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Sonstige · ASCENZA AGRO S.A.

JOYSTICK

BVL Zul.-Nr. 00B223-00

JOYSTICK von ASCENZA AGRO S.A. ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Sommerweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), vereint dieses Pflanzenschutzmittel drei komplementäre Wirkstoffe mit einem Safener, um eine breite und sichere Wirkung im Nachauflauf im Herbst oder Frühjahr zu gewährleisten.

Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über bedeutende Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung bietet das Produkt eine hervorragende Flexibilität und erfasst auch später keimende Unkrautwellen zuverlässig, was es zu einem wichtigen Baustein in modernen Ackerbaustrategien macht.

Wirkstoffe

Cloquintocet
100 g/kg · Safener
Diflufenican
400 g/kg · Wirkstoff
Florasulam
20 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
50 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Effizienz von JOYSTICK basiert auf dem Zusammenspiel dreier aktiver Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und blockiert die Phytoendesaturase, was die Biosynthese von Carotinoiden stört. Dies führt zu einer Zerstörung des Chlorophylls unter Lichteinfluss (Ausbleicheffekt) und wirkt vor allem über den Boden auf keimende Unkräuter. Florasulam und Iodosulfuron-methyl-natrium gehören beide zur HRAC-Gruppe 2 (B) und hemmen das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) unverzichtbar ist. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger. Um die Kulturverträglichkeit in Getreide zu maximieren, enthält die Formulierung den Safener Cloquintocet-mexyl. Dieser beschleunigt selektiv den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Getreidekulturen, ohne die Wirkung auf die Zielunkräuter zu beeinträchtigen. Dadurch wird eine hervorragende Selektivität selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen erreicht.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt JOYSTICK bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppe 12 und HRAC-Gruppe 2). Da jedoch zwei der enthaltenen Wirkstoffe (Florasulam und Iodosulfuron) derselben HRAC-Gruppe 2 (ALS-Hemmer) angehören, solltest du bei der Fruchtfolgegestaltung und der nachfolgenden Unkrautbekämpfung unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel achten. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und kombiniere JOYSTICK bei Bedarf oder in nachfolgenden Spritzfolgen mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) oder Bodenherbiziden mit anderen Angriffspunkten.

Mischbarkeit & Tankmischung

JOYSTICK zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei Mischungen mit anorganischen Düngemitteln oder komplexen Tankmischungen empfiehlt sich jedoch vorab eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Unkräuter. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei verhärteten Wachsschichten der Unkräuter unter trockenen Bedingungen optimieren; vermeide jedoch Mischungen mit stark ölhaltigen Zusatzstoffen bei extremen Temperaturschwankungen oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind Abdriften durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–29200 GRAM_PER_HECTARE—
SommergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29200 GRAM_PER_HECTARE—
SommerweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–29200 GRAM_PER_HECTARE—
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–29200 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von JOYSTICK im Getreide?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen vom 3-Blatt-Stadium bis zum Ende der Bestockung (BBCH 13 bis 29). Achte darauf, dass die Zielunkräuter und Ungräser bereits aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden, da die systemischen Wirkstoffe Florasulam und Iodosulfuron maßgeblich über das Blatt aufgenommen werden.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz deiner Behandlung aus?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und führen zu einem schnelleren Absterben der Schaderreger. Bei extremer Trockenheit, Frost oder stark schwankenden Tag-Nacht-Temperaturen solltest du die Behandlung verschieben, da gestresste Unkräuter die Wirkstoffe schlechter aufnehmen und die Kulturverträglichkeit beeinträchtigt werden kann.

Kann ich JOYSTICK auch im Frühjahr auf bereits gut entwickelten Windhalm anwenden?

Ja, eine Anwendung im Frühjahr ist innerhalb des zugelassenen BBCH-Fensters (bis BBCH 29) möglich. Allerdings erzielst du die beste Wirkung, wenn der Gemeine Windhalm noch klein ist (optimal im 1- bis 3-Blatt-Stadium). Bei bereits bestocktem Windhalm kann die Wirkung unter schwierigen Bedingungen nachlassen.

Welche Rolle spielt der enthaltene Safener Cloquintocet in der Praxis?

Der Safener Cloquintocet schützt deine Getreidekultur (wie Weizen und Gerste) vor phytotoxischen Schäden, indem er den enzymatischen Abbau der Herbizidwirkstoffe in der Kultur beschleunigt. Auf die Unkräuter hat der Safener keinen Einfluss, sodass diese voll erfasst werden, während deine Kultur optimal geschont wird.

Was musst du bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von JOYSTICK beachten?

Aufgrund des enthaltenen Diflufenicans, das eine gewisse Bodenpersistenz aufweist, solltest du bei der Nachbauplanung im selben oder folgenden Jahr die üblichen Richtlinien für den Umbruch beachten. Nach normaler Ernte und gründlicher Bodenbearbeitung (vorzugsweise Pflügen oder tiefes Grubbern) können die meisten Folgekulturen problemlos angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sind spezifische Einschränkungen für empfindliche Kulturen zu berücksichtigen.

Wie findest du heraus, ob JOYSTICK für eine bestimmte Mischung in deiner Region zugelassen ist?

Du kannst die aktuellen regionalen Zulassungsbestimmungen und Mischbarkeitstabellen direkt hier auf agronomy.farmable.tech einsehen. Nutze unsere Such- und Filterfunktionen, um registrierte Produkte nach Kultur, Schaderreger oder Wirkstoffklasse zu filtern und die passenden Anwendungsbestimmungen der BVL-Datenbank abzugleichen.