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Sonstige · GLOBACHEM NV

Latifam

BVL Zul.-Nr. 00A897-00

Latifam ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung, das eine entscheidende Rolle beim Schutz von Getreidekulturen gegen bodenbürtige Schaderreger spielt. Als flüssiges Beizmittel (Formulierungstyp FS) basiert es auf dem innovativen Wirkstoff Silthiofam, der gezielt entwickelt wurde, um den gefürchteten Erreger der Schwarzbeinigkeit (Gaeumannomyces graminis) direkt an der Wurzel zu bekämpfen. Durch diese gezielte Applikation direkt auf dem Saatgut wird die junge Kultur von der Keimung an geschützt, ohne dass großflächig Wirkstoffe in die Umwelt ausgebracht werden müssen.

In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich der Wirkstoff Silthiofam als Standard etabliert, um Ertrags- und Qualitätsverluste in engen Getreidefruchtfolgen – insbesondere bei Weizen und Gerste – effektiv zu minimieren. Da die Schwarzbeinigkeit zu den wirtschaftlich schädlichsten Fußkrankheiten gehört und chemisch im Nachauflauf nicht bekämpft werden kann, stellt Latifam ein unverzichtbares Werkzeug für dein integriertes Pflanzenschutzmanagement dar. Es sichert die Bestandesdichte und fördert eine vitale Wurzelentwicklung von Anfang an.

Wirkstoffe

Silthiofam
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Latifam enthaltene Wirkstoff Silthiofam gehört zur chemischen Gruppe der Thiophencarboxamide (FRAC-Gruppe 38). Sein biochemischer Wirkungsmechanismus beruht auf der spezifischen Hemmung der ATP-Citrat-Lyase, einem Schlüsselenzym im Lipidstoffwechsel des Pilzes. Durch diese Blockade wird die Biosynthese von Fettsäuren und Membranlipiden im Pathogen empfindlich gestört, was das Wachstum der Pilzhyphen und die Besiedlung des Wurzelgewebes effektiv verhindert. Silthiofam zeichnet sich durch eine hervorragende systemische Aktivität in der unmittelbaren Wurzelzone (Rhizosphäre) aus. Nach der Aussaat löst sich der Wirkstoff im Bodenwasser und bildet einen schützenden Hof um die keimende Wurzel. Er wird von den Wurzeln aufgenommen und transportiert, sodass auch neu gebildete Wurzelteile während der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kultur geschützt bleiben. Dies verhindert das typische Abschnüren der Leitungsbahnen durch den Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von Latifam zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Silthiofam einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, ist der Wechsel mit Beizmitteln anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen oder Strobilurinen) bei nachfolgenden Aussaten dringend zu empfehlen. Zudem unterstützt eine weite Fruchtfolge mit dem Anbau von Nicht-Wirtspflanzen (wie Raps oder Leguminosen) sowie eine sorgfältige Strohrotte den Abbau des Infektionspotenzials im Boden und entlastet die chemische Behandlung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Latifam als Saatgutbehandlungsmittel formuliert ist, erfolgt die Anwendung in der Regel in spezialisierten Beizanlagen. Das Produkt zeigt eine hervorragende physikalische und biologische Verträglichkeit mit gängigen Standardbeizmitteln (Fungizide und Insektizide) sowie speziellen Saatgut-Haftmitteln und Farbstoffen. Bei der Herstellung von Beizmischungen solltest du stets auf eine gleichmäßige Benetzung des Saatguts achten und die vom Hersteller empfohlenen Wassermengen einhalten, um ein Verkleben der Körner oder Abrieb (Staubentwicklung) zu vermeiden. Vor großflächigen Mischungen wird ein vorheriger Verträglichkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Latifam und dem gebeizten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Trage bei der Handhabung des Konzentrats, beim Beizvorgang sowie beim Befüllen der Sämaschine stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Atemschutzmaske gegen Stäube). Da keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme, das gebeizte Saatgut vollständig in den Boden einzubringen (Vermeidung von freiliegendem Saatgut), um Vögel und Säugetiere zu schützen. Vermeide Staubverdriftungen während der Aussaat, insbesondere in der Nähe von blühenden Beständen oder Gewässern, um aquatische Organismen und nützliche Insekten zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie erkennst du, ob deine Kultur von Schwarzbeinigkeit bedroht ist und Latifam eingesetzt werden sollte?

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei engen Getreidefruchtfolgen (insbesondere Weizen nach Weizen), früher Aussaat, milden Wintern und auf leichten, gut durchlüfteten Böden. Wenn du in den Vorjahren bereits nesterweise Kümmerwuchs oder vorzeitige Notreife beobachtet hast, ist eine vorbeugende Saatgutbehandlung mit Latifam dringend ratsam.

Kann Latifam auch nachträglich im Spritzverfahren im Nachauflauf angewendet werden?

Nein, Latifam ist ausschließlich für die Saatgutbehandlung (Beizung) registriert. Eine nachträgliche Anwendung im Feld über die Pflanzenschutzspritze ist biologisch wirkungslos, da der Wirkstoff direkt an der Wurzel und am Samenkorn platziert werden muss, um die Keimlinge vor dem bodenbürtigen Pilz zu schützen.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Latifam nach der Aussaat?

Silthiofam benötigt eine gewisse Bodenfeuchtigkeit, um sich aus dem Beizfilm zu lösen und den schützenden Wirkstoffhof um die junge Wurzel aufzubauen. Bei extremer Trockenheit nach der Saat kann die Wirkung verzögert einsetzen; sobald jedoch Feuchtigkeit verfügbar ist, wird der Wirkstoff aktiviert und von den Wurzeln aufgenommen.

Worauf musst du bei der Aussaat von mit Latifam behandeltem Saatgut besonders achten?

Achte darauf, dass das Saatgut vollständig und gleichmäßig mit Erde bedeckt wird (Sätiefe einhalten), um den Fraß durch Vögel oder Nagetiere zu verhindern. Zudem solltest du moderne Sämaschinen mit Abdriftminderungskit verwenden, um den Abrieb von Beizstaub während des Säens zu minimieren und die Umwelt zu schonen.

Wie verträgt sich Latifam mit anderen Beizmitteln auf dem Markt?

Latifam ist in der Regel sehr gut mit gängigen fungiziden und insektiziden Beizmitteln mischbar. Dies ermöglicht es dir, ein breites Schutzspektrum aufzubauen, das neben der Schwarzbeinigkeit auch Auflaufkrankheiten (wie Schneeschimmel) oder tierische Schädlinge im frühen BBCH-Stadium abdeckt.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen nach dem Einsatz von Latifam?

Da der Wirkstoff Silthiofam gezielt auf dem Saatgut appliziert wird und sich im Laufe der Vegetationsperiode in der Rhizosphäre abbaut, bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für die nachfolgenden Kulturen in deiner Fruchtfolge.