LS PROTHIO METCO
LS PROTHIO METCO ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen wie Weizen und Roggen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten effektiv zu bekämpfen. Durch die Kombination ergänzen sich die Wirkstärken optimal, was zu einer hervorragenden Dauerwirkung und kurativen Leistung führt.
Das Wirkspektrum deckt die wichtigsten ertragsmindernden Schaderreger im Getreidebau ab. Hierzu zählen insbesondere die Septoria-Blattdürre, Braunrost sowie ertragsschädigende Fusarium-Arten. Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich das Mittel nach der Anwendung schnell in der Kultur und schützt so auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die beiden enthaltenen Wirkstoffe Metconazol und Prothioconazol gehören zur FRAC-Gruppe 3 (De-Methylierungs-Inhibitoren, kurz DMI). Sie greifen gezielt in die Sterol-Biosynthese der Schadpilze ein. Genauer gesagt hemmen sie das Enzym C14-Demethylase (CYP51), welches für den Aufbau von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – unerlässlich ist. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Pilze ihre Stabilität und Durchlässigkeit, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Triazole wird eine synergistische Wirkung erzielt. Während Prothioconazol eine hervorragende Protektiv- und Kurativleistung aufweist, zeichnet sich Metconazol durch eine besonders schnelle Anfangswirkung und ausgeprägte Mobilität in der Kultur aus. Dies sichert eine lückenlose Abwehrbarriere direkt nach der Behandlung.
Resistenzmanagement
Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement entscheidend, um die Wirksamkeit langfristig zu sichern. Du solltest LS PROTHIO METCO im Rahmen einer Spritzfolge abwechselnd mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, beispielsweise mit SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) oder Kontaktfungiziden. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit reinen DMI-Präparaten und halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
LS PROTHIO METCO zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsregulatoren. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Fauna sind die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weizen | Fusarium-Arten | 55–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten?
Für eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte darauf, dass die Anwendung idealerweise kurz vor oder bis maximal zwei Tage nach einem Infektionsereignis (Niederschlag während der Blüte) erfolgt, um die Mykotoxinbildung effektiv zu unterdrücken.
Kann ich LS PROTHIO METCO auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, durch die Kombination von Metconazol und Prothioconazol wirkt das Mittel auch bei mäßig kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab ca. 8–10 °C) bereits zuverlässig. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit von Vorteil.
Wie verhält sich das Mittel bei drohendem Regen kurz nach der Spritzung?
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme ist LS PROTHIO METCO bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Wenn die Spritzbrühe auf der Blattoberfläche angetrocknet ist, wird die Wirkung durch nachfolgende Niederschläge nicht mehr beeinträchtigt.
Warum ist die Kombination von Metconazol und Prothioconazol vorteilhaft für dein Krankheitsmanagement?
Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich in ihrer Dynamik: Metconazol verteilt sich extrem schnell in der Kultur und stoppt akute Infektionen (starke Kurativleistung), während Prothioconazol ein stabiles Depot bildet und einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen bietet. Das minimiert das Risiko von Wirkungslücken.
Wie kann ich im Feld feststellen, ob eine Behandlung gegen Septoria-Blattdürre notwendig ist?
Kontrolliere regelmäßig die unteren und mittleren Blattetagen deiner Kultur auf typische, längliche, graubraune Flecken mit winzigen schwarzen Punkten (Pyknidien). Sobald bei feucht-warmer Witterung erste Symptome auf den ertragsrelevanten oberen Blättern drohen, solltest du vorbeugend oder unmittelbar bei Befallsbeginn behandeln.
Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge beachten, um eine optimale Wirkung zu erzielen?
Verwende eine Wasseraufwandmenge von üblicherweise 200 bis 400 Litern pro Hektar. Eine feine bis mittlere Tropfenapplikation sorgt für eine gleichmäßige Benetzung aller Blattetagen, was besonders bei dichten Getreidebeständen entscheidend ist, um auch tiefer liegende Infektionsherde zu erreichen.