LBG-01F34
LBG-01F34 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von bedeutenden pilzlichen Schaderregern in Wein- und Beerenobstkulturen. Als flüssig formuliertes Konzentrat basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat, der sich durch eine hervorragende systemische Verteilung in der Kultur auszeichnet. Es schützt sowohl den bereits vorhandenen Zuwachs als auch den Neuzuwachs zuverlässig von innen heraus.
Das Anwendungsspektrum konzentriert sich insbesondere auf Oomyceten wie den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola, Peronospora sparsa) sowie auf spezifische pilzliche Erreger wie die Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Phytophthora-Arten und Colletotrichum. Durch die flexible Zulassung in verschiedenen Beerenobstkulturen wie Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren sowie im Weinbau stellt LBG-01F34 einen flexiblen Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz dar.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus. Zum einen wirkt er direkt translations- und stoffwechselhemmend auf die Schaderreger, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Oomyceten und Pilzen stört. Zum anderen fungiert er als potenter Induktor der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (systemisch induzierte Resistenz, SAR). Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff extrem schnell akropetal und basipetal in der Kultur transportiert. Er regt die Produktion von Phytoalexinen und pathogenesis-related (PR) Proteinen an und stärkt die Zellwände der Kultur. Diese Kombination aus direkter Pilzhemmung und der Aktivierung des natürlichen Immunsystems macht es den Schaderregern besonders schwer, Infektionen erfolgreich zu etablieren.
Resistenzmanagement
Aufgrund des dualen Wirkungsmechanismus und der Einstufung in die FRAC-Gruppe P07 gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering. Dennoch solltest du im Sinne eines vorausschauenden Resistenzmanagements LBG-01F34 stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die über unterschiedliche Target-Sites verfügen. Die Einbindung in Spritzfolgen mit Kontakt- oder lokal-systemischen Partnern sichert die langfristige Wirksamkeit aller beteiligten Wirkstoffgruppen ab.
Mischbarkeit & Tankmischung
LBG-01F34 zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Da Kaliumphosphonat-Formulierungen den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen können, solltest du vor dem Ansetzen größerer Mengen stets eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Besondere Vorsicht ist bei Mischungen mit kupferhaltigen Produkten oder bestimmten Blattdüngern geboten, da es hierbei zu Ausfällungen oder phytotoxischen Reaktionen an den Blättern kommen kann. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit LBG-01F34 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Schutzbrille) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der lokalen Fauna sollten Abdriften auf angrenzende Nichtzielflächen konsequent vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn Begleitflora oder die Kulturen selbst blühen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weiße Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora sparsa) | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| frische Kräuter | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 15–49 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Himbeere | Phytophthora fragariae | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Heidelbeere | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rote Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Stachelbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schwarze Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Himbeere | Phytophthora fragariae | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Salat-Arten | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 15–49 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rote Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schwarzer Holunder | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora sparsa) | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Weiße Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Stachelbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Heidelbeere | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schwarze Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von LBG-01F34?
Du solltest die Behandlung idealerweise vorbeugend (präventiv) vor den ersten Infektionsbedingungen durchführen. Da der Wirkstoff die pflanzeneigene Abwehr anregt, benötigt die Kultur etwas Zeit, um den vollen Schutz aufzubauen. Achte auf die lokalen Warndienstaufrufe für Falschen Mehltau oder die Blattfallkrankheit.
Kann ich LBG-01F34 auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen ausbringen?
Der Wirkstoff wird sehr schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen. Dennoch sollte der Spritzbelag vor dem nächsten Regen vollständig angetrocknet sein (meist reichen 1 bis 2 Stunden), um ein Abwaschen zu verhindern und die volle systemische Wirkung zu gewährleisten.
Warum ist die systemische Wirkung bei diesem Produkt so wichtig?
Durch die voll-systemische Verteilung (sowohl nach oben in neue Blätter als auch nach unten in die Wurzeln) schützt LBG-01F34 auch Pflanzenteile, die bei der Spritzung nicht direkt getroffen wurden oder erst nach der Behandlung wachsen. Das ist besonders bei starkem Triebwachstum im Frühjahr ein entscheidender Vorteil.
Wie verhält sich LBG-01F34 in Bezug auf den pH-Wert der Spritzbrühe?
Kaliumphosphonat kann den pH-Wert der Spritzbrühe leicht verschieben. Du solltest den pH-Wert nach dem Einmischen kontrollieren und gegebenenfalls mit einem Puffer korrigieren, besonders wenn du Mischungspartner verwendest, die empfindlich auf pH-Wert-Schwankungen reagieren.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach deiner Kultur (z. B. Weinrebe oder Himbeere) filtern und die Suche mit dem gewünschten Schaderreger kombinieren. So erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte für dein spezifisches Problem.
Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung in sehr späten BBCH-Stadien?
Obwohl die Zulassung bis BBCH 99 reicht, musst du unbedingt die kulturbezogenen Wartezeiten (zwischen 5 und 28 Tagen) einhalten. Plane die späten Behandlungen daher genau rückwärts vom voraussichtlichen Erntetermin, um Rückstände im Erntegut sicher zu vermeiden.