GIBRITRIN
GIBRITRIN ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel von Sharda Cropchem Espana S.L., das auf dem bewährten Wirkstoff Tefluthrin (200 g/l) basiert. Als flüssige Formulierung ist dieses Produkt speziell für den Schutz junger Kulturen konzipiert, um sie in der kritischen frühen Entwicklungsphase vor bodenlebenden Schaderregern zu schützen. Durch seine physikalischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der unmittelbaren Umgebung der Wurzelzone oder des Saatguts.
Die besondere Stärke von GIBRITRIN liegt in seiner ausgeprägten Gasphase (Dampfdruckeffekt). Nach der Anwendung bildet sich ein schützender Hof um die junge Kultur, der Schaderreger effektiv abwehrt, noch bevor sie die empfindlichen Wurzeln oder Keimlinge schädigen können. Dies sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang und stärkt die Vitalität der Kulturen von Anfang an.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in GIBRITRIN enthaltene Wirkstoff Tefluthrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Auf biochemischer Ebene wirkt Tefluthrin direkt auf das Nervensystem der Schaderreger. Es interagiert spezifisch mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen. Anstatt diese Kanäle zu blockieren, hält Tefluthrin die Natriumkanäle offen und verzögert deren Schließen. Dies führt zu einem anhaltenden Einstrom von Natriumionen, was eine langanhaltende Depolarisation der Nervenzelle zur Folge hat. Die betroffenen Schaderreger zeigen rasch unkontrollierte Impulse, gefolgt von einer schnellen Lähmung und dem anschließenden Absterben. Durch den ausgeprägten Repellent- und Dampfeffekt wirkt das Mittel zudem stark abschreckend.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A) zu minimieren, solltest du GIBRITRIN stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von Wirkstoffen aus derselben Wirkstoffklasse in derselben Saison. Nutze stattdessen im Rahmen der Fruchtfolge oder bei Folgebehandlungen Produkte mit anderen Wirkmechanismen (z. B. aus anderen IRAC-Klassen) und fördere mechanische sowie pflanzenbauliche Maßnahmen zur Reduzierung des Befallsdrucks.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist stets auf die physikalische und chemische Kompatibilität der Mischungspartner zu achten. Da GIBRITRIN vor allem im Bodenbereich oder bei der Saatgutbehandlung eingesetzt wird, sind Mischungen mit flüssigen Bodenhilfsstoffen oder speziellen Düngemitteln vorab in einem Kleingebinde (Mischungstest) auf Ausfällungen zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert und rühre die Spritzbrühe während des gesamten Vorgangs kontinuierlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit GIBRITRIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen an blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Bodenlebewesen sind Abdriften und direkter Eintrag in Oberflächengewässer durch sorgfältige Düseneinstellung und Einhaltung von Abstandsflächen zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt GIBRITRIN auf Schaderreger im Boden?
GIBRITRIN nutzt den Wirkstoff Tefluthrin, der neben dem direkten Kontakt auch über eine ausgeprägte Gasphase (Dampfdruck) wirkt. Der Wirkstoff verdampft minimal im Bodenporensystem und bildet eine Schutzzone um die Wurzeln deiner Kultur, wodurch Schaderreger effektiv abgewehrt und gelähmt werden.
Worauf solltest du bei der Anwendung im Hinblick auf das BBCH-Stadium achten?
Da GIBRITRIN primär dem Schutz der jungen Kultur dient, liegt der optimale Anwendungszeitpunkt in den sehr frühen BBCH-Stadien (Aussaat bis frühes Auflaufen). Spätere Behandlungen sind meist nicht mehr zielführend, da die empfindlichste Phase der Wurzelentwicklung dann bereits abgeschlossen ist.
Kann ich GIBRITRIN mit flüssigen Düngern mischen?
Eine Mischung ist prinzipiell möglich, erfordert jedoch Vorsicht. Du solltest vorab immer einen Kompatibilitätstest in einem kleinen Gefäß durchführen, um sicherzustellen, dass keine Ausfällungen oder Phasentrennungen auftreten. Achte zudem darauf, die Mischung zügig auszubringen.
Wie integriere ich das Produkt am besten in mein Resistenzmanagement?
Da Tefluthrin zur IRAC-Gruppe 3A gehört, solltest du in derselben Saison und auf derselben Fläche keine weiteren Pyrethroide zur Boden- oder frühen Blattbehandlung einsetzen. Wechsel den Wirkmechanismus ab und nutze pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge.
Was muss ich beim Schutz von Bienen und Nützlingen beachten?
Auch wenn das Produkt im Boden wirkt, solltest du jegliche Abdrift auf blühende Unterkulturen oder benachbarte Blühstreifen vermeiden. Führe die Anwendung am besten windstill und in den Abendstunden durch, wenn keine Bienen mehr fliegen, um Nützlinge maximal zu schonen.
Wie finde ich heraus, ob GIBRITRIN für meine spezifische Kultur zugelassen ist?
Du kannst die aktuellen Zulassungsdetails und spezifischen Kulturen direkt hier auf agronomy.farmable.tech in der Produktdatenbank einsehen. Da sich Zulassungen und Indikationen ändern können, empfiehlt sich vor jeder Anwendung ein Abgleich mit den offiziellen BVL-Daten.