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Sonstige · TerreChem Limited

Gemini Azoxy 250

BVL Zul.-Nr. 00B242-60

Gemini Azoxy 250 von TerreChem Limited ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in zahlreichen Kulturen. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und verteilen. Es hat sich als verlässlicher Standard im modernen Acker- und Gemüsebau etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste), Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie diverse Gemüsekulturen (z. B. Porree, Zwiebeln, Kohlgemüse und Salat). Dabei erfasst das Mittel ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern, darunter Echte und Falsche Mehltaupilze, Rostpilze (wie Gelb- und Braunrost), Blattfleckenkrankheiten (wie Alternaria und Netzflecken) sowie bodenbürtige Erreger.

Durch seine systemischen und translaminaren Eigenschaften bietet Gemini Azoxy 250 sowohl einen vorbeugenden Schutz als auch eine kurative Wirkung in der Anfangsphase einer Infektion. Die gleichmäßige Verteilung im Pflanzengewebe schützt auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einem Erstbefall.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Genauer gesagt blockiert der Wirkstoff den Elektronentransport in der Atmungskette am Cytochrom-b-c1-Komplex (Qo-Inhibitor). Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was zum Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Azoxystrobin wirkt stark sporentötend und hemmt die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Pilzes. Aufgrund der translaminaren und lokal-systemischen Verteilung dringt der Wirkstoff nach der Anwendung in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur, wodurch ein langanhaltender Schutz gewährleistet wird.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin als Qo-Inhibitor (FRAC-Gruppe 11) ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Gemini Azoxy 250 daher immer im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie Triazolen oder Carboxamiden) einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen dieses Mittels und halte dich strikt an die maximal empfohlene Anzahl an Behandlungen pro Saison, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen aktiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gemini Azoxy 250 zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise ein pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich) und vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Additiven, die die Wachsschicht der Kultur zu stark anlösen könnten, um Phytotoxizität zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Gemini Azoxy 250 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Behandlungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePhytophthora porri16–481 LITER_PER_HECTARE21T
BlumenkohlMycosphaerella brassicicola, Weißer Rost (Albugo candida)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenUromyces sp.17–721 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelColletotrichum coccodes—3 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum, Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–711 LITER_PER_HECTARE—
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
BuschbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
BuschbohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
AckerbohneUromyces sp.60–691 LITER_PER_HECTARE35T
BrokkoliAlternaria brassicae, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
StaudenkohlMycosphaerella brassicicola, Weißer Rost (Albugo candida)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Porreerost (Puccinia porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
Dicke BohneUromyces sp.17–721 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliMycosphaerella brassicicola, Weißer Rost (Albugo candida)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenAlternaria Arten (Alternaria sp.)61–691 LITER_PER_HECTARE—
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlMycosphaerella brassicicola, Weißer Rost (Albugo candida)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenCladosporium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlAlternaria brassicae, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi)41–891 LITER_PER_HECTARE—
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlAlternaria brassicae, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelRhizoctonia solani—3 LITER_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum, Alternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita)30–711 LITER_PER_HECTARE—
StaudenkohlAlternaria brassicae, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis, Zwergrost (Puccinia hordei)30–611 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola, Weißer Rost (Albugo candida)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–611 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Gemini Azoxy 250?

Der beste Zeitpunkt für die Anwendung ist rein protektiv (vorbeugend), also kurz vor oder direkt bei den ersten sichtbaren Anzeichen einer Infektion. Da der Wirkstoff vor allem die Sporenkeimung hemmt, erzielst du die höchste Wirkung, bevor sich der Schaderreger im Gewebe der Kultur etabliert hat.

Wie kannst du die Wirkung von Gemini Azoxy 250 bei wechselhafter Witterung absichern?

Achte darauf, dass die Spritzbrühe nach der Anwendung mindestens zwei bis drei Stunden Zeit zum Antrocknen hat, bevor Regen einsetzt. Sobald der Wirkstoff in die Wachsschicht eingedrungen ist, ist er hervorragend regenfest und entfaltet seine systemische Schutzwirkung auch bei feuchter Witterung.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei diesem Produkt so wichtig für dich?

Der Wirkstoff Azoxystrobin greift an einer sehr spezifischen Stelle im Stoffwechsel der Pilze an (Ein-Ort-Wirkungsmechanismus). Wenn du das Pflanzenschutzmittel zu oft hintereinander einsetzt, können die Schaderreger schnell unempfindlich werden. Durch den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen unterbrichst du diesen Selektionsdruck und erhältst die Wirksamkeit des Mittels langfristig.

Kannst du Gemini Azoxy 250 auch in Mischung mit flüssigen Blattdüngern ausbringen?

Ja, das ist in der Regel gut möglich. Du solltest jedoch darauf achten, dass die Düngerlösung nicht stark alkalisch ist, da dies den Wirkstoff abbauen kann. Mische die Komponenten immer in der Reihenfolge: zuerst Wasser, dann Gemini Azoxy 250 vollständig suspendieren lassen, und erst ganz zum Schluss den Blattdünger unter ständigem Rühren hinzugeben.

Was musst du bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur erheblich und liegt zwischen 3 und 35 Tagen. Du musst dich vor der Ernte unbedingt vergewissern, welche spezifische Wartezeit für deine behandelte Kultur im aktuellen Zulassungsdokument festgesetzt ist, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.

Wie verhältst du dich, wenn während der geplanten Anwendung starker Wind weht?

Bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s solltest du die Behandlung verschieben. Zu starker Wind führt zu unkontrollierter Abdrift, wodurch benachbarte, nicht zielgerichtete Kulturen oder empfindliche Saumbiotope geschädigt werden können und die Wirkstoffmenge auf deiner Zielfläche nicht mehr für einen optimalen Schutz ausreicht.