Latifam Extra
Latifam Extra ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung, das von GLOBACHEM NV entwickelt wurde. Durch die Kombination der beiden aktiven Wirkstoffe Fludioxonil und Silthiofam bietet dieses Produkt einen zuverlässigen Schutz junger Kulturen direkt in der sensiblen Keimungs- und Auflaufphase. Die flüssige Formulierung sorgt für eine gleichmäßige Verteilung auf dem Saatgut und minimiert den Abrieb während des Transports und der Aussaat.
Dieses Beizmittel zielt primär auf boden- und samenbürtige Schaderreger ab, die den Keimling schwächen oder zum gefürchteten Umfallen führen können. Insbesondere die Kombination aus einem bewährten Breitband-Fungizid und einem hochspezifischen Spezialisten macht Latifam Extra zu einem wertvollen Baustein im modernen Ackerbau, um von Anfang an vitale Bestände und eine optimale Bestandesdichte zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Latifam Extra basiert auf zwei komplementären biochemischen Mechanismen. Der Wirkstoff Fludioxonil gehört zur FRAC-Gruppe 12 (Phenylpyrrole). Er interferiert mit der osmotischen Signaltransduktion der Pilze, indem er die Transport-assoziierte Phosphorylierung von Glucose hemmt. Dies führt zu einer Störung des Glycerinsynthese-Signalwegs, wodurch die Sporenkeimung und das Myzelwachstum der Schaderreger effektiv unterbunden werden. Silthiofam hingegen ist ein hochspezifischer Wirkstoff, der vor allem gegen bodenbürtige Pilze wie den Erreger der Schwarzbeinigkeit wirkt. Er greift in den Energiestoffwechsel des Pilzes ein, indem er die Synthese von ATP und wichtige Methylierungsprozesse stört. Durch diesen gezielten Eingriff wird das Eindringen des Pilzes in die Wurzeln der jungen Kultur blockiert, was den Wurzelapparat während der kritischen ersten Entwicklungsstadien schützt.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung vorzubeugen, solltest du Latifam Extra stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Da das Pflanzenschutzmittel bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen kombiniert, ist das inhärente Risiko für Resistenzen reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge auf einen Wechsel von Kulturen und den gezielten Einsatz von Folgebehandlungen mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Gruppen zu achten, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger im Boden dauerhaft niedrig zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Latifam Extra als Saatgutbehandlungsmittel formuliert ist, erfolgt die Anwendung in der Regel direkt in professionellen Beizanlagen. Bei einer eventuellen Mischung mit anderen Beizmitteln, Spurennährstoffen oder Haftmitteln solltest du vorab unbedingt die physikalische Verträglichkeit in einem Kleinstmengentest prüfen. Achte auf eine gleichmäßige Wasserqualität und eine exakte Dosierung, um eine optimale Haftung auf dem Korn ohne Verklebungen zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Latifam Extra und dem behandelten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Trage bei der Handhabung, beim Befüllen der Sämaschine sowie bei Reinigungsarbeiten stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern darauf achten, dass kein Abrieb oder Staub während der Aussaat in blühende Nachbarbestände verdriftet wird; die Verwendung von abdriftmindernder Sätechnik wird dringend empfohlen. Vermeide zudem jeglichen Eintrag des Mittels oder behandelten Saatguts in Oberflächengewässer, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt Latifam Extra direkt nach der Aussaat im Boden?
Nach der Aussaat bildet der Wirkstoffgürtel um das behandelte Saatgut eine Schutzzone. Silthiofam wird von den Wurzeln der keimenden Kultur aufgenommen und systemisch verteilt, um das Eindringen von bodenbürtigen Schaderregern zu verhindern, während Fludioxonil als Kontaktfungizid den Keimling direkt an der Oberfläche schützt.
Worauf musst du bei der Aussaat von mit Latifam Extra behandeltem Saatgut achten?
Achte darauf, das behandelte Saatgut vollständig in den Boden einzubringen, um den Zugriff durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Verwende moderne, abdriftmindernde Sämaschinen, um den Austritt von Beizstaub zu minimieren und angrenzende Biotope zu schützen.
Kannst du Latifam Extra selbst auf dem Hof auf dein Saatgut aufbringen?
Aufgrund der hohen Anforderungen an die Applikationsgenauigkeit und den Staubschutz wird dringend empfohlen, die Behandlung nur in professionellen, zertifizierten Beizanlagen durchführen zu lassen. Dies sichert eine gleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe auf jedem einzelnen Korn.
Wie lagerst du mit Latifam Extra behandeltes Saatgut am besten?
Lagere das behandelte Saatgut kühl, trocken und gut belüftet. Schütze es vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit, um die Keimfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Reste des Saatguts dürfen auf keinen Fall als Futter- oder Lebensmittel verwendet werden.
Warum ist die Kombination aus Fludioxonil und Silthiofam so vorteilhaft für deine Kultur?
Diese Kombination bietet einen dualen Schutzmechanismus: Fludioxonil deckt ein breites Spektrum an klassischen Auflaufkrankheiten ab, während Silthiofam hochspezifisch gegen schwer bekämpfbare, wurzelzerstörende Pilze wirkt. Dadurch wird die Vitalität der Kultur von der Keimung bis zur Bestockung umfassend gesichert.