Kenja
Kenja ist ein hochmodernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel (Formulierung als Suspensionskonzentrat - SC) mit dem innovativen Wirkstoff Isofetamid (400 g/l). Es zeichnet sich durch eine herausragende Wirksamkeit gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten aus und ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Erdbeeren, Salaten, Spargel und Raps zugelassen. Das Produkt hat sich als verlässlicher Baustein im professionellen Anbau etabliert, um Ertrag und Erntequalität nachhaltig zu sichern.
Unter der BVL-Zulassungsnummer 008662-00 bietet Kenja ein breites Wirkungsspektrum gegen hartnäckige Schaderreger. Dazu gehören insbesondere der Grauschimmel (Botrytis cinerea), verschiedene Sclerotinia-Arten (Erreger der Sclerotinia-Fäule und Weißstängeligkeit) sowie die Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium). Dank seiner flexiblen Einsatzfenster in den BBCH-Stadien 10 bis 91 lässt sich das Mittel optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.
Mit einer zugelassenen Aufwandmenge von 0,375 bis 1,2 l/ha und sehr flexiblen Wartezeiten von 1 bis 21 Tagen (je nach Kultur) bietet dir Kenja eine exzellente Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen Praxisbedingungen vor Ort. Es schützt deine Kulturen sowohl in frühen Wachstumsphasen als auch in der kritischen Phase kurz vor der Ernte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Kenja enthaltene Wirkstoff Isofetamid gehört zur chemischen Gruppe der Phenyl-oxo-ethyl-thiophen-amide und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 7 (SDHI - Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade des Enzymkomplexes II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Atmungskette der Schadpilze. Dadurch wird die zelluläre Energiegewinnung (ATP-Synthese) der Pilzzellen unterbrochen, was rasch zum Wachstumsstopp des Erregers führt. Isofetamid wirkt primär protektiv (vorbeugend) und zeichnet sich durch eine hervorragende translaminare sowie lokal-systemische Verteilung in der Kultur aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff in das Pflanzengewebe ein und schützt somit auch die dem Spritzstrahl abgewandten Blattseiten. Die Keimung der Sporen, das Wachstum des Keimschlauchs sowie die Ausbildung von Appressorien werden effektiv unterbunden, bevor der Pilz in das Pflanzengewebe eindringen kann.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung gegenüber dem Wirkstoff Isofetamid (FRAC-Gruppe 7) aktiv vorzubeugen, solltest du Kenja unbedingt im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements einsetzen. Vermeide strikt aufeinanderfolgende (blockweise) Anwendungen dieses Produkts oder anderer SDHI-Fungizide in derselben Kultur. Nutze stattdessen gezielte Wirkstoffwechsel und kombiniere oder alterniere Kenja mit Fungiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. Kontaktmittel oder Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen). Zudem solltest du die vom BVL vorgegebene maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison und Kultur niemals überschreiten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Kenja zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern. Wenn du eine Tankmischung planst, empfiehlt es sich dennoch, vorab eine kleine Probemischung in einem separaten Gefäß durchzuführen, um die physikalische Mischbarkeit zu überprüfen. Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise im neutralen bis leicht sauren pH-Bereich) und halte das Rührwerk während des gesamten Misch- und Ausbringungsprozesses kontinuierlich in Betrieb. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Netzmitteln sollten vorab auf Kulturverträglichkeit getestet werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Kenja ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille) für den Anwenderschutz obligatorisch. Da für dieses Pflanzenschutzmittel spezifische Schutzauflagen gelten, solltest du zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen stets abdriftmindernde Technik einsetzen und die lokalen Abstandsauflagen strikt einhalten. Um Bienen und andere nützliche Bestäuberinsekten zu schonen, empfiehlt es sich, Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, durchzuführen. Verlege die Behandlung bei Bedarf in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Blattgemüse | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Sareptasenf | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kresse | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Frühes Barbarakraut | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Salat-Arten | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Schnittblumen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Topfpflanzen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat und verwandte Arten | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–33 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 60–87 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Botrytis cinerea | 51–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgewächse (Zierpflanzen) | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kopfsalat | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Raps | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 60–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Römischer Salat | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| frische Kräuter | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–27 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Eissalat | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knollengewächse (Zierpflanzen) | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittsalat | Botrytis cinerea, Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Spargel | Botrytis cinerea, Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium) | 35–87 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Botrytis cinerea | 61–85 | 0.375 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Kenja gegen Botrytis im Weinbau?
Für eine optimale Wirkung gegen Botrytis cinerea solltest du Kenja präventiv einsetzen. Die wichtigsten Termine im Weinbau sind die abgehende Blüte (BBCH 68) sowie die Phase des Traubenschlusses (BBCH 77–79). Eine gezielte Behandlung direkt in die Traubenzone stellt sicher, dass der Wirkstoff auch das Innere des Traubengerüsts schützt, bevor sich die Beeren berühren.
Wie verhält sich Kenja bei unbeständiger Witterung und Regen nach der Spritzung?
Kenja verfügt über eine exzellente Regenfestigkeit. Der Wirkstoff Isofetamid dringt nach dem Antrocknen der Spritzbrühe sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter und Früchte ein. Bereits kurze Zeit nach der Anwendung ist der Schutzfilm stabil, sodass einsetzender Regen die Wirkung nicht mehr signifikant beeinträchtigt.
Kann ich Kenja in Salatkulturen auch kurz vor der Ernte anwenden?
Ja, das ist möglich, da Kenja je nach spezifischer Salatkultur sehr kurze Wartezeiten aufweist (teilweise nur wenige Tage). Dies gibt dir eine hohe Flexibilität, um späte Infektionen durch Sclerotinia oder Botrytis im erntefähigen Bestand abzuwehren. Prüfe jedoch vor der Anwendung stets die genaue Wartezeit für deine konkrete Kultur im aktuellen Beipackzettel.
Welche Rolle spielt Kenja bei der Bekämpfung von Sclerotinia im Raps?
Im Raps (Brassica napus) ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) der Hauptschaderreger. Hier solltest du Kenja zur Vollblüte (BBCH 65) applizieren, wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Da die Sporen des Pilzes auf den herabfallenden Blütenblättern in den Blattachseln keimen, fängt die präventive Spritzung zu diesem Termin die Infektion am effektivsten ab.
Wie kann ich den Wirkstoff Isofetamid im Spargelanbau optimal nutzen?
Gegen die Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium) im Spargel solltest du Kenja nach dem Ende der Stechzeit im Sommer anwenden, sobald sich das Spargelkraut voll entwickelt hat. Achte auf eine lückenlose Benetzung des gesamten Krautbestandes, um ein vorzeitiges Absterben der Triebe zu verhindern und die Einlagerung von Reservestoffen in die Wurzeln für das Folgejahr zu sichern.