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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

MAGANIC

BVL Zul.-Nr. 00A935-00

MAGANIC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von ADAMA Deutschland GmbH, das speziell für den breiten Schutz in Getreide, Raps und Rüben entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter, sich ergänzender Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende präventive und kurative Wirkung gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Die flüssige Formulierung sorgt für eine schnelle Aufnahme in die Kultur und eine gleichmäßige Verteilung in der Pflanze.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weizen, Gerste und Roggen sowie Raps und Rüben (Zucker- und Futterrüben). Zu den Hauptzielorganismen gehören ertragsmindernde Schaderreger wie Fusarium-Arten, Septoria-Blattdürre, Netzflecken, Rostpilze sowie Cercospora beticola und die Wurzelhals- und Stängelfäule im Raps. Dank dieser Vielseitigkeit etabliert sich das Produkt als flexibler Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Difenoconazol
125 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
175 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von MAGANIC basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Difenoconazol und Prothioconazol. Beide Substanzen gehören zur chemischen Klasse der Triazole bzw. Triazolinthione und werden innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Sie greifen gezielt in die Sterolbiosynthese der Pilze ein, indem sie das Enzym C14-Demethylase blockieren. Dies führt zu einem Mangel an Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der pilzlichen Zellmembran, und stört deren Struktur und Funktion nachhaltig. Durch diesen biochemischen Mechanismus wird das Wachstum der Keimschläuche, Appressorien und des Myzels effektiv gestoppt. Da beide Wirkstoffe systemische Eigenschaften besitzen, werden sie nach der Applikation rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal mit dem Saftstrom nach oben transportiert. Dies gewährleistet nicht nur den Schutz bereits behandelter Pflanzenteile, sondern schützt auch den Neuzuwachs vor einer Infektion durch Schaderreger.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in MAGANIC der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklasse zu sichern. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel daher im Rahmen einer Spritzfolge abwechselnd mit Fungiziden einsetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, wie beispielsweise SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Zudem empfiehlt es sich, die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und stets die empfohlenen Aufwandmengen einzuhalten, um den selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

MAGANIC zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Stabilität der Brühe zu überprüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem kaltes Wasser, um eine optimale Emulgierung zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf wachsartigen Blattoberflächen (wie beispielsweise im Raps) unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MAGANIC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten generell auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten oder diese in die späten Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen strikt einzuhalten und die Anwendung bei windigem Wetter zu unterlassen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)39–591 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)39–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–201 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)39–591 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeCercospora beticola, Rübenrost (Uromyces betae)31–490.8 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)39–691 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–691 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–691 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)39–591 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)39–691 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeCercospora beticola, Rübenrost (Uromyces betae)31–490.8 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)39–591 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)39–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)39–691 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen?

Der beste Behandlungszeitraum gegen Fusarium-Arten liegt in der Phase der Vollblüte (BBCH 65). Zu diesem Zeitpunkt sind die Weizenblüten besonders empfänglich für Infektionen. Eine Applikation von MAGANIC in diesem Zeitfenster schützt die Ähre effektiv und mindert das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut.

Kann ich MAGANIC auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen im Raps einsetzen?

Ja, die systemischen Wirkstoffe in MAGANIC werden auch bei mäßigen Temperaturen gut aufgenommen. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) sind jedoch aktive Wachstumsphasen bei Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C ideal.

Wie verhält sich das Produkt bei Regen kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Difenoconazol und Prothioconazol ist das Pflanzenschutzmittel bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Ein Regenschauer nach dieser Antrocknungszeit beeinträchtigt die fungizide Wirkung in der Regel nicht mehr.

Warum kombiniert MAGANIC zwei verschiedene Wirkstoffe aus derselben FRAC-Gruppe?

Obwohl beide Wirkstoffe zur FRAC-Gruppe 3 gehören, besitzen Difenoconazol und Prothioconazol leicht unterschiedliche Wirkungsschwerpunkte und Mobilitätseigenschaften in der Kultur. Diese Kombination erweitert das Wirkungsspektrum erheblich und sorgt für eine lückenlose Schutzwirkung sowohl gegen Blatt- als auch gegen Ährenpathogene.

Was muss ich bei der Anwendung in Rüben bezüglich der Wartezeit beachten?

Bei der Bekämpfung von Cercospora beticola oder Rübenrost in Zucker- und Futterrüben musst du die strikte Wartezeit von 42 Tagen bis zur Ernte einhalten. Plane deine Behandlungen daher rechtzeitig ein, insbesondere wenn späte Infektionswellen im Spätsommer auftreten.

Wie kann ich feststellen, ob eine Tankmischung mit einem flüssigen Mikronährstoffdünger verträglich ist?

Befülle die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser und rühre MAGANIC vollständig ein, bevor du den Mikronährstoffdünger hinzufügst. Führe im Zweifel vorab einen kleinen Becherversuch durch, um Ausfällungen oder Phasentrennungen auszuschließen, und bringe die Mischung zügig nach dem Ansetzen aus.