HAKSAR Ultra 260 EW
HAKSAR Ultra 260 EW ist ein leistungsstarkes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in ausgewählten Getreidekulturen. Als Emulsion, Öl-in-Wasser (EW) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum gegen einjährige und mehrjährige Schaderreger im Nachauflauf zu bieten.
Die Kombination aus Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA macht das Produkt zu einer flexiblen Lösung im Frühjahr. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine systemische Verteilung in der gesamten Kultur aus, was insbesondere bei hartnäckigen Unkräutern zu einer nachhaltigen Wirkung führt.
Durch die gezielte Formulierung ist HAKSAR Ultra 260 EW besonders effektiv gegen Problemunkräuter wie die Acker-Kratzdistel sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Schaderreger. Es sichert somit die Ertragsleistung deiner Kulturen in der kritischen frühen Wachstumsphase.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die drei aktiven Wirkstoffe in HAKSAR Ultra 260 EW – Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA – gehören alle zur HRAC-Gruppe 4 und wirken als synthetische Auxine (Wuchsstoffherbizide). Sie imitieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Zellstreckung und gestörtem Wachstum in den empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern führt. Nach der Aufnahme über das Laub wird der Wirkstoffstrom systemisch sowohl akropetal als auch basipetal transportiert. Dies führt zu typischen Symptomen wie Triebkrümmungen (Epinastie), Welken und schließlich dem vollständigen Absterben des Unkrauts, während die einkeimblättrigen Getreidekulturen den Wirkstoff schnell metabolisieren und unbeschadet bleiben.
Resistenzmanagement
Da alle drei Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement wichtig, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Du solltest HAKSAR Ultra 260 EW im Rahmen einer Fruchtfolge einsetzen, bei der auch Herbizide mit anderen Wirkmechanismen zum Einsatz kommen. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Wuchsstoffen auf derselben Fläche und achte darauf, stets die empfohlenen Aufwandmengen einzuhalten, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
HAKSAR Ultra 260 EW zeigt sich in der Praxis gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Wachstumsreglern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Wasser, da dies die Emulsionsstabilität beeinträchtigen kann. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme bei stark behaarten oder wachshaltigen Unkrautarten unterstützen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit HAKSAR Ultra 260 EW ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen ist ein Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze daher abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn sich blühende Unkräuter im Unterbestand befinden oder die angrenzenden Kulturen von Bienen beflogen werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel | 21–32 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit HAKSAR Ultra 260 EW?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn die Unkräuter aktiv wachsen und sich im Rosetten- bis frühen Streckungsstadium befinden. Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und führt zu schnelleren Bekämpfungserfolgen.
Warum ist die Anwendung auf das BBCH-Stadium 21 bis 32 begrenzt?
In diesem Entwicklungsfenster (vom Beginn der Bestockung bis zum 2-Knoten-Stadium der Kultur) ist die Verträglichkeit für das Getreide am höchsten. Eine spätere Anwendung nach BBCH 32 kann zu phytotoxischen Schäden an den Kulturpflanzen oder zu Problemen bei der Ährenausbildung führen.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?
Da es sich um Wuchsstoffwirkstoffe handelt, ist eine aktive Stoffwechselaktivität der Unkräuter für eine optimale Wirkung nötig. Vermeide Behandlungen bei Temperaturen unter 8 °C oder bei drohenden Nachtfrösten, da die Wirkung dann stark verzögert einsetzt oder unzureichend sein kann.
Was musst du bei der Bekämpfung der Acker-Kratzdistel besonders beachten?
Für eine nachhaltige Wirkung gegen die Acker-Kratzdistel sollten die Disteln beim Spritzen eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm erreicht haben (Rosettenstadium bis beginnendes Streckungswachstum). Nur so ist genügend Blattfläche vorhanden, um ausreichend Wirkstoff aufzunehmen und bis tief in die Wurzeln zu transportieren.
Kann ich HAKSAR Ultra 260 EW auch auf drainierten Flächen anwenden?
Ja, die Anwendung ist grundsätzlich möglich, jedoch musst du die lokalen Gewässerschutzauflagen und eventuelle Abschwemmungsauflagen beachten. Vermeide Applikationen kurz vor starken Regenfällen, um einen Eintrag der Wirkstoffe in das Dränungssystem oder Oberflächengewässer zu verhindern.
Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere passende Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?
Du kannst im Hub gezielt nach deinen angebauten Kulturen oder den spezifischen Schaderregern filtern. So erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und kannst deine Spritzfolge optimal planen.