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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

MAGNELLO

BVL Zul.-Nr. 007026-00

MAGNELLO ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid von Syngenta, das speziell für den anspruchsvollen Schutz von Winterweichweizen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole, um ein breites Wirkungsspektrum gegen ertragsmindernde Pilzkrankheiten abzudecken. Es hat sich im Markt als zuverlässiger Partner für die Spätbehandlung etabliert, um die Korn- und Ertragsqualität abzusichern.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger in der Phase des Ährenschiebens und der Blüte. Hierzu zählen insbesondere Fusarium-Arten, die nicht nur Ertragsverluste verursachen, sondern auch Mykotoxine im Erntegut bilden können. Zudem bietet das Produkt einen hervorragenden Schutz gegen Septoria-Blattdürre, Blatt- und Spelzenbräune sowie Braunrost, wodurch die photosynthetisch aktive Blattfläche bis zur Abreife gesund erhalten wird.

Wirkstoffe

Difenoconazol
100 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die im Pflanzenschutzmittel enthaltenen Wirkstoffe Difenoconazol und Tebuconazol gehören beide zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3). Sie wirken als Demethylierungs-Inhibitoren (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Indem sie das Enzym C14-Demethylase blockieren, wird der Aufbau von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – gestört. Dies führt zu strukturellen und funktionellen Membranschäden und stoppt letztlich das Wachstum des Pilzmyzels. Durch die Kombination dieser zwei Triazole profitierst du von einer schnellen systemischen Aufnahme und einer gleichmäßigen Verteilung in der Kultur. Während Tebuconazol für eine rasche Initialwirkung sorgt, bietet Difenoconazol eine langanhaltende Dauerwirkung. Diese duale Wirkungsweise schützt sowohl bereits infizierte Pflanzenteile kurativ als auch neu zuwachsende Gewebe protektiv vor einer Neuinfektion.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 angehören, besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme, insbesondere bei Septoria-Arten. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du MAGNELLO stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Dies bedeutet, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzt und das Mittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHI oder Kontaktfungiziden) verwendest. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit reinen Triazolen, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

MAGNELLO zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Mischprobe durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner genau zu beachten. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine gute Benetzung der Kultur, besonders wenn dichte Bestände durchdrungen werden müssen. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren und Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung in die späten Abendstunden verlegen. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte die allgemeinen Abstandsregelungen ein.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)51–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)51–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)51–611 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium mit MAGNELLO?

Der beste Behandlungszeitraum liegt in der Blüte (BBCH 59 bis 65), idealerweise direkt während des Pollenausschüttelns. Da Fusarium-Infektionen stark von Niederschlägen während der Blüte abhängen, solltest du die Anwendung kurz vor oder bis maximal 48 Stunden nach einem Regenereignis einplanen, um eine optimale kurative Wirkung zu erzielen.

Warum kombiniert MAGNELLO gerade Difenoconazol und Tebuconazol?

Die Kombination nutzt Synergieeffekte: Tebuconazol ist hochgradig systemisch und verteilt sich schnell, was eine starke Stopp-Wirkung gegen akuten Befall (z. B. Rost oder Septoria) garantiert. Difenoconazol hingegen zeichnet sich durch eine hervorragende Dauerwirkung aus, was den Schutzzeitraum der Ähre und der oberen Blätter für dich deutlich verlängert.

Wie hilft dir MAGNELLO bei der Einhaltung von Mykotoxingrenzwerten?

Fusarium-Pilze produzieren gesundheitsschädliche Mykotoxine wie DON (Deoxynivalenol). Durch die gezielte Anwendung von MAGNELLO während der Weizenblüte wird die Infektion der Ähre unterdrückt, was die Mykotoxinbildung im Erntegut nachweislich minimiert und dir hilft, die strengen gesetzlichen Grenzwerte für die Vermarktung einzuhalten.

Kannst du MAGNELLO auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Da MAGNELLO für die Spätbehandlung (BBCH 51 bis 69) registriert ist, liegt der Anwendungszeitraum meist im wärmeren Spätfrühling oder Sommer. Triazole benötigen für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur aktive Wachstumsbedingungen und Temperaturen über 10–12 °C. Vermeide Spritzungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung.

Wie integrierst du das Produkt am besten in dein Resistenzmanagement?

Du solltest MAGNELLO maximal einmal pro Saison einsetzen, um den Selektionsdruck auf die Triazole nicht unnötig zu erhöhen. Kombiniere oder wechsle das Produkt in der Spritzfolge mit Fungiziden, die andere Wirkmechanismen besitzen, wie beispielsweise SDHI (Carboxamide) in der Schossphase (BBCH 31–39) oder Multisite-Inhibitoren.

Worauf musst du bei der Wasseraufwandmenge für die Ährenbehandlung achten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung von Ährenpathogenen ist eine lückenlose Benetzung der Ähren von allen Seiten entscheidend. Verwende daher eine Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 Litern pro Hektar und setze idealerweise Doppelflachstrahldüsen ein, die durch ihren schrägen Spritzwinkel die vertikal stehenden Ähren optimal erfassen.