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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

KUSTI

BVL Zul.-Nr. 024675-60

KUSTI ist ein hochwirksames, breit wirksames Insektizid von Syngenta Agro GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin basiert. Als moderne flüssige Formulierung konzipiert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen schnellen Knock-down-Effekt sowie eine hervorragende Dauerwirkung gegen ein breites Spektrum von Schaderregern. Es ist in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und forstwirtschaftlichen Kulturen zugelassen und schützt diese zuverlässig vor ertragsmindernden Schäden.

Das Anwendungsspektrum umfasst sowohl beißende als auch saugende Insekten in wichtigen Kulturen wie Getreide, Raps, Rüben und verschiedenen Gemüsearten. Darüber hinaus erstreckt sich die Zulassung auf spezialisierte Anwendungen wie die Bekämpfung von holz- und rindenbrütenden Borkenkäfern im Forst sowie von Blattläusen als Virusvektoren. Dank seiner Formulierung haftet der Wirkstoff hervorragend auf der Pflanzenoberfläche und ist nach dem Antrocknen gut regenstabil.

Wirkstoffe

lambda-Cyhalothrin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide und ist in die IRAC-Gruppe 3A eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Interaktion mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Schaderreger. Lambda-Cyhalothrin verzögert das Schließen dieser Natriumkanäle, was zu einem anhaltenden Einstrom von Natriumionen führt. Dies löst eine langanhaltende Depolarisation der Nervenzelle aus, was sich in unkontrollierten Nervenimpulsen, Krämpfen und schließlich dem schnellen Absterben des Schaderregers äußert. Die Aufnahme erfolgt sowohl über den direkten Kontakt mit dem Spritzbelag als auch durch die Aufnahme von behandeltem Pflanzenmaterial (Fraßwirkung). Da der Wirkstoff nicht systemisch ist, ist eine gründliche und gleichmäßige Benetzung aller Pflanzenteile für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du KUSTI stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 3A auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Wechsel Insektizide mit anderen Wirkmechanismen, sobald die Schadschwellen einen erneuten Eingriff erfordern. Die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsbestimmungen ist ein wesentlicher Baustein, um die Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

KUSTI zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten, besonders bei dichtem Pflanzenbestand. Die Zugabe von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung unerlässlich. Da Pyrethroide generell eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen aufweisen, müssen Abdriften in Oberflächengewässer strikt vermieden und die entsprechenden Abstandsauflagen eingehalten werden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder an Orten erfolgen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind. Verlege die Behandlung bei Bedarf in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FeldsalatSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
AckerbohneSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ZucchiniBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
RasenErdraupen—0.075 LITER_PER_HECTARE—
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Beißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
GersteBlattläuse als Virusvektoren12–5175 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Klee-ArtenSaugende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
Rucola-ArtenSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Beißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
RettichBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Beißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
MeloneBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
SchalotteSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
RettichSaugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
frische KräuterErdraupen10–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrübeBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
ErbseBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Saugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
SpargelErdraupen—0.075 LITER_PER_HECTARE—
StielmusSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
ZiergehölzeHolzbrütende Borkenkäfer, Rindenbrütende Borkenkäfer—0.075 LITER_PER_HECTARE—
WeizenZweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera)13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
SchalotteBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
GersteZweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera)13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Spinat und verwandte ArtenBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
GräserFritfliege—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
RettichBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
BleichsellerieBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE42T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Beißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeReblaus—0.5 LITER_PER_1000_LITER_WATER—
Salat-ArtenBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
frische KräuterSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
RadieschenSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
SpinatSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
MeloneBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
StielmusBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
RoggenFritfliege11–1375 MILLILITER_PER_HECTARE—
RoggenBeißende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE—
SchnittmangoldBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
RoggenSaugende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
BuschbohneBeißende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ChicoreeMinierfliegen12–990.075 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBlattläuse als Virusvektoren12–5175 MILLILITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeBeißende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE28T
WeizenSaugende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Saugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
BlattkohleBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeRübenfliege13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE28T
SpeisezwiebelSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
SojabohneBeißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE35T
WurzelpetersilieBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Beißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
MeerrettichBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
WurzelpetersilieSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
StielmangoldSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
KümmelSaugende Insekten0–750.075 LITER_PER_HECTARE—
MizunaSaugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
KrambeBeißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
ErdbeereBeißende Insekten—0.075 LITER_PER_HECTARE3T
RettichSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
HaferBlattläuse als Virusvektoren12–5175 MILLILITER_PER_HECTARE28T
GurkeBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrabiBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE21T
LeindotterSaugende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
FeldsalatSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Saugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrabiSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
Klee-ArtenBeißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
KohlrabiBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenBeißende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
RoggenBlattläuse als Virusvektoren12–5175 MILLILITER_PER_HECTARE28T
KrambeSaugende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
BleichsellerieSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE42T
Spinat und verwandte ArtenSaugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
HülsengemüseBeißende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
LeindotterBeißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
HaferBeißende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
SareptasenfSaugende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
GewürzkräuterSaugende Insekten, Beißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenSaugende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE35T
FeldsalatBeißende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
GersteBeißende Insekten13–8575 MILLILITER_PER_HECTARE28T
BlumenkohleBeißende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ChicoreeSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBlattläuse als Virusvektoren12–5175 MILLILITER_PER_HECTARE28T
ZwiebelgemüseSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Kürbis-HybridenSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE3T
SareptasenfBeißende Insekten11–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
RapsBeißende Insekten11–9975 MILLILITER_PER_HECTARE35T
MaisFritfliege11–1375 MILLILITER_PER_HECTARE—
SpargelBeißende Insekten—75 MILLILITER_PER_HECTARE—
SchwarzwurzelSaugende Insekten12–990.075 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleSaugende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ErbseZweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera)13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T
Rucola-ArtenBeißende Insekten13–9975 MILLILITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt für KUSTI gegen saugende Schaderreger?

