Alle Mittel
Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

HELSINKI

BVL Zul.-Nr. 00A497-61

HELSINKI ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich relevanter Pilzkrankheiten in Getreidekulturen und Winterraps. Als modernes Pflanzenschutzmittel formuliert, bietet es Landwirten eine zuverlässige Lösung, um Ertrag und Qualität in anspruchsvollen Anbaujahren abzusichern. Es eignet sich hervorragend für den flexiblen Einsatz in verschiedenen Wachstumsstadien der Kulturen.

Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) deckt HELSINKI wichtige Schaderreger wie Septoria-Blattdürre, Braun- und Gelbrost, Netzflecken sowie Fusarium-Arten im Getreide ab. Im Winterraps bietet es zudem einen starken Schutz gegen Cylindrosporium-Weißfleckigkeit. Seine ausgeprägte systemische Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Anwendung schnell in das Blattgewebe eindringt und auch neuen Zuwachs schützt.

Dank der Kombination aus protektiven und kurativen Eigenschaften stoppt HELSINKI sowohl beginnende Infektionen als auch bereits etablierte Pilzerkrankungen. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, der flexibel an den Infektionsdruck und die Witterungsbedingungen angepasst werden kann.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in HELSINKI enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und ist innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Er greift gezielt in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und Erhalt der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Hemmung der Sterol-14-Demethylase wird die Membranstruktur des Schaderregers nachhaltig gestört, was zu einem Wachstumsstopp der Keimschläuche und Hyphen führt. Da der Wirkstoff systemisch transportiert wird, verteilt er sich nach der Aufnahme durch die Blätter akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur. Dies ermöglicht nicht nur einen langanhaltenden Schutz bereits behandelter Pflanzenteile, sondern erfasst auch bereits im Gewebe etablierte, frühe Infektionsstadien kurativ.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger vorzubeugen, solltest du HELSINKI stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von Fungiziden aus der FRAC-Gruppe 3 auf derselben Fläche. Integriere stattdessen Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. Kontaktfungizide oder SDHIs) in deine Spritzfolge oder nutze entsprechende Tankmischungen. Achte zudem darauf, immer die volle registrierte Aufwandmenge zu nutzen, um die Selektion schlechter sensitiver Pilzstämme durch subletale Dosierungen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

HELSINKI zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du den Spritztank zunächst zu 2/3 mit Wasser füllen, das Rührwerk aktivieren und die Produkte in der Reihenfolge ihrer Formulierungstypen hinzugeben (feste Formulierungen zuerst, gefolgt von flüssigen Formulierungen wie HELSINKI). Vermeide Mischungen unter extremen Wetterbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C, um das Risiko von Blattschäden in der Kultur zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit HELSINKI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung) zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische B1-B4-Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen jegliche Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, in die späten Abendstunden verlegen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung der gesetzlichen Abstandsregelungen konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)—0.7 LITER_PER_HECTARE56T
DinkelSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit HELSINKI?

Der beste Behandlungszeitraum gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) liegt im zeitigen Frühjahr während des Schossens (BBCH 30 bis 32). Zu diesem Zeitpunkt kann das Pflanzenschutzmittel optimal an der Halmbasis wirken, bevor der Schaderreger tief in das Gewebe eindringt und die Standfestigkeit deiner Kultur gefährdet.

Kann ich HELSINKI auch zur gezielten Bekämpfung von Ährenfusarium einsetzen?

Ja, HELSINKI ist hochwirksam gegen Fusarium-Arten. Für eine optimale Wirkung gegen Ährenfusarium solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) einplanen, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Infektionsereignis (z. B. warmer Regen während der Blüte).

Wie verhält sich HELSINKI bei kühlen Frühjahrstemperaturen?

Als systemisches Fungizid benötigt HELSINKI aktives Pflanzenwachstum für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur. Dennoch zeigt der Wirkstoff Prothioconazol auch bei mäßig kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab ca. 5–8 °C) bereits eine zuverlässige Wirkung, solange kein Frost droht und die Kultur nicht unter Stress steht.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Anwendung von HELSINKI so wichtig?

Da Prothioconazol zur FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide) gehört, besteht bei wiederholter Solo-Anwendung ein inhärentes Risiko für Resistenzselektion. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit anderen Wirkstoffklassen (wie SDHIs oder Strobilurinen) blockierst du unterschiedliche Stoffwechselwege der Schaderreger und erhältst die langfristige Wirksamkeit des Mittels.

Wie finde ich heraus, ob HELSINKI für meine spezifische Kultur im aktuellen BBCH-Stadium zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die interaktiven Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Winterraps) filtern und das aktuelle BBCH-Stadium deiner Bestände abgleichen, um die exakten Zulassungsbedingungen, die Wartezeit und die zugelassene Aufwandmenge für deine geplante Anwendung einzusehen.