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Sonstige · Life Scientific Limited

KINGSTON

BVL Zul.-Nr. 00A652-00

KINGSTON ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid von Life Scientific Limited, das speziell für die gezielte Bekämpfung eines breiten Spektrums von zweikeimblättrigen Unkräutern (dikotyle Schaderreger) entwickelt wurde. Durch die Kombination von drei hochwirksamen Wirkstoffen bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Flexibilität und Zuverlässigkeit im modernen Acker- und Grünlandmanagement. Es ist als anwendungsfertige Formulierung konzipiert, die sich leicht dosieren und applizieren lässt.

Die Stärke von KINGSTON liegt in der synergistischen Wirkung seiner Komponenten, die sowohl über das Blatt als auch in geringem Maße über die Wurzel aufgenommen werden. Dadurch werden selbst schwer bekämpfbare Schaderreger wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten und Disteln nachhaltig erfasst. Das Produkt hat sich als fester Baustein in der Unkrautbekämpfung etabliert, um Erträge und Qualitäten in den behandelten Kulturen abzusichern.

Wirkstoffe

Clopyralid
80 g/L · Wirkstoff
Florasulam
2.5 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von KINGSTON basiert auf zwei unterschiedlichen biochemischen Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen). Fluroxypyr und Clopyralid gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie wirken als künstliche Wuchsstoffe, die das natürliche Phytohormon Indol-3-essigsäure (Auxin) imitieren. Nach der Aufnahme kommt es in den empfindlichen Unkräutern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum, das schließlich zum Verstopfen der Leitungsbahnen und zum Absterben der Schaderreger führt. Florasulam hingegen gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Dieser Wirkstoff blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Ohne diese Aminosäuren stoppt die Zellteilung in den Vegetationspunkten der Unkräuter sofort. Die Kombination dieser Mechanismen sorgt für einen schnellen Wachstumsstopp und eine vollständige systemische Wirkung bis in die Wurzelspitzen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, solltest du KINGSTON stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da das Mittel bereits Wirkstoffe aus zwei verschiedenen HRAC-Klassen (Gruppe 2 und Gruppe 4) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko deutlich reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge regelmäßig zwischen Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren. Vermeide wiederholte Anwendungen von reinen ALS-Hemmern auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel.

Mischbarkeit & Tankmischung

KINGSTON zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Spritzwasser, um eine optimale Emulgierung zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Unkräuter unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KINGSTON steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Vorbereitung der Spritzbrühe und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datenblatt vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und aquatische Organismen zu schonen, ist auf eine abdriftmindernde Düsentechnik und die Einhaltung allgemeiner Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern zu achten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit KINGSTON?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn die Unkräuter aktiv wachsen und sich im Stadium des Auflaufens bis hin zum Rosettenstadium befinden. Aktives Wachstum und milde Temperaturen (optimal zwischen 8 °C und 20 °C) beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und führen zu den besten Bekämpfungsergebnissen.

Wie reagiert KINGSTON auf Regen kurz nach der Applikation?

Das Pflanzenschutzmittel ist nach der Aufnahme relativ schnell regenfest. In der Regel reicht ein Zeitraum von zwei bis drei Stunden ohne Niederschlag nach der Spritzung aus, damit die Wirkstoffe ausreichend in das Blattgewebe der Schaderreger eindringen können.

Kann ich KINGSTON auch bei Nachtfrost anwenden?

Nein, du solltest KINGSTON nicht anwenden, wenn Nachtfröste angekündigt sind oder die Kulturen unter Stress (z. B. durch Trockenheit, Staunässe oder extreme Kälte) stehen. Frost hemmt den Stoffwechsel der Unkräuter, wodurch die systemische Wirkung der Wirkstoffe stark beeinträchtigt wird.

Warum enthält KINGSTON drei verschiedene Wirkstoffe?

Die Kombination aus Clopyralid, Florasulam und Fluroxypyr deckt ein extrem breites Unkrautspektrum ab und kombiniert zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (Wuchsstoffe und ALS-Hemmer). Dies sichert nicht nur den Bekämpfungserfolg gegen schwer bekämpfbare Arten, sondern beugt auch aktiv der Entstehung von Herbizidresistenzen vor.

Wie erkenne ich, dass KINGSTON bei den Unkräutern wirkt?

Erste Symptome zeigen sich meist schon nach wenigen Tagen durch typische Wuchsstoffeffekte wie Verkrümmungen (Epinastien) an den Trieben und Blättern der Unkräuter. Später setzt durch den ALS-Hemmer Florasulam eine Gelbfärbung (Chlorose) der Vegetationspunkte ein, die schließlich zum vollständigen Absterben (Nekrose) des Schaderregers führt.

Was muss ich beim Anbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von KINGSTON beachten?

Aufgrund des enthaltenen Wirkstoffs Clopyralid, der im Boden langsamer abgebaut wird, solltest du bei der Planung der Folgekulturen vorsichtig sein. Empfindliche Kulturen wie Leguminosen (z. B. Erbsen, Bohnen), Umbelliferen (z. B. Karotten) oder Solanaceen (z. B. Kartoffeln) sollten erst nach einer tiefen Bodenbearbeitung und ausreichendem zeitlichen Abstand angebaut werden.