Alle Mittel
Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Lortama

BVL Zul.-Nr. 00A999-00

Lortama ist ein breit wirksames Nachauflauf-Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz im Maisanbau (Zea mays) konzipiert wurde. Das Produkt vereint drei aufeinander abgestimmte Herbizidwirkstoffe sowie einen integrierten Safener, um ein umfassendes Spektrum im Nachauflauf abzudecken.

Die Formulierung zielt darauf ab, sowohl einjährige einkeimblättrige Ungräser als auch zweikeimblättrige Unkräuter im korrekten BBCH-Fenster der Kultur von BBCH 12 bis 18 zuverlässig zu erfassen. Durch die Kombination verschiedener Wirkstoffgruppen bietet Lortama eine flexible Lösung für vielseitige Mischverunkrautungen auf dem Acker.

Der enthaltene Safener Isoxadifen schützt die Kultur gezielt vor Phytotoxizität. Er beschleunigt den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in der Kulturpflanze, ohne dabei die Leistung gegenüber den Zielunkräutern einzuschränken.

Wirkstoffe

Florpyrauxifen-benzyl
5 g/L · Wirkstoff
Isoxadifen
10 g/L · Safener
Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff
Thifensulfuron
10 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Herbizidwirkung von Lortama basiert auf der Synergie zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Nicosulfuron und Thifensulfuron gehören zur Gruppe der ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2). Sie hemmen gezielt das Enzym Acetolactat-Synthase, das für die Synthese essenzieller verzweigtkettiger Aminosäuren erforderlich ist. Die Hemmung führt zu einem schnellen Stillstand der Zellteilung, zu Chloroysen an den jüngsten Blättern und schließlich zum Absterben der Unkräuter. Florpyrauxifen-benzyl ergänzt diese Wirkung als synthetisches Auxin aus der Klasse der Arylpicolinate (HRAC-Gruppe 4). Es bindet an spezifische Auxin-Rezeptoren der Pflanze und stört die hormonelle Regulation, was zu unkontrolliertem Zellwachstum, Verrollungen und Geweberissen führt. Der Safener Isoxadifen stimuliert in der Kultur Mais die enzymatische Entgiftung, wodurch eine hohe Kulturverträglichkeit sichergestellt wird.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Wirkstoffresistenzen kombiniert Lortama bereits zwei unterschiedliche HRAC-Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppe 2 und HRAC-Gruppe 4). Um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautbiotypen dauerhaft niedrig zu halten, solltest du Lortama innerhalb der Fruchtfolge abwechselnd mit Herbiziden aus anderen Wirkungsgruppen einsetzen, beispielsweise mit HPPD-Inhibitoren (HRAC 27) oder Photosynthese-II-Hemmern (HRAC 5). Ergänze den chemischen Pflanzenschutz durch fruchtfolgegestaltende und mechanische Maßnahmen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lortama zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Nachauflaufherbiziden für den Maisanbau. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühemengen empfiehlt sich jedoch stets eine Mischprobe im kleinen Maßstab. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge sowie sauberes Spritzwasser. Vermeide Tankmischungen mit organischen Phosphorsäureestern und bringe das Mittel nicht auf Bestände aus, die unter starkem physiologischem Stress stehen, etwa durch extreme Trockenheit oder Nachtfröste.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lortama ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und Augenschutz zu tragen. Um Bienen und andere Nützlinge zu schonen, solltest du die Behandlung nicht auf blühende Bestände oder abdriftgefährdete Begleitflora ausbringen und bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden spritzen. Zur Vermeidung von Einträgen in Gewässer und angrenzende Saumbiotope sind abdriftmindernde Injektordüsen sowie sachgerechte Anwendungsabstände einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Lortama im Mais?

Der günstigste Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf zwischen den BBCH-Stadien 12 (2-Blatt-Stadium) und 18 (8-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt sind die Zielunkräuter noch klein und wüchsig, was eine optimale Wirkstoffaufnahme garantiert.

Welche Aufgabe erfüllt der Safener Isoxadifen im Produkt?

Isoxadifen regt im Mais gezielt körpereigene Enzyme an, die den Abbau der Herbizidwirkstoffe beschleunigen. Dadurch bleibt die Kulturpflanze geschont, während die Zielunkräuter den Safener nicht verstoffwechseln können und absterben.

Warum ist die Mischung aus ALS-Hemmern und Arylpicolinat von Vorteil?

Die Kombination aus HRAC 2 (ALS-Hemmer) und HRAC 4 (Arylpicolinat) deckt ein besonders breites Unkrautspektrum ab. Die zwei unterschiedlichen biochemischen Ansatzpunkte reduzieren zudem das Risiko von Resistenzselektionen.

Worauf solltest du bei ungünstigen Witterungsbedingungen achten?

Unter starkem Stress wie Dürre, Hitze oder Kälte bilden Unkräuter eine dickere Wachsschicht aus, was die Wirkung verzögern kann. Führe Behandlungen bevorzugt bei wüchsigem Wetter und moderaten Temperaturen durch.

An welchen Symptomen erkennst du die einsetzende Wirkung im Feld?

Typische Anzeichen sind ein rascher Wachstumsstopp, Wachstumsdeformationen an Stängeln und Blättern (Auxin-Effekt) sowie Chloroysen und Aufhellungen an den Vegetationspunkten (ALS-Effekt), gefolgt vom Absterben des Unkrauts.

Wie kannst du das Resistenzmanagement im Maisanbau weiter unterstützen?

Nutze eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, kombiniere Herbizide mit abweichenden Wirkungsmechanismen in den Folgejahren und fördere die Jugendentwicklung des Maises durch eine fachgerechte Saatbettbereitung und Startdüngung.