KARATE 0.4GR
KARATE 0.4GR ist ein hochwirksames, granuliertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von bodenlebenden Schaderregern in empfindlichen landwirtschaftlichen Kulturen. Als Spezialprodukt für den Einsatz in Kartoffeln und Mais konzipiert, sichert dieses Mikrogranulat die Bestandesetablierung in der kritischen frühen Wachstumsphase. Durch seine Formulierung als streufähiges Granulat lässt sich das Produkt präzise und verlustfrei direkt in die Pflanz- oder Saatfurche einbringen.
Der Fokus dieses Pflanzenschutzmittels liegt auf dem Schutz des unterirdischen Raums, wo junge Wurzeln und Knollen besonders anfällig für Fraßschäden sind. Dank der stabilen Formulierung wird der Wirkstoff kontrolliert in der unmittelbaren Umgebung des Saatguts freigesetzt, wodurch ein effektiver Schutzschild gegen bodenbürtige Schädlinge aufgebaut wird, ohne die Kultur selbst zu belasten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Die Wirkung basiert auf einem ausgeprägten Kontakt- und Fraßeffekt. Sobald die Schaderreger mit dem Wirkstoffband im Boden in Berührung kommen oder behandelte Pflanzenteile fressen, setzt die Wirkung rasch ein. Auf biochemischer Ebene greift Lambda-Cyhalothrin in das Nervensystem der Zielorganismen ein. Es hält die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen offen und verzögert deren Schließung. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation der Nervenzelle, was unkontrollierte, repetitive Nervenimpulse auslöst. Die betroffenen Schaderreger erleiden dadurch einen schnellen Koordinationsverlust, gefolgt von einer vollständigen Lähmung und dem anschließenden Absterben.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte die Anwendung von KARATE 0.4GR streng auf die zugelassene Einmalanwendung bei der Saat oder dem Legen beschränkt werden. Da es sich um einen Wirkstoff aus der IRAC-Gruppe 3A handelt, ist bei nachfolgenden oberirdischen Behandlungen gegen andere Schaderreger im Laufe der Vegetationsperiode unbedingt darauf zu achten, Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkmechanismen (nicht IRAC-Gruppe 3A) einzusetzen. Ein konsequenter Wechsel der Wirkstoffklassen im Rahmen der gesamten Fruchtfolge minimiert den Selektionsdruck auf lokale Schaderregerpopulationen nachhaltig.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da KARATE 0.4GR als festes Mikrogranulat formuliert ist und mit speziellen Granulatstreuern direkt im Unterfuß- oder Reihendüngungsverfahren ausgebracht wird, ist eine klassische Tankmischung in der Feldspritze nicht möglich. Eine gleichzeitige Ausbringung ist jedoch mit entsprechenden Kombinationsstreuern für Mikrogranulat-Dünger oder andere granulierte Bodenhilfsstoffe realisierbar. Hierbei musst du darauf achten, dass die Dosiergeräte exakt auf das spezifische Schüttgewicht und die Fließeigenschaften von KARATE 0.4GR kalibriert sind, um Entmischungen oder unregelmäßige Aufwandmengen im Feld zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Granulat, insbesondere beim Befüllen der Dosieranlagen, steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (inklusive Schutzhandschuhen und Staubmaske) verhindert den direkten Hautkontakt und das Einatmen von Feinstaub. Da das Pflanzenschutzmittel direkt in den Boden eingearbeitet wird, ist das Risiko für oberirdisch aktive Nützlinge wie Honigbienen bei sachgemäßer Anwendung minimal. Dennoch solltest du darauf achten, dass keine Granulatkörner offen auf der Bodenoberfläche verbleiben, um Vögel und Kleinsäuger zu schützen. Zum Schutz von Gewässerorganismen ist ein Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer, beispielsweise durch Abschwemmung oder unsachgemäße Reinigung der Geräte, strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Schnellkäfer (Drahtwurm) | 0–99 | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie bringst du KARATE 0.4GR am besten in der Praxis aus?
Du bringst das Granulat während des Säens oder Legens mit einem speziellen Mikrogranulatstreuer direkt in die geöffnete Furche aus. Wichtig ist, dass die Ausbringungseinrichtung so eingestellt ist, dass das Granulat das Saatgut oder die Pflanzkartoffel gleichmäßig umschließt und anschließend vollständig mit Erde bedeckt wird.
Kannst du KARATE 0.4GR auch nachträglich anwenden, wenn du bereits Drahtwurmschäden im Bestand siehst?
Nein, eine nachträgliche oder kurative Anwendung ist nicht möglich. Das Produkt ist ausschließlich für die präventive Anwendung direkt bei der Aussaat oder dem Legen (BBCH 00) registriert. Sobald die Kultur aufgelaufen ist und Schäden sichtbar werden, kann das Granulat nicht mehr in die kritische Bodenzone eingearbeitet werden.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung des Granulats?
Eine normale Bodenfeuchtigkeit ist ideal, da sie den Wirkstoff lokal im unmittelbaren Umfeld des Granulatkorns mobilisiert und so eine gleichmäßige Schutzzone bildet. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert sein, da die Schaderreger sich in tiefere, feuchtere Bodenschichten zurückziehen und weniger Kontakt mit der Behandlungszone haben.
Was musst du tun, wenn am Vorgewende Granulat auf der Oberfläche liegen bleibt?
Du musst sicherstellen, dass keine Granulatkörner offen auf dem Boden liegen bleiben, um Vögel und andere Wildtiere vor einer Aufnahme zu schützen. Schalte den Granulatstreuer vor dem Ausheben des Schares rechtzeitig ab und arbeite versehentlich verschüttetes oder freiliegendes Granulat sofort manuell in die Erde ein.
Wie oft darfst du KARATE 0.4GR pro Kultur und Saison maximal einsetzen?
Gemäß der Zulassung ist maximal eine Anwendung pro Kultur und Saison zulässig. Diese Einmalbehandlung erfolgt direkt beim Pflanz- oder Säprozess, um die Kultur in ihrer empfindlichsten Phase zu schützen.
Wie verhält sich das Produkt im Hinblick auf die Wartezeit bis zur Ernte?
Da die Anwendung sehr früh im Entwicklungszyklus der Kulturen (bei der Saat bzw. beim Legen) erfolgt, ist die Wartezeit bis zur Ernte durch die vorgegebene Anwendungszeitspanne abgedeckt (F). Es sind keine zusätzlichen Wartezeittage einzuhalten, da bis zur Ernte kein Wirkstoffdegrad mehr in relevanten Mengen in den Ernteorganen vorhanden ist.