Alle Mittel
Sonstige · HELM AG

HELOCUR

BVL Zul.-Nr. 007519-00

HELOCUR ist ein bewährtes, systemisches Fungizid zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide (wie Weizen und Gerste) sowie im Raps. Mit dem Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l) bietet das Mittel eine zuverlässige protektive, kurative und teils eradikative Wirkung. Als Emulsion zur Spritzung formuliert, dringt der Wirkstoff schnell in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich systemisch akropetal, was einen langanhaltenden Schutz auch für den Neuzuwachs gewährleistet.

Im Getreidebau liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung ertragsrelevanter Blatt- und Ährenkrankheiten wie Gelbrost, Braunrost, Echtem Mehltau und Fusarium-Arten. Im Raps zeigt HELOCUR neben der hervorragenden Wirkung gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) einen ausgeprägten wachstumsregulierenden Nebeneffekt. Dies fördert die Standfestigkeit im Frühjahr und verbessert die Winterhärte bei einer Herbstapplikation.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembranen. Durch die Hemmung der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Membranen gestört, was letztlich zum Wachstumsstopp und Absterben des Pilzmyzels führt. Da Tebuconazol systemisch über die Leitungsbahnen (Xylem) nach oben transportiert wird, schützt es auch Pflanzenteile, die bei der Spritzung nicht direkt getroffen wurden. Die kurative Leistung ermöglicht es dir, bereits beginnende Infektionen erfolgreich zu stoppen, bevor sichtbare Symptome den Ertrag massiv beeinträchtigen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du HELOCUR stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs. Nutze stattdessen gezielte Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (z. B. Carboxamide/SDHI oder Strobilurine) oder setze auf Tankmischungen mit Kontaktpartnern, um unterschiedliche Wirkungsmechanismen zu kombinieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

HELOCUR zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern und Wachstumsreglern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu sichern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit HELOCUR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datensatz vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern grundsätzlich auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder diese in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–591.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von HELOCUR im Raps zur Wachstumsregulierung?

Für die Einkürzung und zur Förderung der Winterhärte im Herbst solltest du die Anwendung im 4- bis 6-Blatt-Stadium (BBCH 14–16) des Rapses durchführen. Möchtest du die Standfestigkeit im Frühjahr verbessern und gleichzeitig die Stängelfäule bekämpfen, empfiehlt sich eine Behandlung zu Beginn des Schossens (BBCH 30–39).

Wie reagiert HELOCUR bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Tebuconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung und Wirkung aktives Pflanzenwachstum. Du solltest die Anwendung daher bei Temperaturen ab ca. 10 °C einplanen. Bei Nachtfrösten oder extremen Temperaturschwankungen ist von einer Behandlung abzuraten, um Stress für die Kultur zu vermeiden.

Kann ich HELOCUR zur gezielten Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen einsetzen?

Ja, HELOCUR eignet sich hervorragend zur Minderung von Fusarium-Infektionen und der damit verbundenen Mykotoxinbelastung im Erntegut. Für einen optimalen Schutz musst du die Behandlung gezielt in die Blüte (BBCH 61–65) legen, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Niederschlagsereignis während der Blütezeit.

Worauf muss ich achten, wenn ich HELOCUR mit einem Wachstumsregler mischen möchte?

Da Tebuconazol selbst bereits eine stark einkürzende (azoleigene) Wirkung besitzt, musst du bei einer Tankmischung mit reinen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Trinexapac-ethyl oder Chlormequat-chlorid) die Aufwandmenge des Wachstumsreglers reduzieren. Andernfalls riskierst du eine zu starke Stauchung der Kultur, besonders unter trockenen Bedingungen.

Wie schnell ist HELOCUR nach der Anwendung regenfest?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach etwa 1 bis 2 Stunden regenfest, sodass auch einsetzender Niederschlag nach dieser Spanne die Wirkung nicht mehr signifikant beeinträchtigt.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Gelb- oder Braunrost?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger "Gelbrost" oder "Braunrost" filtern. Kombiniere diesen Filter mit deiner gesuchten Kultur (z. B. Winterweichweizen), um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.