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Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

KALAMOS

BVL Zul.-Nr. 00B068-00

KALAMOS ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen. Als moderner Spezialist im Segment der Graminizide zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine zuverlässige Verteilung bis in die Wurzelspitzen und Rhizome aus. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Acker- und Sonderkulturanbau, insbesondere bei der Bereinigung von Problemungräsern.

Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine rasche Regenfestigkeit. KALAMOS erfasst ein breites Spektrum an einjährigen und mehrjährigen Schadgräsern, darunter hartnäckige Arten wie die Gemeine Quecke sowie Ausfallgetreide und verschiedene Schadhirsen. Dank der selektiven Wirkung bleibt die behandelte Kultur während der Anwendung vollständig geschont, was maximale Ertragssicherheit garantiert.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in KALAMOS enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate und wird der HRAC-Gruppe 1 zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in den Chloroplasten der Schadgräser. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese von Fettsäuren, die für den Aufbau von Zellmembranen in den Wachstumszonen (Meristemen) benötigt werden. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch in der gesamten Pflanze transportiert. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen, bevor die gesamte Pflanze schließlich vollständig abstirbt. Da zweikeimblättrige Kulturen über eine unempfindliche Form der ACCase verfügen, weisen sie eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkstoff auf.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Schadgräsern – insbesondere bei weit verbreiteten Arten wie dem Deutschen Weidelgras oder dem Gemeinen Windhalm – wirksam vorzubeugen, solltest du KALAMOS stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Ein konsequenter Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung sichern die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs.

Mischbarkeit & Tankmischung

KALAMOS zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und speziellen Nachauflauf-Herbiziden für zweikeimblättrige Kulturen. Bei Mischungen mit Wuchsstoffen oder bestimmten breitblättrigen Herbiziden kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder kaltes Spritzwasser. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter stressigen Witterungsbedingungen wie anhaltender Trockenheit zu optimieren, kann der Zusatz eines zugelassenen Additivs sinnvoll sein, sofern dies für die jeweilige Kultur verträglich ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KALAMOS steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Schutzbrille. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodenlebende Organismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Dicke BohneDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
ZuckerrübeDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–350.6 LITER_PER_HECTARE28T
LeindotterGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE90T
SpeisezwiebelDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen9–530.6 LITER_PER_HECTARE35T
LeindotterGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
TopinamburGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
SchalotteGemeine Quecke11–121.5 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen10–350.6 LITER_PER_HECTARE42T
MohnGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
RadieschenGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
KnollensellerieAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
HaferwurzGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
WickenGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
PastinakGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
MeerrettichGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
deutsche PlatterbseGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
ErbseDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
RosenkohlDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Dicke BohneGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE49T
KnoblauchGemeine Quecke11–121.5 LITER_PER_HECTARE35T
PastinakAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
SchalotteAusfallgetreide11–120.7 LITER_PER_HECTARE35T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
RosenkohlGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
StangenbohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
SpeiselinseGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsGemeine Quecke12–300.6 LITER_PER_HECTARE42T
EsparsetteGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
WickenGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE49T
KohlrübeGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE35T
KnoblauchAusfallgetreide11–120.7 LITER_PER_HECTARE35T
RettichGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
StangenbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
SerradellaGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
WurzelpetersilieGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Dicke BohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
KartoffelGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide10–350.7 LITER_PER_HECTARE42T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeAusfallgetreide12–350.7 LITER_PER_HECTARE49T
WurzelpetersilieGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
EsparsetteDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
SerradellaGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
MöhreGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
TopinamburAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
WurzelpetersilieGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
MeerrettichGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
MöhreDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
ErdbeereGemeine Quecke91–920.6 LITER_PER_HECTARE—
RosenkohlGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
ErdbeereGemeine Quecke91–921.5 LITER_PER_HECTARE—
ErdbeereGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide91–920.7 LITER_PER_HECTARE—
SpeisezwiebelGemeine Quecke9–531.5 LITER_PER_HECTARE35T
SpeiselinseGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
LeindotterDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke12–301.5 LITER_PER_HECTARE42T
deutsche PlatterbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide12–300.7 LITER_PER_HECTARE42T
BrokkoliGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
KnollensellerieGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
WickenGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
ErbseGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
Feuer- bzw. KäferbohneDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Deutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
RosenkohlGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
MeerrettichAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
RettichGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Gelber SteinkleeGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
Gelber SteinkleeGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE49T
RadieschenAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
RadieschenGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
EsparsetteGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE49T
StangenbohneDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
SommerrapsGemeine Quecke12–301.5 LITER_PER_HECTARE90T
MohnGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE90T
BuschbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
SerradellaDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
KohlrübeGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
BrokkoliAusfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
BuschbohneGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
WickenDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen13–990.6 LITER_PER_HECTARE49T
ZuckerrübeGemeine Quecke12–351.5 LITER_PER_HECTARE28T
SpeiselinseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
WurzelpetersilieDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
SommerrapsDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–300.6 LITER_PER_HECTARE90T
SpeisezwiebelGemeine Quecke9–530.6 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide12–300.7 LITER_PER_HECTARE90T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsDeutsches Weidelgras, Flug-Hafer, Schadhirsen12–300.6 LITER_PER_HECTARE42T
SchalotteGemeine Quecke11–120.6 LITER_PER_HECTARE35T
EsparsetteGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
RettichAusfallgetreide12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
MöhreGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
Dicke BohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE49T
KartoffelGemeine Quecke10–350.6 LITER_PER_HECTARE42T
LeinAusfallgetreide13–990.7 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeGemeiner Windhalm, Ausfallgetreide12–350.7 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit KALAMOS gegen Ausfallgetreide?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn das Ausfallgetreide die Hauptkeimwelle abgeschlossen hat und sich im Stadium BBCH 12 bis 29 (2-Blatt-Stadium bis Ende der Bestockung) befindet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Gräser besonders empfindlich, und du erzielst mit der angepassten Aufwandmenge die höchste biologische Wirkung.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit KALAMOS am effektivsten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke musst du warten, bis die Quecke ausreichend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe, meist 3–4 Blätter), damit genügend Wirkstoff aufgenommen und in die unterirdischen Rhizome transportiert werden kann. Nutze hierbei die höhere registrierte Aufwandmenge, um einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg zu sichern.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von KALAMOS?

