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Sonstige · Sinon Corporation

Glister Ultra

BVL Zul.-Nr. 00A782-00

Glister Ultra von Sinon Corporation ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen und Ausfallkulturen. Mit einem Wirkstoffgehalt von 488 g/l Glyphosat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hocheffiziente Lösung für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung oder den Einsatz im Forst- und Nichtkulturlandbereich. Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) sorgt für eine hervorragende Haftung und schnelle Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile.

Das Produkt zeichnet sich durch seine ausgeprägte systemische Wirkung aus. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch in der gesamten Pflanze, einschließlich der unterirdischen Überdauerungsorgane wie Rhizome und Wurzeln, verteilt. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung gegen hartnäckige, ausdauernde Schaderreger wie die Gemeine Quecke oder verschiedene Ampfer-Arten, die sonst leicht aus dem Wurzelsystem regenerieren können.

Durch die flexible Aufwandmenge von 1,5 bis 6,0 l/ha lässt sich die Intensität der Behandlung optimal an den Verunkrautungsdruck, die Zielarten und das Entwicklungsstadium der Kulturen anpassen. Glister Ultra ist somit ein unverzichtbares Werkzeug für ein sauberes Saatbett und das effektive Management von Problemunkräutern im modernen Acker- und Pflanzenbau.

Wirkstoffe

Glyphosat
488 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Glister Ultra enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und einigen Mikroorganismen vorkommt und für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Durch die Blockade der EPSP-Synthase wird die Proteinbiosynthese der behandelten Schaderreger unterbrochen, was zu einem vollständigen Wachstumsstopp führt. Da der Wirkstoff systemisch über das Phloem transportiert wird, erreicht er auch die aktiv wachsenden Wurzelspitzen und Speicherorgane. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Pflanzen innerhalb von zwei bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, solltest du Glister Ultra stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Maßnahmen wie eine gezielte Stoppelbearbeitung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Glyphosat auf derselben Fläche und achte darauf, eventuell überlebende Unkräuter mechanisch oder mit einem Partnerprodukt mit anderem Wirkungsmechanismus zu beseitigen, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Glister Ultra ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Verwendung von sehr hartem Spritzwasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) als Wasserenthärter, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Die Anwendung sollte auf trockene Pflanzenbestände erfolgen; Regen innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung kann die Wirkung beeinträchtigen. Führe vor der großflächigen Anwendung von Tankmischungen immer eine physische Mischbarkeitsprobe und einen Kleinflächentest durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Glister Ultra ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Vermeide jegliche Abdrift auf benachbarte Kulturen, Oberflächengewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die Nichtziel-Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AckerbaukulturenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter, Ausfallkulturen—4 LITER_PER_HECTARE—
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbaukulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–31.5 LITER_PER_HECTARE—
KernobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbaukulturenGemeine Quecke—4 LITER_PER_HECTARE—
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
LaubholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbaukulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Wiesen, WeidenGemeine Quecke, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—6 LITER_PER_HECTARE—
LaubholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
SteinobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
StilllegungsflächenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—6 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit von Glister Ultra?

Da Glyphosat ein starker Chelator ist, kann es sich im Spritztank an im Wasser gelöste Calcium-, Magnesium- oder Eisenionen binden. Dies verringert die Aufnahme des Wirkstoffs durch die Unkräuter. Wenn du hartes Wasser nutzt, solltest du dem Spritzwasser vor der Zugabe von Glister Ultra Ammoniumsulfat (AMS) beimischen, um die Kationen zu binden und die volle Herbizidwirkung abzusichern.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Behandlung von ausdauernden Unkräutern wie der Quecke?

Für eine optimale Wirkung gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Gemeine Quecke sollten die Pflanzen genügend Blattmasse gebildet haben (ca. 3–5 Blätter bzw. 15–20 cm Wuchshöhe). Zu diesem Zeitpunkt findet ein aktiver Assimilattransport in die Wurzeln und Rhizome statt, wodurch der Wirkstoff effizient in die unterirdischen Überdauerungsorgane transportiert wird.

Wie lange nach der Anwendung von Glister Ultra darf es nicht regnen?

Die behandelten Flächen sollten nach der Applikation für mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben. Setzt vorzeitig Regen ein, kann der Wirkstoff von den Blättern abgewaschen werden, bevor er vollständig in die Pflanze eingedrungen ist, was die Bekämpfungsleistung erheblich mindert.

Kann ich Glister Ultra auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst anwenden?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Beachte jedoch, dass sich der Wirkungseintritt (das sichtbare Vergilben und Absterben) bei kühler Witterung deutlich verzögern kann, da der Stoffwechsel der Pflanzen verlangsamt ist.

Wie verhalte ich mich bei der Bodenbearbeitung nach einer Behandlung mit Glister Ultra?

Um eine vollständige systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, solltest du nach der Spritzung eine Wartezeit einhalten, bevor du den Boden bearbeitest. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Pause von 3 bis 5 Tagen; bei hartnäckigen, ausdauernden Arten wie Quecke oder Ampfer solltest du mindestens 7 bis 10 Tage mit dem Pflügen oder Grubbern warten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?

Du kannst im Hub gezielt nach deiner spezifischen Kultur oder dem Schaderreger filtern. Nutze einfach die Suchmaske auf der Startseite oder klicke auf die verlinkten Kulturen in der Produktübersicht, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel und deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.