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Himalaya 60 SG

BVL Zul.-Nr. 026865-61

Himalaya 60 SG ist ein hochkonzentriertes, wasserlösliches Granulat (SG), das sich als bewährter Wachstumsregulator im professionellen Kartoffel- und Zwiebelanbau etabliert hat. Durch den Wirkstoff Maleinsäurehydrazid bietet das Pflanzenschutzmittel eine hocheffiziente und langanhaltende Keimhemmung direkt aus der Kultur heraus. Dies sichert die Qualität des Ernteguts während der anschließenden Lagerung und verhindert vorzeitigen Gewichts- und Qualitätsverlust.

Das Produkt wird vor der Ernte auf das noch grüne, assimilierende Laub der Kulturen appliziert. Von dort aus wird der Wirkstoff systemisch in die Knollen bzw. Zwiebeln transportiert. Himalaya 60 SG stellt somit einen unverzichtbaren Baustein für Erzeuger dar, die ihre Ernte flexibel und über einen langen Zeitraum hinweg marktgerecht vermarkten wollen, ohne auf aufwendige mechanische oder kühltechnische Dauerlösungen angewiesen zu sein.

Wirkstoffe

Maleinsäurehydrazid
804 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift gezielt in den pflanzlichen Hormonhaushalt ein. Nach der Aufnahme über das Blatt wird er systemisch über das Phloem in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Knollen und Zwiebeln verlagert. Dort blockiert er die Zellteilung (Mitose) in den Vegetationspunkten, während die Zellstreckung weitgehend unbeeinflusst bleibt. Da die Zellteilung dauerhaft unterbunden wird, können die gelagerten Knollen und Zwiebeln selbst bei steigenden Temperaturen im Lager nicht mehr austreiben. Dieser physiologische Stopp sorgt dafür, dass die Stärke- und Zuckerreserven der Kultur erhalten bleiben und die Schalenqualität stabil bleibt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregulator und nicht um ein klassisches Fungizid oder Herbizid handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung im klassischen Sinne äußerst gering. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Management die strikte Einhaltung der maximalen Aufwandmengen und Anwendungshäufigkeiten pro Saison. Um die optimale Wirkung zu sichern und physiologische Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden, sollte die Anwendung stets auf vitale, nicht unter Hitze- oder Trockenstress stehende Bestände ausgerichtet werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten. Da Himalaya 60 SG auf einen aktiven und ungestörten systemischen Transport in der Kultur angewiesen ist, sollte es nicht mit Kontaktmitteln gemischt werden, die das Blattgewebe schnell schädigen (wie etwa aggressive Kupferpräparate oder bestimmte Krautabtrennungsmittel). Mischungen mit gängigen Fungiziden zur Spätfäulebekämpfung sind meist möglich, jedoch empfiehlt sich vorab stets eine Verträglichkeitsprobe. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide extrem hartes Wasser, um die Löslichkeit des Granulats nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Himalaya 60 SG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ansetzarbeit, konsequent zu tragen. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt sollten Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe vorgegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Behandle Bestände nicht während des aktiven Bienenflugs und vermeide die Anwendung auf blühenden Unkräutern im Unterwuchs. Am besten planst du die Applikation in den späten Abendstunden ein.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelKeimhemmung47–484 KILOGRAM_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Himalaya 60 SG in Kartoffeln?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt etwa 3 bis 5 Wochen vor der geplanten Krautabtötung bzw. Ernte. Die Kartoffeln müssen die gewünschte Sortiergröße erreicht haben, und das Laub muss noch vollkommen grün und assimilationsaktiv sein, damit der Wirkstoff aktiv in die Knollen transportiert werden kann.

Warum darfst du das Pflanzenschutzmittel nicht bei Hitze oder Trockenstress spritzen?

Bei starker Hitze (über 25 °C) oder anhaltender Trockenheit schließen die Pflanzen ihre Spaltöffnungen und fahren den Stoffwechsel herunter. Dadurch kann der Wirkstoff nicht ausreichend aufgenommen und in die Knollen oder Zwiebeln transportiert werden, was zu einem deutlichen Wirkungsverlust führt.

Wie wirkt sich die Wartezeit auf deine Ernteplanung aus?

Die einzuhaltende Wartezeit zwischen der Anwendung und der Ernte liegt je nach Kultur und Zulassung zwischen 7 und 21 Tagen. Plane diesen Puffer fest in deine Erntekette ein, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Kannst du Himalaya 60 SG auch in Zwiebeln anwenden, die direkt gesät wurden?

Ja, das Produkt ist für Speisezwiebeln zugelassen. Wichtig ist auch hier, dass die Zwiebeln zum Zeitpunkt der Spritzung das richtige BBCH-Stadium erreicht haben (meist, wenn etwa 50 % des Laubs umgeknickt sind, aber noch grünes Gewebe für den Transport vorhanden ist). Zu frühe Anwendungen können die Zwiebelgröße negativ beeinflussen.

Was musst du bei der Wasseraufwandmenge und der Formulierung beachten?

Da es sich um ein wasserlösliches Granulat (SG) handelt, muss sich das Produkt im Spritztank vollständig auflösen. Verwende ausreichend Wasser und rühre die Spritzbrühe kontinuierlich. Eine langsame Antrocknung auf dem Blatt (z. B. durch Applikation in den Abendstunden) begünstigt die Wirkstoffaufnahme erheblich.

Wie findest du heraus, ob Himalaya 60 SG mit deinem aktuellen Fungizid mischbar ist?

Du kannst die physikalische Verträglichkeit in einer kleinen Probemischung vorab prüfen. Achte darauf, keine Mischungspartner zu wählen, die die Wachsschicht des Blattes sofort zerstören, da dies den systemischen Transport blockiert. Im Zweifel empfiehlt sich eine Solo-Anwendung für maximale Wirkungssicherheit.