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Sonstige · INNVIGO Sp. z o.o.

Gavial 375 SC

BVL Zul.-Nr. 00B252-60

Gavial 375 SC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid in Form eines Suspensionskonzentrats (SC), das speziell für den breiten Schutz von Getreide- und Rapskulturen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffklassen bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugende (protektive) als auch heilende (kurative) Eigenschaften gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Es hat sich im Markt als zuverlässiger Partner für den integrierten Pflanzenschutz etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Dadurch ist die Wirkung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen rasch und langanhaltend gesichert. Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken sowie Raps-Krankheiten wie Sclerotinia und Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule).

Wirkstoffe

Azoxystrobin
200 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
175 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Gavial 375 SC basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Er greift in die Zellatmung der Pilze ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-bc1-Komplex (QoI) blockiert. Dies führt zu einem raschen Energiemangel und stoppt das Keimen der Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels. Zudem bewirkt Azoxystrobin oft positive physiologische Effekte in der Kultur, wie einen verlängerten Erhalt des Blattgrüns. Prothioconazol, der zweite Wirkstoff, gehört zur Klasse der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Er hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese (SBI) der Pilzzellmembran. Ohne funktionierende Zellmembranen können die Schadpilze nicht weiterwachsen und sterben ab. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur verteilt wird, schützt es auch den Neuzuwachs zuverlässig von innen heraus und bekämpft bereits etablierte Infektionen kurativ.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Gavial 375 SC bereits die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Gruppen (3 und 11). Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen und im Wechsel mit Fungiziden anwenden, die andere Wirkmechanismen aufweisen. Halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide wiederholte Solobehandlungen mit Strobilurinen oder Triazolen in derselben Saison, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gavial 375 SC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und fülle den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, bevor du Gavial 375 SC unter ständigem Rühren hinzugibst. Die Anwendung sollte zügig nach dem Ansetzen der Spritzbrühe erfolgen, idealerweise bei windstillem und bewölktem Wetter, um Abdrift und Verdunstung zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Gavial 375 SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder diese Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Um Gewässerorganismen und das umliegende Ökosystem zu schonen, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen einzuhalten und direkte Einträge in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleScharfer Augenfleck (Rhizoctonia cerealis), Fusarium-Arten25–321 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleSeptoria nodorum61–691 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum61–691 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–491 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsAlternaria brassicae65–691 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenScharfer Augenfleck (Rhizoctonia cerealis), Fusarium-Arten25–321 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321 LITER_PER_HECTARE35T
SenfSclerotinia sclerotiorum, Alternaria brassicae, Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)59–691 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)31–591 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteFusarium-Arten49–511 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum, Verticillium longisporum59–651 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)29–591 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)39–491 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleRhynchosporium secalis30–591 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Die Anwendung sollte idealerweise während der Vollblüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen, da die abfallenden Blütenblätter die Hauptinfektionsquelle für Sclerotinia sclerotiorum darstellen. So schützt du die Kultur genau in der kritischsten Phase vor einer Infektion.

Kann ich Gavial 375 SC auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, dank der systemischen Eigenschaften von Prothioconazol und der schnellen Aufnahme von Azoxystrobin wirkt das Pflanzenschutzmittel auch bei mäßigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr zuverlässig. Achte jedoch darauf, dass die Kultur aktiv wächst, um eine optimale Verteilung der Wirkstoffe in der Pflanze zu gewährleisten.

Wie profitiert mein Getreide vom enthaltenen Azoxystrobin über die reine Pilzbekämpfung hinaus?

Azoxystrobin löst in den Kulturen physiologische Effekte aus, die oft als Greening-Effekt bezeichnet werden. Die Kultur bleibt länger grün, nutzt Wasser sowie Stickstoff effizienter und kann Hitze- oder Trockenstress im Sommer besser tolerieren, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht auswirkt.

Warum ist die Kombination aus Triazol und Strobilurin in Gavial 375 SC so wichtig für das Resistenzmanagement?

Da beide Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger ansetzen (Atmungskette vs. Zellmembranaufbau), wird das Risiko einer Resistenzentwicklung drastisch gesenkt. Eventuell mutierte Sporen, die gegen eine Wirkstoffgruppe unempfindlich sind, werden durch den zweiten Wirkstoff zuverlässig erfasst.

Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Gavial 375 SC ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags – meist schon nach ein bis zwei Stunden – regenfest. Wenn unmittelbar nach der Behandlung starker Niederschlag fällt, kann die Wirkung gemindert werden; beobachte deinen Bestand in diesem Fall genau auf eventuelle Neuinfektionen.

Wie finde ich heraus, ob Gavial 375 SC für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?

Du kannst die zugelassenen Kulturen direkt in der Kultur-Übersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen. Das Pflanzenschutzmittel ist unter anderem für Winterweizen (TRZAW), Wintergerste (HORVS) und Triticale (TTLWI) registriert.