Alle Mittel
Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

Kusabi Max

BVL Zul.-Nr. 008146-00

Kusabi Max ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Echten Mehltaus (Oidium) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses flüssige Kombinationspräparat einen hervorragenden Schutz der Reben in den kritischsten Entwicklungsphasen. Es vereint vorbeugende und kurative Eigenschaften, um sowohl den Blatt- als auch den Traubenbefall zuverlässig zu verhindern.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Pflanzenoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit aus. Im anspruchsvollen Oidium-Management stellt Kusabi Max einen wichtigen Baustein dar, um die Ertragsqualität und Vitalität der Kulturen nachhaltig zu sichern. Dank seiner systemischen und translaminaren Verteilung schützt das Mittel auch den Neuzuwachs effektiv.

Wirkstoffe

Pyriofenone
180 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Kusabi Max basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten Pyriofenone und Tebuconazol. Pyriofenone gehört zur FRAC-Gruppe 50 (Aryl-Phenyl-Ketone) und greift gezielt in die Differenzierung der Infektionsstrukturen des Pilzes ein. Es hemmt die Bildung von Appressorien und die Penetration des Myzels in das Pflanzengewebe, wodurch eine Neuinfektion bereits im Keim erstickt wird. Tebuconazol, ein bewährter Vertreter aus der FRAC-Gruppe 3 (Triazole / Demethylierungs-Inhibitoren - DMI), blockiert die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen des Pilzes. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und stoppt das Wachstum des bereits etablierten Pilzmyzels (kurativer Effekt). Durch dieses Zusammenspiel von präventiver Oberflächenwirkung und systemischer Tiefenwirkung wird der Schaderreger auf verschiedenen Stufen seines Entwicklungszyklus blockiert.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Echten Mehltau (Uncinula necator) zu minimieren, ist Kusabi Max bereits ab Werk mit zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen (FRAC 50 und FRAC 3) ausgestattet. Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzt und Kusabi Max im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen verwendest. Vermeide Blockbehandlungen über mehrere Spritzfolgen hinweg, um die Sensitivität des Erregers langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kusabi Max zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den gängigsten im Weinbau genutzten Pflanzenschutzmitteln, wie etwa Netzschwefel oder gängigen Peronospora-Fungiziden. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Laubwand. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Verteilung und Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kusabi Max steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da unspezifische Risiken für Gewässerorganismen bestehen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Biotopstrukturen strikt zu vermeiden – nutze hierzu verlustmindernde Düsentechnik. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten solltest du die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die ruhigen Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)61–810.075 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Kusabi Max im Weinberg?

Der kritischste Zeitraum für Oidium-Infektionen liegt zwischen dem Beginn der Blüte (BBCH 61) und dem Traubenschluss bzw. Beginn der Reife (BBCH 81). Du solltest Kusabi Max vorzugsweise präventiv in diesen Phasen einplanen, um die jungen, hochanfälligen Gescheine und Beeren von Anfang an lückenlos zu schützen.

Warum kombiniert Kusabi Max gerade Pyriofenone und Tebuconazol?

Diese Kombination bietet dir doppelten Schutz: Pyriofenone wirkt stark protektiv auf der Pflanzenoberfläche und verhindert das Festsetzen des Pilzes, während das systemische Tebuconazol in das Blattgewebe eindringt, sich dort verteilt und bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen im Inneren stoppt. Das minimiert dein Risiko bei unvorhergesehenem Infektionsdruck.

Wie integriere ich das Produkt am besten in mein bestehendes Spritzprogramm?

Setze Kusabi Max strategisch an den Oidium-Hotspots deiner Spritzfolge ein – idealerweise während der Hauptblüte. Da es Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 3 und 50 enthält, solltest du davor und danach auf Wirkstoffe mit anderen Mechanismen (z. B. SDHI oder reine Kontaktmittel) setzen, um Resistenzen vorzubeugen.

Was muss ich bei der Applikation hinsichtlich der Laubwanddicke beachten?

Da der Echte Mehltau schattige, feuchte Bereiche im Inneren der Laubwand bevorzugt, ist eine gründliche Benetzung essenziell. Passe deine Wassermenge und Düseneinstellung an das jeweilige Laubwandvolumen an, damit der Spritznebel auch die Gescheine und Trauben im Inneren der Rebe vollständig erreicht.

Wie verhält sich Kusabi Max bei plötzlichem Regen nach der Spritzung?

Dank der modernen Formulierung und der schnellen systemischen Aufnahme von Tebuconazol sowie der starken Haftung von Pyriofenone ist der Spritzbelag bereits nach kurzer Antrocknungszeit (meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden) regenfest. Ein moderater Regenschauer nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht.

Kann ich Kusabi Max auch bei hohen Temperaturen im Sommer spritzen?

Ja, im Gegensatz zu reinem Schwefel besteht bei Kusabi Max auch bei sommerlichen Temperaturen über 30 °C kein Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern oder Beeren. Dennoch solltest du extreme Mittagshitze meiden, um Verdunstungsverluste des Spritznebels zu minimieren.