Jura Max
Jura Max ist ein leistungsstarkes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Kulturen. Es ist speziell für den Einsatz im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf (bis BBCH 13) in Wintergetreide wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Triticale, Dinkel und Hartweizen sowie in Kartoffeln und Sonnenblumen zugelassen. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung direkt zum Start der Vegetationsperiode.
Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine hervorragende Verteilung auf dem Boden. Jura Max bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits im Keimblattstadium erfasst. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein für saubere Bestände und sichert das Ertragspotenzial deiner Kulturen von Anfang an.
Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Ungräser wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras und den Acker-Fuchsschwanz sowie wichtige zweikeimblättrige Unkräuter, darunter Knöterich-Arten und den Weißen Gänsefuß.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Jura Max basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur HRAC-Gruppe 15 und hemmt die Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dies stört die Zellteilung und das Streckungswachstum der auflaufenden Unkräuter und Ungräser empfindlich. Prosulfocarb wird hauptsächlich über die Koleoptile bzw. den Hypokotylspross aufgenommen und sorgt dafür, dass die Schaderreger bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben. Ergänzt wird dies durch Diflufenican aus der HRAC-Gruppe 12. Dieser Wirkstoff hemmt das Enzym Phytoendesaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Carotinoid-Biosynthese einnimmt. Ohne Carotinoide fehlt den Pflanzen der Schutz vor Photooxidation, was zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) und dem anschließenden Absterben des Gewebes unter Lichteinfluss führt. Diflufenican wird vor allem über die Keimlinge und jungen Blätter sowie die Wurzeln aufgenommen und verbleibt als langanhaltender Wirkstofffilm an der Bodenoberfläche.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei anspruchsvollen Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, nutzt Jura Max bereits zwei unterschiedliche HRAC-Klassen (12 und 15). Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Das bedeutet, dass du in der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Gruppen abwechselnd einsetzen und pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine angepasste Bodenbearbeitung oder wechselnde Aussaatzeiten nutzen solltest.
Mischbarkeit & Tankmischung
Jura Max ist im Allgemeinen gut mit gängigen Vorauflaufherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Mischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt entscheidend, da die Wirkstoffe über den Boden aufgenommen werden. Achte auf eine gleichmäßige Benetzung und verwende eine mittlere bis grobe Tropfengröße, um Abdrift zu minimieren und den Wirkstofffilm sauber auf dem Boden abzulegen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Jura Max ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder Unkräuter vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug stattfindet. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen einzuhalten; der Einsatz von abdriftmindernder Düsentechnik wird dringend empfohlen, um einen Eintrag in angrenzende Biotope zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Weißer Gänsefuß, Ampfer-Knöterich, Winden-Knöterich | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–13 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Jura Max im Getreide?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Herbst direkt nach der Saat im Vorauflauf (BBCH 00) bis hin zum frühen Nachauflauf (BBCH 13), sobald die Unkräuter keimen. Achte darauf, dass der Boden feucht und feinkrümelig ist, damit sich der Wirkstofffilm optimal auf der Bodenoberfläche verteilen kann.
Wie wirkt sich Trockenheit auf die Effizienz von Jura Max aus?
Da Jura Max ein Bodenherbizid ist, benötigt es für eine optimale Wirkung Bodenfeuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert oder abgeschwächt sein, da die Wirkstoffe nicht ausreichend gelöst und von den Keimlingen aufgenommen werden können. Warte nach Möglichkeit auf anstehende Niederschläge oder nutze die Restfeuchte des Bodens direkt nach der Saat.
Kann ich Jura Max auch in Kartoffeln und Sonnenblumen einsetzen?
Ja, Jura Max ist für den Einsatz in Kartoffeln und Sonnenblumen zugelassen. In diesen Kulturen erfolgt die Anwendung im Vorauflauf. Achte darauf, dass die Dämme bei Kartoffeln bereits gut abgesetzt sind, um eine gleichmäßige Verteilung des Herbizidfilms zu gewährleisten und Schäden an der Kultur zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die BBCH-Begrenzung bis Stadium 13?
Die Zulassung begrenzt die Anwendung bis zum 3-Blatt-Stadium der Kultur (BBCH 13). Eine spätere Anwendung kann zu phytotoxischen Schäden an den Kulturpflanzen führen, da die Selektivität nach diesem Stadium nicht mehr im gleichen Maße gegeben ist und die Kulturpflanzen den Wirkstoff nicht mehr ausreichend tolerieren.
Wie finde ich heraus, ob Jura Max gegen ein bestimmtes Unkraut auf meinem Feld zugelassen ist?
Du kannst auf agronomy.farmable.tech gezielt nach dem Schaderreger suchen oder in der Produktübersicht von Jura Max die Liste der zugelassenen Schaderreger einsehen. Dort findest du alle Details zu den registrierten Unkräutern wie dem Weißen Gänsefuß, Knöterich-Arten oder dem Gemeinen Windhalm.
Warum ist die Kombination aus Diflufenican und Prosulfocarb so vorteilhaft für das Resistenzmanagement?
Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (HRAC 12 und 15) werden die Unkräuter über zwei völlig verschiedene biochemische Wege angegriffen. Dies erschwert es den Schaderregern erheblich, Resistenzen zu entwickeln, und sichert die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffe in deiner Fruchtfolge.