Input Xpro
Input Xpro ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Getreideanbau in Kulturen wie Weizen, Gerste und Roggen entwickelt wurde. Als moderne Formulierung vereint es drei komplementäre Wirkstoffe, die einen lückenlosen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger bieten. Dank der innovativen Xpro-Technologie zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung, schnelle Wirkstoffaufnahme und ausgeprägte Regenfestigkeit aus.
Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten pilzlichen Schaderreger im Getreide, darunter Septoria-Arten, Rostpilze (Braun- und Gelbrost), Netzflecken, Rhynchosporium secalis sowie den Echten Mehltau. Zudem ist das Produkt stark gegen die Halmbruchkrankheit im frühen Bereich und mindert das Auftreten nichtparasitärer Blattflecken in Gerste. Diese Vielseitigkeit macht es zu einem zentralen Baustein in der Pflanzenschutzstrategie anspruchsvoller Ackerbaubetriebe.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Input Xpro basiert auf dem Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Bixafen gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7) und verzögert die Prozesse in der Atmungskette der Pilzzellen im Komplex II, was die Energieproduktion der Schaderreger stoppt. Prothioconazol ist ein bewährter DMI-Fungizidwirkstoff (Demethylierungs-Inhibitor, FRAC-Gruppe 3), der die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze stört und so deren Struktur und Funktion zerstört. Ergänzt wird diese Kombination durch Spiroxamin aus der Klasse der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5), das als Amin-Inhibitor an mehreren Stellen der Sterolbiosynthese ansetzt. Spiroxamin wirkt zudem als hervorragender Penetrationsbeschleuniger (Schleppereffekt), der dafür sorgt, dass Bixafen und Prothioconazol noch schneller und gleichmäßiger in das Blattgewebe der Kultur transportiert werden. Dies führt zu einer schnellen kurativen sowie einer langanhaltenden protektiven Wirkung.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (3, 5 und 7) bietet Input Xpro ein eingebautes, hochwirksames Resistenzmanagement. Um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppen zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer gezielten Spritzfolge einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von SDHI-haltigen Produkten in derselben Saison und wechsle stattdessen zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen ab, um dem Entstehen resistenter Populationen von Schaderregern wie Septoria tritici oder Ramularia aktiv vorzubeugen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Input Xpro ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und halte die optimale Wassermenge ein, um eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Additiven ist aufgrund der bereits optimierten Xpro-Formulierung meist nicht erforderlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Input Xpro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 25–37 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit?
Um die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung im frühen Frühjahr ansetzen, idealerweise in den BBCH-Stadien 30 bis 32 (Schossen). Zu diesem Zeitpunkt kann das Pflanzenschutzmittel die Basis der Halme optimal benetzen und die Infektion stoppen, bevor der Pilz das Gewebe dauerhaft schädigt und die Standfestigkeit deiner Kultur gefährdet.
Wie wirkt sich die Xpro-Formulierung bei unbeständigem Wetter aus?
Die Xpro-Technologie sorgt für eine extrem schnelle Haftung und Aufnahme der Wirkstoffe auf und in der Wachsschicht des Blattes. Bereits kurze Zeit nach der Anwendung ist der Spritzbelag hervorragend regenfest. Das bedeutet für dich eine hohe Flexibilität und Wirkungssicherheit selbst in unbeständigen Witterungsperioden mit wechselhaften Niederschlägen.
Warum ist Spiroxamin in dieser Mischung so wichtig für die Kurativleistung?
Spiroxamin wirkt nicht nur direkt gegen Echten Mehltau, sondern fungiert auch als sogenannter Penetrationsbeschleuniger. Es verändert die physikalischen Eigenschaften der Kutikula kurzzeitig so, dass die systemischen Partnerwirkstoffe Bixafen und Prothioconazol wesentlich schneller in das Blattinnere eindringen können. Dadurch kannst du auch bereits unsichtbar etablierte Infektionen im Blattgewebe erfolgreicher stoppen.
Kann ich Input Xpro auch in einer späten Abschlussbehandlung einsetzen?
Ja, das Produkt ist für Anwendungen bis zum BBCH-Stadium 69 (Ende der Blüte) zugelassen. Eine späte Behandlung schützt die oberen Laubblätter und insbesondere das Fahnenblatt sowie die Ähre vor Spätinfektionen durch Rostpilze oder Septoria nodorum. Achte dabei jedoch stets auf die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Ernte.
Wie integriere ich das Produkt am besten in ein Antiresistenz-Konzept bei Ramularia in Gerste?
Da Ramularia collo-cygni zunehmend Resistenzen gegen SDHIs und Triazole aufweist, solltest du Input Xpro in Gerste idealerweise im Rahmen einer Spritzfolge mit Kontaktwirkstoffen kombinieren, die einen Multisite-Wirkungsmechanismus besitzen. Zudem hilft die Dreifach-Kombination des Produkts selbst, das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme im Vergleich zu Einzelsubstanzen deutlich zu minimieren.