Initial Pro
Initial Pro ist ein hochmodernes, breit wirksames Fungizid von Corteva Agriscience, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet das Pflanzenschutzmittel einen erstklassigen Schutz für wichtige Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Es kombiniert die Stärken zweier bewährter Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern effektiv zu kontrollieren.
Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über die entscheidenden Wachstumsphasen vom Beginn des Schossens bis zum Ende der Blüte (BBCH 30–65). Damit deckt Initial Pro sowohl die frühe Bekämpfung von Halmbrucherregern als auch den Schutz der ertragsrelevanten oberen Blätter und Ähren gegen Septoria-Blattdürre, Netzflecken und Rostpilze ab.
Dank der ausgewogenen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Regenfestigkeit sowie eine langanhaltende Schutzwirkung aus. Für Landwirte stellt es ein verlässliches Werkzeug dar, um das Ertragspotenzial ihrer Kulturen auch unter hohem Infektionsdruck voll abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Initial Pro kombiniert zwei hocheffektive Wirkstoffe mit komplementären Wirkungsweisen. Prothioconazol gehört zur Gruppe der Demethylierungs-Inhibitoren (DMI, FRAC-Gruppe 3). Es greift in die Sterol-Biosynthese der Pilzzellen ein, indem es die C14-Demethylase blockiert. Dies stört den Aufbau der Zellmembranen, stoppt das Myzelwachstum und verleiht dem Wirkstoff eine hervorragende kurative sowie systemische Wirkung im Pflanzengewebe. Proquinazid (FRAC-Gruppe 13) wirkt als Signaltransduktions-Inhibitor und verhindert primär die Sporenkeimung sowie die Bildung von Appressorien des Echten Mehltaus. Ein besonderes Merkmal ist sein ausgeprägter Gasphasen-Effekt: Der Wirkstoff verteilt sich nach der Anwendung kontinuierlich über die Dampfphase im Pflanzenbestand. Dadurch werden auch unbehandelte Pflanzenteile und der Neuzuwachs lückenlos geschützt.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von Prothioconazol (FRAC 3) und Proquinazid (FRAC 13) vereint Initial Pro zwei unterschiedliche Wirkmechanismen in einem Produkt. Dies minimiert das Risiko einer Resistenzselektion, insbesondere bei kritischen Schaderregern wie dem Echten Mehltau. Um diese Schutzwirkung langfristig zu sichern, solltest du Initial Pro stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Wechsle das Produkt mit Fungiziden ab, die andere Wirkstoffklassen enthalten – wie beispielsweise SDHIs (FRAC 7) oder Strobilurine (FRAC 11) – und vermeide reduzierte Aufwandmengen, um den Selektionsdruck nicht unnötig zu erhöhen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Das Pflanzenschutzmittel zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Getreidebau eingesetzt werden. Vor dem Ansetzen einer Tankmischung empfiehlt sich dennoch ein einfacher Mischbarkeitstest in einem kleinen Gefäß. Achte beim Befüllen der Spritze darauf, Initial Pro als einen der ersten Partner hinzuzufügen und für eine kontinuierliche Rührung zu sorgen. Vermeide komplexe Mehrfachmischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze, Trockenheit oder Frostgefahr, um das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Initial Pro steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), bestehend aus Schutzanzug, robusten Schutzhandschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug legen; weiche idealerweise auf die Abendstunden aus. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden und abdriftmindernde Düsen zu verwenden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann solltest du Initial Pro am besten gegen die Halmbruchkrankheit einsetzen?
Um die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung frühzeitig im Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH 30–32) einplanen. Zu diesem Zeitpunkt kann das Pflanzenschutzmittel die Infektion an der Halmbasis stoppen, bevor der Pilz das Gewebe dauerhaft schädigt und die Standfestigkeit deiner Kultur gefährdet.
Wie profitiert deine Kultur vom sogenannten Gasphasen-Effekt des Wirkstoffs Proquinazid?
Proquinazid besitzt eine ausgeprägte Dampfphase. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff als Mikrodampf kontinuierlich im Pflanzenbestand. Dadurch werden auch Pflanzenteile geschützt, die nicht direkt von der Spritzbrühe getroffen wurden, sowie der Neuzuwachs. Dies ist besonders vorteilhaft bei dichtem Laubdach und starkem Druck durch Echten Mehltau.
Kannst du Initial Pro problemlos mit Wachstumsreglern in einer Tankmischung kombinieren?
Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern (wie CCC oder Trinexapac-ethyl) ist in der Regel gut verträglich. Achte darauf, die Mischungspartner nacheinander im Tank vollständig aufzulösen und die Anwendung nicht unter extremen Stressbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr durchzuführen, um die Kultur nicht unnötig zu belasten.
Welchen Vorteil bietet dir Initial Pro beim Thema Antiresistenzmanagement?
Durch die Kombination von Prothioconazol (DMI, FRAC-Gruppe 3) und Proquinazid (FRAC-Gruppe 13) nutzt du zwei völlig unterschiedliche Wirkungsmechanismen. Dies erschwert es Schadpilzen wie dem Echten Mehltau oder Septoria, Resistenzen zu entwickeln. Um diesen Schutz langfristig zu erhalten, solltest du das Produkt im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (z. B. SDHI oder Strobilurinen) einsetzen.
Was musst du bei unbeständigem Wetter kurz nach der Anwendung beachten?
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Prothioconazol und der starken Haftung von Proquinazid auf der Wachsschicht der Blätter ist Initial Pro bereits nach kurzer Zeit (meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden) regenfest. Dennoch solltest du die Behandlung auf trockene Bestände ausbringen, um ein Abschwemmen der Spritzbrühe direkt nach der Applikation zu verhindern.
Wie kannst du die optimale Wirkung gegen Septoria-Blattdürre absichern?
Für einen optimalen Schutz gegen Septoria-Blattdürre solltest du das Pflanzenschutzmittel präventiv vor dem Hauptinfektionsgeschehen ausbringen, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 32 und 39. Achte auf eine gleichmäßige Benetzung der oberen Blattetagen, um die systemische Dauerwirkung von Prothioconazol voll auszuschöpfen.