Madex Apfelwicklerfrei
Madex Apfelwicklerfrei von Andermatt Biogarten GmbH ist ein hochspezifisches, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als flüssiges Suspensionskonzentrat basiert dieses innovative Präparat auf dem natürlichen Cydia pomonella Granulovirus (CpGV, Isolat V15). Es hat sich im professionellen Erwerbsobstbau sowie im integrierten Anbau als unverzichtbarer Baustein für eine rückstandsfreie Erzeugung etabliert.
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine extreme Selektivität aus. Da der Wirkstoff ausschließlich auf die Larven des Apfelwicklers wirkt, werden wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen, Schlupfwespen und räuberische Wanzen vollständig geschont. Dies macht das Produkt zu einem idealen Partner in modernen Pflanzenschutzstrategien, bei denen der Erhalt des ökologischen Gleichgewichts in der Kultur im Vordergrund steht.
Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Dosierung und eine homogene Verteilung im Spritztank. Durch die gezielte Bekämpfung des Schaderregers direkt nach dem Schlupf der Larven wird der gefürchtete Bohrfrass an den Früchten effektiv verhindert, was die Qualität und Marktfähigkeit der Ernte sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Madex Apfelwicklerfrei beruht auf der oralen Aufnahme der Granuloviren durch die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers. Sobald die Larve an der behandelten Schale oder den Blättern frisst, nimmt sie die viralen Einschlusskörper (Okklusionskörper) auf. Im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Larve lösen sich diese Proteinhüllen auf und setzen die infektiösen Viruspartikel (Virionen) frei. Diese Virionen dringen in die Mitteldarmzellen ein, vermehren sich dort rasant und breiten sich im gesamten Körper der Larve aus. Innerhalb weniger Tage stellt der Schaderreger die Fraßtätigkeit vollständig ein und stirbt ab. Nach dem Zerfall der Larve werden Milliarden neuer Viren freigesetzt, die wiederum von anderen Larven aufgenommen werden können, was zu einem natürlichen Infektionszyklus in der Population führt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei dem Granulovirus um einen biologischen Wirkungsmechanismus handelt, besteht kein Risiko für Kreuzresistenzen mit klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden. Um jedoch einer potenziellen Resistenzentwicklung gegenüber dem spezifischen Virusisolat vorzubeugen, empfiehlt sich der strategische Wechsel oder die Kombination mit anderen biologischen Verfahren (wie der Verwirrungstechnik) oder Präparaten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Das Produkt eignet sich hervorragend, um die Anzahl chemischer Spritzungen zu reduzieren und bestehende Wirkstoffklassen aktiv zu schonen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da sich die Proteinhülle der Viren im alkalischen Bereich vorzeitig auflöst, sollte der pH-Wert des Wassers idealerweise im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5 bis 7,5) liegen. Vermeide unbedingt die Mischung mit stark alkalischen Produkten wie Kalkmilch oder bestimmten Kupferpräparaten. Eine Kombination mit gängigen Schorf- und Mehltaufungiziden ist meist problemlos möglich, sofern die Mischung zügig ausgebracht und nicht über Nacht im Tank belassen wird.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist das Präparat ein sehr günstiges Umweltprofil auf. Zum Schutz von Anwendern und Umwelt sollten dennoch die üblichen Hygienemaßnahmen und das Tragen von Standard-Schutzkleidung bei der Ausbringung eingehalten werden. Da keine spezifische Einstufung zur Bienengefährlichkeit vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden, besonders wenn Begleitvegetation oder die Kulturen selbst blühen. Direkte Einträge in Gewässer sind wie bei allen Pflanzenschutzmitteln konsequent zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für dich, um mit der Behandlung zu beginnen?
Der optimale Behandlungsstart richtet sich nach dem Flugverlauf des Apfelwicklers und dem anschließenden Eierlegen. Du solltest die erste Anwendung kurz vor dem erwarteten Larvenaufbruch (Schlupf) durchführen. Dies lässt sich am besten mithilfe von Pheromonfallen und Temperatursummen-Modellen ermitteln.
Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung des Mittels auf deinen Kulturen?
Da Granuloviren empfindlich gegenüber UV-Strahlung sind, baut sich der Wirkstoff an sonnigen Tagen schneller ab. Du erzielst die beste Wirkung, wenn du die Spritzung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden durchführst. Bei anhaltend starker Sonneneinstrahlung oder nach starken Regenfällen (über 20 mm) solltest du die Behandlung nach etwa 8 bis 10 Tagen wiederholen.
Musst du bei der Lagerung von Madex Apfelwicklerfrei etwas Besonderes beachten?
Ja, da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viren handelt, ist die Lagertemperatur entscheidend. Du solltest das Konzentrat im Kühlschrank bei ca. 4 bis 5 °C lagern, um die volle Wirksamkeit über die Saison zu erhalten. Für eine langfristige Lagerung über mehrere Jahre kannst du das Produkt auch problemlos einfrieren.
Kannst du das Produkt auch kurz vor der Ernte anwenden?
Ja, aufgrund der biologischen Natur des Wirkstoffs und der extremen Spezifität gibt es in der Regel keine langen Wartezeiten vor der Ernte. Das macht das Mittel für dich besonders wertvoll, um auch die späte Generation des Apfelwicklers kurz vor der Pflücke rückstandsfrei zu regulieren.
Wie verhinderst du, dass die Viren im Spritztank inaktiviert werden?
Achte darauf, dass das verwendete Spritzwasser einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 aufweist. Verwende keine alkalischen Zusätze und bringe die angesetzte Spritzbrühe immer am selben Tag aus. Wenn du saure oder neutrale Netzmittel hinzufügst, kannst du die Verteilung auf den Blättern und Früchten deiner Kulturen noch verbessern.
Wie erkennst du, ob die Larven das Virus erfolgreich aufgenommen haben?
Infizierte Larven verfärben sich innerhalb weniger Tage weißlich-trüb, werden träge und stellen das Fressen ein. Schließlich sterben sie ab und lösen sich auf. Da dieser Prozess einige Tage dauert, solltest du nicht direkt nach der Spritzung mit einem sofortigen Stopp aller Aktivitäten rechnen, sondern auf die ausbleibenden neuen Einbohrstellen achten.