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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

HYCOP

BVL Zul.-Nr. 00A482-00

HYCOP ist ein hochkonzentriertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kupferhydroxid, das als bewährter Klassiker im Wein- und Obstbau eingesetzt wird. Durch seine Formulierung als wasserdispergierbares Granulat lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und staubfrei im Tank auflösen. Es dient der vorbeugenden Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie dem Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) an Weinreben sowie dem Schorf (Venturia spp.) an Kernobst.

Als Kontaktfungizid bildet HYCOP nach der Anwendung einen gleichmäßigen, regenstabilen Schutzbelag auf den grünen Pflanzenteilen der Kulturen. Dieser Belag verhindert effektiv das Keimen von Sporen und schützt die Kulturen in kritischen Infektionsphasen. Dank seiner modernen Formulierungstechnologie bietet das Produkt eine hervorragende Haftung und eine kontinuierliche Freisetzung von Wirkstoffionen über einen längeren Zeitraum.

Wirkstoffe

Kupferhydroxid
767.9 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kupferhydroxid gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Nach der Anwendung und dem Antrocknen des Spritzbelags werden bei Feuchtigkeit kontinuierlich positiv geladene Kupfer-Ionen freigesetzt. Diese Ionen werden von den Pilzsporen passiv aufgenommen und akkumulieren im Inneren der Zellen. Dort entfalten sie eine unspezifische, multisite-toxische Wirkung: Sie zerstören Proteinstrukturen, blockieren lebenswichtige Enzymreaktionen und stören die Zellatmung sowie die Membranintegrität der Schaderreger. Da dieser Prozess an zahlreichen Stellen gleichzeitig ansetzt, wird das Keimen der Sporen und das Eindringen des Pilzschlauchs in das Gewebe der Kultur zuverlässig unterbunden.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei Schaderregern gegen Kupferhydroxid äußerst gering. HYCOP eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Du solltest das Produkt strategisch in Spritzfolgen mit organischen, systemischen Fungiziden abwechseln oder kombinieren, um deren wirkstoffspezifische Resistenzrisiken zu minimieren und die Lebensdauer moderner Einzelsite-Wirkstoffe langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

HYCOP ist mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten: In stark sauren Lösungen (pH-Wert unter 6,0 bis 6,5) steigt die Löslichkeit von Kupfer drastisch an, was zu einem erhöhten Risiko von Phytotoxizität an den Kulturen führen kann. Vermeide daher Mischungen mit stark sauer reagierenden Produkten oder sauren Blattdüngern. Führe im Zweifel vor der Anwendung immer eine physikalische Mischprobe durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit HYCOP ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung unerlässlich, um Anwenderschäden zu vermeiden. Da Kupfer ein Schwermetall ist, das sich im Boden anreichern kann, sollte die Anwendung stets bedarfsgerecht und unter Vermeidung von Abdrift auf angrenzende Flächen erfolgen. Zum Schutz von Bestäubern und anderen Nützlingen empfiehlt es sich, Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchzuführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–850.5 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
KernobstSchorf (Venturia spp.)15–850.8 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT21T
KernobstSchorf (Venturia spp.)15–850.4 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT21T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit HYCOP gegen Schorf im Kernobst?

Du solltest die Behandlung vorbeugend ab dem Knospenaufbruch bis zum Beginn der Blüte einplanen. In dieser frühen Phase ist die Infektionsgefahr durch Schorfsporen besonders hoch, und der schützende Kupferbelag verhindert effektiv das Festsetzen des Pilzes auf den jungen Blättern.

Warum ist der pH-Wert des Wassers bei der Anwendung von HYCOP so wichtig?

Ein zu niedriger pH-Wert löst zu viele Kupfer-Ionen auf einmal aus dem Belag. Dies kann die Kultur schädigen und zu Blatt- oder Fruchtverbrennungen führen. Achte darauf, dass das verwendete Wasser im neutralen bis leicht basischen Bereich liegt, um eine langsame, kulturverträgliche Wirkstofffreisetzung zu gewährleisten.

Kann ich HYCOP auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen spritzen?

Der Spritzbelag benötigt nach der Anwendung etwas Zeit, um vollständig auf den Blättern anzutrocknen. Sobald er trocken ist, weist HYCOP eine gute Regenbeständigkeit auf. Vermeide jedoch Applikationen direkt vor starken Niederschlägen oder auf taunassen Kulturen, da der Wirkstoff sonst abgewaschen wird, bevor er haften kann.

Wie integriere ich HYCOP am besten in mein Antiresistenzmanagement im Weinbau?

Da Kupfer als Multi-Site-Fungizid kein Resistenzrisiko aufweist, kannst du es ideal als Partner in Spritzfolgen einsetzen. Wechsle HYCOP gezielt mit systemischen Fungiziden ab, um diese vor Wirkungsverlusten zu schützen und gleichzeitig den Infektionsdruck von Falschem Mehltau niedrig zu halten.

Wie finde ich heraus, ob HYCOP für meine spezifische Kultur im aktuellen BBCH-Stadium zugelassen ist?

Du kannst die zugelassenen BBCH-Stadien und Kulturen direkt in der Übersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen. Vergleiche den aktuellen Entwicklungsstand deiner Kultur mit den dort angegebenen BBCH-Bereichen, um eine zulassungskonforme Anwendung sicherzustellen.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Ausbringung von HYCOP?

Vermeide Behandlungen bei extremen Temperaturen über 25 °C und starker Sonneneinstrahlung, da dies den Stress für die Kultur erhöht und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen verstärkt. Ideal sind kühle, windstille Bedingungen in den Morgen- oder Abendstunden.