GENOLANE Protect 37
GENOLANE Protect 37 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Winterraps. Als flüssige Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet es sowohl vorbeugenden als auch heilenden Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger. Dank seiner hervorragenden Verteilung in der Kultur sichert das Mittel Ertrag und Qualität auch unter schwierigen Infektionsbedingungen.
Der Wirkstoff Prothioconazol hat sich als Standard im modernen Ackerbau etabliert. In Getreidekulturen erfasst das Produkt zuverlässig ertragsmindernde Schaderreger wie Septoria-Blattdürre, Fusarium-Arten, Netzflecken sowie verschiedene Rostpilze. Im Winterraps schützt es die Kultur effektiv vor Sclerotinia-Stängelfäule und der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma), was die Standfestigkeit und den Schotenertrag maßgeblich stabilisiert.
Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur transportiert. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz der behandelten Pflanzenteile sowie des Neuzuwachses während der kritischen Wachstumsphasen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in GENOLANE Protect 37 enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase, eines Schlüsselenzyms in der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Ergosterol ist ein unverzichtbarer Baustein für den Aufbau und die Funktion pilzlicher Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Synthesewegs kommt es zu einer fehlerhaften Membranstruktur des Schaderregers, was die Durchlässigkeit der Zellmembran stört und letztlich zum Absterben der Pilzzellen führt. Da der Wirkstoff sowohl die Sporenkeimung als auch das Myzelwachstum im Gewebe der Kultur hemmt, entfaltet das Mittel eine starke protektive und kurative Wirkung, die den Infektionszyklus des Erregers frühzeitig unterbricht.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Biotypen bei den Ziel-Schaderregern vorzubeugen, solltest du GENOLANE Protect 37 stets im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist eine wiederholte, alleinige Anwendung von DMI-Fungiziden zu vermeiden. Nutze stattdessen Spritzfolgen oder Tankmischungen mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHIs (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Achte zudem darauf, die registrierte Aufwandmenge nicht zu unterschreiten, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
GENOLANE Protect 37 zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Dennoch solltest du vor der Ansetzung größerer Mengen stets eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Befülle den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, aktiviere das Rührwerk und gib die Mischpartner in der Reihenfolge ihrer Formulierungstypen (feste Formulierungen vor flüssigen) hinzu. Verwende Spritzwasser mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert und bringe die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen aus.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzkleidung, unerlässlich. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, ist die Anwendung mit abdriftmindernder Düsentechnik durchzuführen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern auf eine Anwendung in blühenden Kulturen oder auf von Bienen beflogenen Unkräutern verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Fusarium-Arten | 59–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 0–65 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Cylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum) | 0–21 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hafer | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Gerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 0–21 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterroggen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hafer | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie entscheidest du, ob eine Behandlung gegen Fusarium-Arten in Weizen notwendig ist?
Eine gezielte Behandlung ist besonders dann ratsam, wenn während der Weizenblüte (BBCH 61–65) feucht-warme Witterung herrscht und die Vorfrucht Mais war (insbesondere bei pflugloser Bodenbearbeitung). Achte auf lokale Infektionsprognosen, um den optimalen Behandlungszeitpunkt direkt in die offene Blüte hinein abzupassen.
Warum ist das BBCH-Stadium bei der Anwendung in Winterraps so entscheidend?
In Winterraps liegt der Fokus meist auf der Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum. Der optimale Zeitpunkt für diese Behandlung ist die Vollblüte (BBCH 65), da die herabfallenden Blütenblätter auf den Blattachseln den Pilzsporen als Nährboden dienen. Eine zu frühe oder zu späte Anwendung mindert den Schutz der Stängelbasis erheblich.
Wie kannst du die Wirkung von GENOLANE Protect 37 bei kühlen Frühjahrstemperaturen optimieren?
Prothioconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur aktive Stoffwechselprozesse der Pflanze. Warte im zeitigen Frühjahr (z. B. bei der Bekämpfung von Halmbruch oder frühen Rostinfektionen) mit der Behandlung, bis die Tagestemperaturen stabil über 8 °C liegen und kein Nachtfrost mehr droht.
Was musst du bei der Applikation beachten, um die Abdrift in angrenzende Biotope zu minimieren?
Nutze stets vom Julius Kühn-Institut (JKI) anerkannte, abdriftmindernde Düsen (z. B. Injektordüsen mit 90 % Driftreduzierung) und passe deine Fahrgeschwindigkeit sowie den Spritzdruck an. Behandle nur bei Windgeschwindigkeiten unter 5 m/s, um die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen sicher einzuhalten.
Wie integrierst du dieses Produkt am besten in ein Antiresistenzmanagement bei hohem Septoria-Druck?
Bei starkem Druck durch Septoria tritici solltest du GENOLANE Protect 37 nicht solo einsetzen. Kombiniere es idealerweise mit einem Kontaktwirkstoff (wie z. B. Folpet, sofern für die Kultur zugelassen) oder wechsle in der Spritzfolge konsequent auf andere Wirkstoffklassen wie SDHIs oder Strobilurine, um Selektionsdruck zu vermeiden.
Wo findest du aktuelle Informationen über die genauen Abstandsauflagen und Gewässerschutz-Auflagen für dieses Mittel?
Da sich diese Auflagen (wie NT- und NW-Auflagen) je nach Zulassungsstand und Anwendungsgebiet ändern können, solltest du vor jeder Anwendung die offizielle Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konsultieren oder die Angaben auf dem Original-Gebrauchsmuster prüfen.