KALAMOS wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Schadgräser dann einen aktiven Stoffwechsel aufweisen. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter Trockenstress stehen, da dies die Wirkstoffaufnahme verringert und das Risiko von Kulturschäden erhöht.

Wie lange ist die Wartezeit bis zur Ernte nach einer Anwendung?

Die Wartezeit (PHI) ist stark von der jeweiligen Kultur abhängig und bewegt sich in einem Spektrum von 28 bis zu 90 Tagen. Du musst die spezifischen Wartezeiten für deine angebauten Kulturen unbedingt der offiziellen Gebrauchsanleitung entnehmen, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.

Kann ich KALAMOS bei Frostgefahr anwenden?

Nein, du solltest KALAMOS nicht anwenden, wenn Nachtfröste drohen oder die Temperaturen tagsüber sehr niedrig sind. Unter kalten Bedingungen verlangsamt sich der Transport des Wirkstoffs in der Pflanze erheblich, was die Wirkung stark verzögert oder unvollständig ausfallen lässt.

Wie finde ich heraus, ob KALAMOS für meine spezielle Nischenkultur zugelassen ist?

Da KALAMOS für eine sehr breite Palette an Kulturen (darunter auch viele Sonderkulturen wie Schalotten, Mohn oder Sellerie) registriert ist, solltest du die genauen Zulassungsbedingungen direkt in der Kulturen-Übersicht auf agronomy.farmable.tech oder in der BVL-Datenbank prüfen. Achte dabei besonders auf die spezifischen BBCH-Stadien und Anwendungsbestimmungen für deine Kultur.