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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Hutton Pro

BVL Zul.-Nr. 025662-62

Hutton Pro ist ein hochwirksames, systemisches Breitband-Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Einsatz in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen), Raps und Mais entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei der erfolgreichsten Triazol-Wirkstoffe: Prothioconazol und Tebuconazol. Diese perfekt abgestimmte Kombination sichert eine hervorragende vorbeugende und heilende Wirkung gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten.

In Getreidekulturen bietet Hutton Pro einen exzellenten Schutz vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Blattdürre, DTR-Blattdürre, Netzflecken sowie verschiedenen Rostpilzen (Gelb-, Braun- und Zwergrost). Darüber hinaus unterstützt das Mittel die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was die Vitalität der Kultur zusätzlich stärkt. Im Raps steht die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum im Fokus, während in Mais- und Getreidebeständen eine gezielte Wirkung gegen Fusarium-Arten erzielt wird.

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der gleichmäßigen Verteilung in der Kultur bietet Hutton Pro einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen. Dies macht das Produkt zu einem verlässlichen Baustein in deiner Pflanzenschutzstrategie, um Ertrag und Qualität auch unter hohem Infektionsdruck abzusichern.

Wirkstoffe

Prothioconazol
125 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Hutton Pro basiert auf der synergistischen Kombination von Prothioconazol und Tebuconazol. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirken als Demethylierungs-Inhibitoren (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellen. Sie greifen gezielt in den Aufbau der Zellmembranen der Schaderreger ein, indem sie die C14-Demethylase blockieren. Ohne das essentielle Ergosterol verlieren die Pilzmembranen ihre Stabilität und Funktionsfähigkeit, was das Wachstum des Pilzmyzels stoppt und zum Absterben des Pathogens führt. Der besondere Vorteil dieser Zweifach-Kombination liegt in den komplementären Eigenschaften der Partner: Tebuconazol zeichnet sich durch eine sehr schnelle Anfangswirkung (Kurativ-Effekt) aus, die bereits vorhandene Infektionen rasch stoppt. Prothioconazol hingegen sorgt für eine hervorragende Dauerwirkung und verteilt sich kontinuierlich in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen. Dies garantiert einen lückenlosen Schutz über einen langen Zeitraum.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, solltest du Hutton Pro stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da beide enthaltenen Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel dringend empfohlen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit diesem oder anderen reinen Triazol-Präparaten. Nutze stattdessen im Spritzfolgen-Design Partner mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Achte zudem darauf, immer die volle registrierte Aufwandmenge auszubringen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme durch subletale Dosen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Hutton Pro zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern aus. Bevor du jedoch eine neue Tankmischung in großem Stil anwendest, empfiehlt sich die Durchführung einer klassischen Eimerprobe zur Überprüfung der physikalischen Verträglichkeit. Beim Befüllen des Spritztanks solltest du das Wasser zu mindestens zwei Dritteln einfüllen, das Rührwerk aktivieren und Hutton Pro als flüssige Komponente nach eventuell verwendeten wasserlöslichen Pulvern oder Granulaten hinzugeben. Die fertige Spritzbrühe sollte zeitnah und unter ständigem Rühren ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel solltest du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen, tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel zum Schutz von Bestäubern: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, ist die Verwendung abdriftmindernder Düsentechnik sowie das Einhalten der regionalen Abstandsauflagen zwingend erforderlich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum—1 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
MaisFusarium-Arten33–691 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten in Getreide?

Für eine effektive Bekämpfung von Fusarium-Arten solltest du Hutton Pro gezielt während der Blütezeit der Kultur (BBCH-Stadium 61 bis 65) applizieren. Da Infektionen meist durch Niederschläge während der Blüte ausgelöst werden, schützt eine präventive Behandlung in diesem engen Zeitfenster die Ähre optimal vor dem Eindringen des Pilzes und mindert das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut.

Kann ich Hutton Pro auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, die systemischen Wirkstoffe in Hutton Pro werden bereits bei moderaten Temperaturen ab etwa 8–10 °C von der Kultur aufgenommen und transportiert. Bei sehr frostigen Nächten oder starkem Temperaturstress für die Kultur solltest du die Behandlung jedoch verschieben, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden und eine optimale Wirkstoffverteilung im Pflanzensaft zu gewährleisten.

Wie schützt Hutton Pro meinen Rapsbestand vor Sclerotinia?

Im Raps (BRSNN) liegt der Fokus auf der Bekämpfung der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Der optimale Behandlungszeitpunkt ist die Vollblüte (BBCH 65). Zu diesem Zeitpunkt schützt der Wirkstofffilm die absterbenden Blütenblätter, die auf den Blattachseln landen und dem Pilz als Nährboden für das Eindringen in den Stängel dienen.

Was bedeutet die Zulassung zur 'Minderung nichtparasitärer Blattflecken' in der Praxis?

Nichtparasitäre Blattflecken (z. B. physiologische Flecken in Gerste) entstehen durch Umweltstress wie starke UV-Strahlung oder extreme Temperaturschwankungen. Die Wirkstoffe in Hutton Pro besitzen einen positiven physiologischen Effekt auf den Stresshaushalt der Kultur. Dadurch wird die Entstehung dieser Flecken nachweislich reduziert, wodurch die grüne, assimilierende Blattfläche länger erhalten bleibt.

Wie finde ich heraus, ob Hutton Pro für meine spezifische Kultur aktuell zugelassen ist?

Die aktuellen Zulassungsdaten, zugelassenen Kulturen (wie Weizen, Gerste, Roggen, Raps oder Mais) und spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL ändern sich regelmäßig. Du kannst diese Details jederzeit tagesaktuell direkt in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech abrufen, indem du nach dem Produktnamen oder der Registrierungsnummer 025662-62 suchst.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Tebuconazol im Resistenzmanagement vorteilhaft?

Obwohl beide Wirkstoffe zur Gruppe der DMIs (FRAC-Gruppe 3) gehören, besetzen sie leicht unterschiedliche Bindungsstellen am Zielenzym des Pilzes. Diese Kombination erschwert es dem Schaderreger, gleichzeitig Mutationen gegen beide Wirkstoffkomponenten zu entwickeln. Dennoch solltest du diese Kombination im Rahmen einer nachhaltigen Spritzfolge immer mit anderen Wirkstoffklassen abwechseln.