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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Leopard

BVL Zul.-Nr. 00A391-00

Leopard ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Es wird vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Rüben, Kartoffeln und Leguminosen eingesetzt. Durch seine schnelle Aufnahme über die Blätter und die anschließende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Wirkung bis in die Wurzelspitzen.

Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich Leopard durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen aus. Dies gewährleistet eine rasche Wirkstoffaufnahme, die bereits kurz nach der Anwendung regenfest ist. Das Mittel ist ein unverzichtbarer Baustein in der Unkrautbekämpfung, um die Konkurrenz durch Schadgräser frühzeitig auszuschalten und die Ertragsfähigkeit deiner Kulturen zu sichern.

Wirkstoffe

Quizalofop-P-ethyl
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schadgräser transportiert. Dort blockiert er das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Wachstumszonen der Gräser unterbunden. Erste Symptome zeigen sich nach einigen Tagen durch Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblätter, gefolgt von einem vollständigen Absterben der Schadgräser innerhalb von zwei bis drei Wochen. Da zweikeimblättrige Kulturen eine unempfindliche Form dieses Enzyms besitzen, weist Leopard eine hervorragende Selektivität auf.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Schadgräsern (insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm) zu minimieren, solltest du Leopard stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtfolgemaßnahmen, mechanische Unkrautbekämpfung und wechsle den Wirkmechanismus durch den Einsatz von Herbiziden mit anderen HRAC-Klassifizierungen ab.

Mischbarkeit & Tankmischung

Leopard ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, die die Gräserwirkung reduzieren. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze. Im Zweifel empfiehlt sich vor der großflächigen Anwendung eine Verträglichkeitsprobe in einer Kleinstmenge.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Leopard ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung vorzugsweise in den Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke12–392.5 LITER_PER_HECTARE100T
SommerrapsGemeine Quecke, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE100T
ErbseGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391.25 LITER_PER_HECTARE100T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–391.25 LITER_PER_HECTARE30T
KartoffelGemeine Quecke14–392.5 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsGemeine Quecke, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE100T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391.25 LITER_PER_HECTARE100T
ZuckerrübeGemeine Quecke12–392.5 LITER_PER_HECTARE100T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.25 LITER_PER_HECTARE30T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391.25 LITER_PER_HECTARE100T
AckerbohneGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE30T
LeinGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE30T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.25 LITER_PER_HECTARE30T
FutterrübeGemeine Quecke12–392.5 LITER_PER_HECTARE100T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.25 LITER_PER_HECTARE30T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Leopard gegen die Gemeine Quecke?

Die Gemeine Quecke bekämpfst du am besten, wenn sie genügend Blattmasse gebildet hat, idealerweise bei einer Wuchshöhe von 15 bis 20 cm. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über das Blatt maximal, was eine effektive systemische Verteilung bis in die unterirdischen Rhizome garantiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Leopard?

Warme und wüchsige Wetterbedingungen beschleunigen den Stoffwechsel der Schadgräser und damit die Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze solltest du die Anwendung verschieben, da die Gräser dann eine dicke Wachsschicht bilden und den Wirkstoff schlechter aufnehmen.

Kann ich Leopard auch in Mischung mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter anwenden?

Grundsätzlich ja, jedoch solltest du zur Vermeidung von Antagonismen die Mischbarkeit im Vorfeld genau prüfen. Besonders bei Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter kann die Wirkung gegen Schadgräser abgeschwächt werden. Hier ist oft eine Solo-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand ratsam.

Wie schnell ist Leopard nach der Anwendung regenfest?

Dank der modernen EC-Formulierung zieht der Wirkstoff sehr schnell in das Blattgewebe ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein plötzlicher Schauer die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien bei der Anwendung so wichtig?

Die Zulassung von Leopard deckt bestimmte BBCH-Stadien der Kulturen ab, um Kulturverträglichkeit und Rückstandsfreiheit zu garantieren. Behandelst du außerhalb dieses Fensters, riskierst du phytotoxische Schäden an deinen Kulturen oder überschreitest die gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstmengen.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen die Schadgräser erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 5 bis 10 Tagen. Die jüngsten Herzblätter der Gräser verfärben sich gelblich bis rötlich und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen. Das vollständige Absterben der Pflanze kann je nach Witterung zwei bis drei Wochen dauern.