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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

KERIAXO 50 WG

BVL Zul.-Nr. 035312-61

KERIAXO 50 WG ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm in Winterweichweizen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und rückstandsfrei im Spritztank auflösen. Es besetzt eine wichtige Position im herbstlichen Pflanzenschutz, da es frühzeitig im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur eingesetzt wird, um Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe von Anfang an auszuschließen.

Durch den Einsatz des bewährten Wirkstoffs Flumioxazin bietet dieses Herbizid eine hervorragende Bodenwirkung, die über einen längeren Zeitraum anhält und auch nachfolgende Unkrautwellen zuverlässig unterdrückt. Für professionelle Ackerbaubetriebe stellt KERIAXO 50 WG somit ein unverzichtbares Werkzeug dar, um saubere Bestände im Winterweizen zu etablieren und das Ertragspotenzial der Kultur voll auszuschöpfen.

Wirkstoffe

Flumioxazin
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in KERIAXO 50 WG enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur chemischen Gruppe der N-Phenylphthalimide und ist als Protoporphyrinogen-Oxidase-Inhibitor (PPO-Inhibitor) in die HRAC-Gruppe 14 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des Enzyms Protoporphyrinogen-Oxidase im Chloroplasten. Dies führt zu einer unkontrollierten Akkumulation von Protoporphyrin IX in der Pflanzenzelle. Unter dem Einfluss von Licht reagiert dieses Molekül mit Sauerstoff und bildet hochreaktive Singulett-Sauerstoff-Radikale. Diese Radikale zerstören die Zellmembranen durch Lipidperoxidation, was zu einem raschen Austrocknen und Absterben der empfindlichen Schaderreger führt. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln und Hypokotyle keimender Unkräuter aufgenommen wird, entfaltet er seine stärkste Wirkung bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit direkt während des Keimprozesses.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Unkräutern und insbesondere beim Gemeinen Windhalm wirksam vorzubeugen, solltest du KERIAXO 50 WG stets in ein integriertes Herbizid-Management einbinden. Da Flumioxazin (HRAC-Gruppe 14) einen anderen Wirkungsmechanismus besitzt als die häufig im Frühjahr eingesetzten ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1), eignet sich das Produkt ideal für den Wirkstoffwechsel. Achte darauf, im Verlauf der Fruchtfolge Herbizide mit unterschiedlichen Wirkmechanismen abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

KERIAXO 50 WG zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Für eine optimale Wirkung ist eine gleichmäßige Benetzung des Bodens entscheidend; verwende daher ausreichend Wasser (mindestens 200 bis 400 l/ha) und vermeide die Anwendung auf extrem klumpigen oder ausgetrockneten Böden, da dies die Barrierewirkung des Herbizidfilms beeinträchtigen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KERIAXO 50 WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder Unkräuter ausbringen und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–960 GRAM_PER_HECTARE—
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–1460 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann solltest du KERIAXO 50 WG im Winterweizen am besten anwenden?

Der beste Anwendungszeitraum liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH 00 bis 14). Ideal ist eine Behandlung kurz nach der Saat auf ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett, da der Wirkstoff Flumioxazin eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit benötigt, um einen gleichmäßigen Herbizidfilm zu bilden und von den keimenden Unkräutern optimal aufgenommen zu werden.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für dich bei der Anwendung?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ist entscheidend für den Erfolg. Sie sorgt dafür, dass der Wirkstoff im Boden gelöst und von den Wurzeln sowie den Keimlingen der Schaderreger aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen oder unzureichend ausfallen.

Kannst du KERIAXO 50 WG auch auf sehr steinigen oder klumpigen Böden einsetzen?

Davon ist abzuraten. Auf sehr klumpigen oder steinigen Böden kann sich kein geschlossener Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche ausbilden. Unkrautsamen, die unter den Klumpen keimen, werden dann nicht erfasst. Bereite das Saatbett daher möglichst feinkrümelig vor, um die maximale Wirkung abzusichern.

Wie integrierst du das Produkt am besten in deine Strategie zur Vermeidung von Herbizidresistenzen?

Da KERIAXO 50 WG auf dem Wirkstoff Flumioxazin (HRAC-Gruppe 14) basiert, bietet es einen hervorragenden Wirkstoffwechsel zu den im Frühjahr dominierenden ALS- und ACCase-Hemmern. Nutze dieses Pflanzenschutzmittel gezielt im Herbst, um den Selektionsdruck auf andere Wirkstoffklassen zu senken und die Entstehung resistenter Windhalm-Biotypen aktiv zu verhindern.

Was musst du bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von KERIAXO 50 WG beachten?

Nach dem regulären Einsatz im Winterweichweizen im Herbst bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung im folgenden Frühjahr keine Einschränkungen für die Aussaat von Folgekulturen. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, musst du vor einer Neuansaat den Boden tiefgründig pflügen, um Wirkstoffrückstände in der Keimzone der neuen Kultur zu verdünnen.

Wie verhältst du dich, wenn während der geplanten Anwendung starker Wind weht?

Bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s solltest du die Behandlung unbedingt verschieben. Eine Abdrift des Spritznebels auf benachbarte Flächen oder empfindliche Nachbarkulturen muss strikt vermieden werden, da Flumioxazin auch dort schwere Schäden an grünen Pflanzenteilen verursachen kann. Nutze zudem stets abdriftmindernde Düsen.