Luna Experience
Luna Experience ist ein hochwirksames, breit wirksames Kombinations-Fungizid, das sich als Standardlösung in einer Vielzahl von Kulturen etabliert hat. Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) vereint zwei komplementäre Wirkstoffe, um sowohl präventiven Schutz als auch kurative Effekte gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten zu bieten. Zu den Hauptanwendungsgebieten gehören der Weinbau, der Obstbau sowie diverse Gemüse- und Sonderkulturen.
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende Dauerwirkung und eine ausgeprägte systemische Verteilung in der Kultur aus. Es erfasst zuverlässig Schaderreger wie Echte Mehltaupilze, Monilinia-Arten, Alternaria, Sclerotinia sowie verschiedene Blatt- und Lagerfäulen. Durch diese Vielseitigkeit sichert Luna Experience nicht nur den Ertrag, sondern trägt auch maßgeblich zur Qualitätssicherung des Ernteguts bei.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Luna Experience basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (FRAC-Gruppen 7 und 3). Der Wirkstoff Fluopyram gehört zur chemischen Klasse der Pyridinyl-ethyl-benzamide und blockiert als SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitor, FRAC-Gruppe 7) die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette. Dies führt zu einem schnellen Stopp des Myzelwachstums und der Sporenkeimung. Tebuconazol, ein bewährter Vertreter aus der Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3), greift in die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze ein. Durch diese Demethylierungs-Inhibition wird die Membranstruktur der Schaderreger nachhaltig gestört. Die Kombination dieser beiden systemischen Wirkstoffe sorgt für einen synergistischen Effekt, der sowohl die Sporenkeimung auf der Oberfläche als auch das Pilzwachstum tief im Gewebe der Kultur effektiv unterbindet.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber SDHI- und DMI-Fungiziden zu minimieren, solltest du Luna Experience stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison strikt einhältst und das Produkt im Block oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen abwechselst. Vermeide den ausschließlichen Einsatz dieses Mittels bei hohem Befallsdruck und nutze es bevorzugt vorbeugend, um die Selektion resistenter Stämme von vornherein zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Luna Experience ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einer kleinen Menge Wasser durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (neutraler bis leicht saurer pH-Wert) und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Die Zugabe von Netzmitteln kann in bestimmten Kulturen die Benetzung verbessern, sollte aber vorab auf Verträglichkeit geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Luna Experience ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Schutz von Nichtzielorganismen oberste Priorität hat, solltest du Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik unbedingt vermeiden. Zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern empfiehlt es sich, Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchzuführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung daher bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | 13–81 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kernobst | Echter Mehltau (Podosphaera leucotricha) | 55–77 | 0.125 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Speisezwiebel | Botrytis squamosa, Laubkrankheit (Stemphylium botryosum) | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Möhre | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Aprikose | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Meerrettich | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Sauerkirsche | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Kohlrübe | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Bocksbart | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Süßkirsche | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Pflaume | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Fleischfleckenkrankheit (Polystigma rubrum) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Weinrebe | Schwarzfäule (Guignardia bidwellii) | 13–81 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Möhre | Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Echter Mehltau (Erysiphe heraclei) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Pastinak | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schalotte | Botrytis squamosa, Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Rosenkohl | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Pfirsich | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Blumenkohle | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kernobst | Pilzliche Lagerfäulen | 75–85 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Porree | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Rost (Puccinia allii) | 41–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knoblauch | Botrytis squamosa, Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Knollensellerie | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Wurzelpetersilie | Sclerotinia sclerotiorum, Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Zwiebelgemüse | Botrytis squamosa, Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze | 41–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wie profitiert deine Kultur von der systemischen Wirkung von Luna Experience bei unbeständigem Wetter?
Durch die systemischen Eigenschaften dringen die Wirkstoffe rasch in das Blattgewebe ein und verteilen sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben). Bereits kurze Zeit nach der Antrocknung ist der Spritzbelag regenfest, sodass die Schutzwirkung selbst bei nachfolgenden Niederschlägen voll erhalten bleibt und auch der Neuzuwachs geschützt wird.
Warum ist der vorbeugende Einsatz (präventiv) dem kurativen Einsatz vorzuziehen?
Obwohl Tebuconazol kurative Eigenschaften besitzt, erzielt Fluopyram seine stärkste Wirkung bei der Hemmung der Sporenkeimung. Wenn du Luna Experience vorbeugend vor den ersten Infektionsbedingungen applizierst, verhinderst du die Etablierung des Pilzes im Gewebe komplett, was den Wirkungsgrad maximiert und das Resistenzrisiko drastisch senkt.
Was musst du bei der Anwendung in Sonderkulturen bezüglich der Wartezeit beachten?
Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur und Verwendungszweck zwischen 7 und 21 Tagen. Du solltest die genaue Wartezeit für deine spezifische Kultur vor der Applikation prüfen, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen, besonders wenn eine späte Behandlung zur Absicherung gegen Lagerfäulen geplant ist.
Wie integrierst du Luna Experience am besten in ein Spritzprogramm im Weinbau?
Im Weinbau ist die Phase von der Blüte bis zum Traubenschluss besonders kritisch für Infektionen mit Echtem Mehltau (Oidium) und Schwarzfäule. Platziere Luna Experience strategisch in diesen sensiblen BBCH-Stadien und wechsle danach auf Wirkstoffe mit einem anderen Wirkungsmechanismus, um eine optimale Dauerwirkung zu erzielen.
Kann Luna Experience auch zur Bekämpfung von Lagerfäulen kurz vor der Ernte genutzt werden?
Ja, in vielen zugelassenen Kulturen (wie z. B. Möhren oder Steinobst) schützt eine späte Anwendung innerhalb des zulässigen BBCH-Fensters und unter Einhaltung der Wartezeit das Erntegut vor Pilzerregern wie Alternaria oder Sclerotinia. Dies mindert Verluste während der anschließenden Lagerung und Transportphase erheblich.
Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge für die Wirksamkeit des Produkts?
Eine gleichmäßige und vollständige Benetzung aller Pflanzenteile ist entscheidend, da das Fungizid nur dort optimal wirken kann, wo es angelagert wird. Passe die Wasseraufwandmenge an die Laubwanddichte bzw. die Bestandsentwicklung deiner Kultur an, um Abschattungseffekte zu minimieren und eine lückenlose Schutzbarriere aufzubauen.