Du solltest deine Bestände regelmäßig kontrollieren und Hilfsmittel wie Gelbschalen oder Klopfproben nutzen, um den Zuflug der Schaderreger genau zu überwachen. Sobald die regionalen Schadschwellen überschritten sind, ist eine Behandlung ratsam, da KUSTI als Kontaktinsektizid die Schädlinge direkt treffen oder über einen frischen Spritzbelag wirken muss.

Warum ist eine gründliche Benetzung bei der Anwendung von KUSTI so entscheidend?

Da der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin nicht systemisch ist, verteilt er sich nicht selbstständig in der Kultur. Nur die Pflanzenteile, die direkt vom Spritzstrahl getroffen werden, sind geschützt. Verwende daher gut eingestellte Düsen und passe die Wassermenge an die Dichte des Bestands an, um alle Schaderreger zuverlässig zu erreichen.

Kannst du KUSTI auch bei hohen Temperaturen mitten am Tag spritzen?

Davon ist dringend abzuraten. Pyrethroide weisen bei kühleren Temperaturen eine deutlich bessere Wirksamkeit auf und können sich bei starker Hitze und intensiver UV-Strahlung schneller abbauen. Behandle am besten in den kühlen Morgen- oder Abendstunden, um die Wirkungsdauer zu maximieren und deine Kultur zu schonen.

Wie integrierst du KUSTI am besten in ein Anti-Resistenz-Management?

Du solltest KUSTI nur im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen einsetzen. Da der Wirkstoff zur Gruppe 3A gehört, erhöht eine wiederholte, aufeinanderfolgende Anwendung den Selektionsdruck. Nutze für nachfolgende Behandlungen Wirkstoffe mit völlig anderen Mechanismen, um die Wirksamkeit langfristig zu erhalten.

Was musst du beim Schutz von Gewässern und nützlichen Insekten beachten?

Da der Wirkstoff hochaktiv ist, musst du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt vermeiden. Führe Behandlungen nicht auf blühenden Kulturen oder an Orten durch, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind. Verlege die Anwendung in die späten Abendstunden, um Bestäuber und andere Nützlinge optimal zu schonen.

Wie verhält sich KUSTI bezüglich der Wartezeit vor der Ernte in verschiedenen Kulturen?

Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur und Verwendungszweck erheblich und liegt laut Zulassung zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen. Du musst dich vor jeder Anwendung genau über die spezifischen Vorgaben für deine jeweilige Kultur informieren, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.