LYSKAMM
LYSKAMM ist ein hochkonzentriertes Boden- und Blattherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Einjährigem Rispengras in Winterweichweizen und Wintergerste. Mit einem Wirkstoffgehalt von 500 g/l Diflufenican, formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), besetzt das Pflanzenschutzmittel eine Schlüsselposition in der herbstlichen Unkrautbekämpfung. Es bietet eine hervorragende Dauerwirkung über den Boden, die auch nachlaufende Unkrautwellen zuverlässig erfasst.
Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Leitunkräuter wie Kletten-Labkraut, Geruchlose Kamille, Klatsch-Mohn und den Gemeinen Erdrauch. Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenaktivität sorgt LYSKAMM für einen sauberen Start deiner Kulturen im Herbst und sichert das Ertragspotenzial bereits in den frühen Entwicklungsstadien (BBCH 11 bis 29) ab.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1) und fungiert als Inhibitor der Phytoen-Desaturase (PDS). Dieser biochemische Prozess blockiert die Biosynthese von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls gegen Photooxidation essenziell sind. Ohne diese Schutzpigmente führt das einstrahlende Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der empfindlichen Unkräuter äußert, gefolgt von vollständiger Nekrose. Diflufenican wird von den keimenden Unkräutern primär über die Wurzeln und den Hypokotyl- bzw. Koleoptilenbereich aufgenommen, entfaltet bei bereits aufgelaufenen Schaderregern jedoch auch eine deutliche Wirkung über das Blatt. Nach der Anwendung bildet sich ein stabiler Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche, den auflaufende Unkräuter beim Durchstoßen passieren und dabei den Wirkstoff absorbieren.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du LYSKAMM stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Diflufenican einen spezifischen Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 12) besitzt, ist der Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von PDS-Inhibitoren auf derselben Fläche und nutze stattdessen gezielte Tankmischungen oder Spritzfolgen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf Unkrautpopulationen nachhaltig zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
LYSKAMM zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritze zuerst mit Wasser befüllt und LYSKAMM als Suspensionskonzentrat unter ständigem Rühren vollständig gelöst wird, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Für eine optimale Bodenwirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt vorteilhaft; extrem trockene Bodenverhältnisse können die herbizide Aktivität über die Wurzel vorübergehend verzögern. Eine Anwendung auf klumpigen oder extrem strohreichen Saatbetten sollte vermieden werden, um einen lückenlosen Wirkstofffilm zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit LYSKAMM ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, konsequent zu tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, idealerweise in den Abendstunden, und das Vermeiden von Abdrift auf blühende Bestände oder angrenzende Saumstrukturen. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern strikt einzuhalten und der Einsatz von abdriftmindernder Düsentechnik zu bevorzugen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Gemeiner Erdrauch, Klatsch-Mohn, Geruchlose Kamille | 10–29 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 1–9 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Erdrauch, Klatsch-Mohn, Geruchlose Kamille | 1–9 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjähriges Rispengras | 10–29 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjähriges Rispengras | 1–9 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Erdrauch, Klatsch-Mohn, Geruchlose Kamille | 10–29 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von LYSKAMM?
Da ein wesentlicher Teil der Wirkung von LYSKAMM über die Bodenphase und die Wurzelaufnahme erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung ideal. Ein feuchtes Saatbett sorgt dafür, dass sich der Wirkstofffilm gleichmäßig verteilt und von den keimenden Unkräutern optimal aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann sich der Wirkungseintritt verzögern, bis Niederschläge den Wirkstoff im Boden aktivieren.
Kann ich LYSKAMM auch im Frühjahr einsetzen?
Nein, LYSKAMM ist speziell für die herbstliche Anwendung in Wintergerste und Winterweichweizen konzipiert. Die Zulassung umfasst die frühen Entwicklungsstadien der Kulturen im Herbst (BBCH 11 bis 29). Eine Anwendung im Frühjahr entspricht nicht der Zulassung und kann aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen und fortgeschrittener Unkrautgrößen zu unzureichender Wirkung oder Kulturschäden führen.
Was muss ich bei der Bodenbearbeitung vor dem Nachbau beachten?
Nach dem regulären Umbruch der mit LYSKAMM behandelten Kulturen im normalen Fruchtfolgezyklus sind im darauffolgenden Frühjahr in der Regel keine Einschränkungen für den Nachbau zu erwarten. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen (z. B. durch Auswinterung), empfiehlt sich eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neuansaat, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen und empfindliche Folgekulturen zu schützen.
Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Behandlung weiß?
Das Ausbleichen (sogenanntes "Bleaching") ist das typische Symptom für die Wirkung von Diflufenican. Durch die Blockade der Carotinoid-Synthese fehlt den Pflanzen der Schutz vor Sonnenlicht, wodurch das Chlorophyll zerstört wird. Diese weißen Verfärbungen zeigen dir, dass der Wirkstoff erfolgreich aufgenommen wurde; die betroffenen Schaderreger sterben in den darauffolgenden Tagen vollständig ab.
Wie kann ich LYSKAMM optimal in mein Resistenzmanagement integrieren?
Du solltest LYSKAMM als Baustein einer Spritzfolge oder in Tankmischung mit Partnern einsetzen, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. Bodenherbizide aus anderen HRAC-Klassen). Achte zudem darauf, pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische Bodenbearbeitung zu nutzen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen dauerhaft zu senken.
Welche Unkrautstadien werden von LYSKAMM am besten erfasst?
Die beste Wirkung erzielst du, wenn sich die Unkräuter im Keim- bis maximal frühen Laubblattstadium befinden. Da LYSKAMM einen starken Wirkstofffilm auf dem Boden bildet, werden auflaufende Unkräuter direkt beim Durchstoßen der Bodenoberfläche erfasst. Bereits etablierte, größere Unkräuter lassen sich über die reine Blattwirkung deutlich schwerer bekämpfen.