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Sonstige · Luxembourg Pamol (Cyprus) Ltd.

LBG-01F34

BVL Zul.-Nr. 027207-60

LBG-01F34 ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung wichtiger pilzlicher Schaderreger in Weinreben und verschiedenen Beerenobst-Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (755 g/l) bietet das flüssige Formulierungskonzept eine hervorragende Verteilung und schnelle Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile.

Das Mittel zeichnet sich durch seine ausgeprägte systemische Wirkung aus, wodurch sowohl ein direkter Schutz der behandelten Blätter als auch ein indirekter Schutz des Neuzuwachses gewährleistet wird. Es ist im modernen Pflanzenschutz ein unverzichtbarer Baustein zur Vorbeugung von Oomyceten-Infektionen wie dem Falschen Mehltau sowie spezifischen Blatt- und Fruchtkrankheiten.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
755 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungistatisch auf die Schaderreger, indem er deren Wachstum und Sporenbildung hemmt. Andererseits – und dies ist die Hauptwirkungsweise – fungiert er als starker Elizitor, der die natürlichen Selbstverteidigungsmechanismen der Kultur induziert. Nach der systemischen Aufnahme signalisiert das Phosphon-Ion der Kultur eine Scheininfektion. Dies führt zu einer raschen Aktivierung von Abwehrgenen, der Verstärkung von Zellwänden (Lignifizierung) und der Produktion pflanzeneigener Abwehrstoffe (Phytoalexine). Da dieser Prozess die gesamte Kultur in Alarmbereitschaft versetzt, können nachfolgende Infektionen durch Schaderreger wie Plasmopara viticola oder Peronospora sparsa effektiv abgewehrt werden.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen, indirekten Wirkungsmechanismus über die Stimulierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du LBG-01F34 stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du das Mittel blockweise oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen anwendest, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

LBG-01F34 ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Mischungen mit kupferhaltigen Produkten oder sauren Blattdüngern ist jedoch Vorsicht geboten, da sich der pH-Wert der Spritzbrühe verändern und die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigt werden kann. Führe vor einer großflächigen Anwendung im Zweifel immer eine Mischungsprobe im kleinen Gefäß durch. Achte zudem auf eine ausreichende Wassermenge, um eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen zu garantieren, und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit LBG-01F34 ist die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, zu tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Behandlungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Rote JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
StachelbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
HimbeerePhytophthora fragariae51–814 LITER_PER_HECTARE5T
HeidelbeereColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
HimbeerePhytophthora fragariae51–814 LITER_PER_HECTARE5T
BrombeereFalscher Mehltau (Peronospora sparsa)51–814 LITER_PER_HECTARE5T
Salat-ArtenFalscher Mehltau (Bremia lactucae)15–494 LITER_PER_HECTARE14T
BrombeereFalscher Mehltau (Peronospora sparsa)51–814 LITER_PER_HECTARE5T
Rote JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
Weiße JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
HeidelbeereColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarzer HolunderColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
StachelbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
Weiße JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)—1 LITER_PER_HECTARE28T
Schwarze JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterFalscher Mehltau (Bremia lactucae)15–494 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von LBG-01F34?

Du solltest mit den Behandlungen idealerweise vorbeugend (präventiv) starten, bevor erste Infektionsbedingungen eintreten. Im Weinbau ist dies meist ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet) der Fall, um die Kulturen frühzeitig in Alarmbereitschaft zu versetzen und den Neuzuwachs zu schützen.

Kann ich LBG-01F34 mit Kupferpräparaten in einer Tankmischung kombinieren?

Bei der Tankmischung mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln ist Vorsicht geboten. Durch die systemischen Eigenschaften von Kaliumphosphonat kann die Aufnahme von Kupfer in die Kultur beschleunigt werden, was unter ungünstigen Witterungsbedingungen zu Phytotoxizität führen kann. Mache im Zweifel immer einen kleinen Verträglichkeitstest oder spritze die Produkte nacheinander.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz aus?

Da der Wirkstoff Kaliumphosphonat sehr schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und systemisch in der Kultur transportiert wird, ist das Mittel bereits nach kurzer Zeit (meist nach ca. 1 bis 2 Stunden, sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist) hervorragend regenfest.

Warum ist das Resistenzrisiko bei diesem Produkt so gering?

Der Wirkstoff stimuliert primär die pflanzeneigenen Abwehrkräfte (Elizitor-Effekt) und greift den Schaderreger zusätzlich an verschiedenen biochemischen Stellen an. Dieser komplexe, indirekte Wirkungsmechanismus macht es Pilzen extrem schwer, Resistenzen gegen Kaliumphosphonat zu entwickeln.

Wie finde ich heraus, ob LBG-01F34 für meine spezielle Beerenobst-Kultur zugelassen ist?

Du kannst die genauen Zulassungsdetails und Kulturen direkt hier auf agronomy.farmable.tech in der Kultur-Übersicht einsehen. Achte darauf, dass die jeweilige Kultur (wie z. B. Himbeere oder Johannisbeere) und der spezifische Schaderreger in der offiziellen BVL-Zulassungsliste des Produkts aufgeführt sind.

Muss ich bei der Anwendung im Spätsommer die Wartezeit beachten?

Ja, die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur und Verwendungszweck zwischen 5 und 28 Tagen. Du solltest die genauen Vorgaben für deine Kultur unbedingt vor der geplanten Ernte prüfen, um Rückstände im Erntegut sicher zu vermeiden.