kombination aus dem systemischen Ein-Ort-Wirkstoff Prothioconazol und dem Kontaktwirkstoff Folpet mit Multi-Site-Aktivität macht MELVAR START zu einem hervorragenden Werkzeug im Antiresistenzmanagement. Da Folpet an mehreren biologischen Prozessen gleichzeitig ansetzt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen diesen Partner extrem gering. Um die Wirksamkeit von Prothioconazol langfristig zu sichern, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel in eine durchdachte Spritzfolge integrieren und den Einsatz von Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 über die gesamte Saison hinweg begrenzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

MELVAR START zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen, um die physikalische Kompatibilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich. Vermeide Mischungen bei starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Trockenstress stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MELVAR START ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Nichtzielflächen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsregelungen an Gewässern einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)32–611.5 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)32–611.5 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)32–611.5 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)32–611.5 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von MELVAR START im Weizen?

Der beste Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Schossen und dem Beginn der Blüte (BBCH 30–61). Um die Septoria-Blattdürre effektiv zu kontrollieren, solltest du die Behandlung vorbeugend oder bei ersten sichtbaren Symptomen auf den unteren Blättern durchführen, um die oberen, ertragsbildenden Blätter sauber zu halten.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Folpet so vorteilhaft für dich?

Diese Kombination bietet dir doppelten Schutz: Prothioconazol dringt in die Kultur ein und heilt bereits bestehende, unsichtbare Infektionen (kurative Wirkung). Folpet verbleibt als Schutzfilm auf der Blattoberfläche, verhindert das Keimen neuer Sporen (protektive Wirkung) und schützt die Wirkstoffgruppe der Triazole aktiv vor Resistenzbildungen.

Wie verhält sich MELVAR START bei unbeständigem Wetter oder Regen?

Dank der guten Haftungseigenschaften von Folpet und der schnellen Aufnahme von Prothioconazol in das Blattgewebe ist der Spritzbelag nach dem Antrocknen schnell regenfest. Dennoch solltest du die Anwendung so planen, dass nach der Applikation mindestens ein bis zwei regenfreie Stunden liegen, damit die Wirkstoffe optimal aufgenommen und fixiert werden können.

Kann ich MELVAR START auch in Sommergerste gegen Netzflecken einsetzen?

Ja, das Pflanzenschutzmittel ist sowohl für Winter- als auch für Sommergerste zugelassen. Da die Netzfleckenkrankheit bereits früh im Frühjahr ertragsmindernd wirken kann, solltest du die Bestände ab dem Schossen (BBCH 30) genau beobachten und bei Infektionsdruck frühzeitig reagieren.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die einzuhaltende Wartezeit (PHI) zwischen der letzten Anwendung und der Ernte beträgt für alle zugelassenen Getreidekulturen strikt 42 Tage. Plane deine Behandlungen im späten Frühjahr daher so, dass dieses gesetzliche Intervall bis zum Druschtermin sicher eingehalten wird.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterweichweizen) oder dem spezifischen Schaderreger filtern. Dort siehst du eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen, um deine Spritzfolge optimal zu planen.