GASTOXIN PELLET
GASTOXIN PELLET von Detia Freyberg GmbH ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von Aluminiumphosphid (560 g/kg), das vor allem im Vorratsschutz und zur gezielten Bekämpfung von Schaderregern in geschlossenen Räumen oder im Boden eingesetzt wird. Die Formulierung als Pellets ermöglicht eine anwenderfreundliche und präzise Dosierung. Nach der Ausbringung reagiert der Wirkstoff mit der Umgebungsfeuchtigkeit und setzt gasförmigen Phosphorwasserstoff (Monophosphan) frei.
Dieses Gas verbreitet sich selbstständig und dringt tief in das zu behandelnde Gut oder in Gangsysteme ein. Dadurch werden selbst versteckt sitzende Schaderreger in allen Entwicklungsstadien – vom Ei bis zum adulten Tier – zuverlässig erfasst. GASTOXIN PELLET hat sich als Standardlösung etabliert, wenn eine rückstandsfreie und schnelle Entwesung oder Bekämpfung erforderlich ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Aluminiumphosphid setzt bei Kontakt mit der Luft- oder Bodenfeuchtigkeit das hochtoxische Gas Phosphorwasserstoff frei. Dieses Gas dringt über die Atmungsorgane in den Organismus der Schaderreger ein. Auf biochemischer Ebene blockiert das Gas die Atmungskette in den Mitochondrien, indem es das Enzym Cytochrom-c-Oxidase irreversibel hemmt. Dies führt zu einem schnellen Zusammenbruch der zellulären Energieversorgung (ATP-Synthese) und letztlich zum Tod des Schaderregers. Da dieser physikalisch-chemische Prozess auf der Freisetzung eines Gases beruht, ist eine gleichmäßige Verteilung im Behandlungsraum oder im Boden entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Die Reaktionsgeschwindigkeit hängt stark von der Temperatur und der vorhandenen Feuchtigkeit ab.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielorganismen vorzubeugen, ist eine absolut gasdichte Abdichtung des Behandlungsbereichs zwingend erforderlich. Nur so wird verhindert, dass Schaderreger subletalen Gaskonzentrationen ausgesetzt werden, was die Selektion resistenter Stämme begünstigen würde. Zudem solltest du die Einwirkzeiten exakt einhalten und GASTOXIN PELLET im Rahmen eines integrierten Vorratsschutzes im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen oder physikalischen Methoden einsetzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da GASTOXIN PELLET als feste Pellets formuliert ist und direkt mit der Feuchtigkeit reagiert, ist eine klassische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven absolut ausgeschlossen. Jeder direkte Kontakt der Pellets mit Wasser oder flüssigen Formulierungen in einer Spritze führt zu einer schlagartigen, gefährlichen Freisetzung von Phosphorwasserstoffgas und stellt eine akute Explosions- und Vergiftungsgefahr dar. Die Anwendung erfolgt stets separat und trocken gemäß den spezifischen Gebrauchsanweisungen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aufgrund der extremen Toxizität des freigesetzten Gases steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Beim Umgang mit GASTOXIN PELLET musst du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, einschließlich Atemschutzmaske mit speziellem Gasfilter und gasdichten Schutzhandschuhen, lückenlos tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme, das Mittel so anzuwenden, dass kein Gas unkontrolliert in die Umwelt entweicht und Nichtzielorganismen wie Bienen oder andere Nützlinge gefährdet werden. Behandlungen im Freien sollten vorzugsweise dann stattfinden, wenn keine Bienen fliegen, und es muss sichergestellt werden, dass das Gas vollständig im Boden oder im Behandlungsraum verbleibt.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von GASTOXIN PELLET?
Die Freisetzung des Wirkgases Phosphorwasserstoff ist stark temperaturabhängig. Bei niedrigen Temperaturen unter 5 °C läuft die Reaktion extrem langsam ab, weshalb eine Anwendung bei Kälte nicht empfohlen wird. Optimale Ergebnisse erzielst du bei Temperaturen über 15 °C, da sich das Gas dann schnell und gleichmäßig ausbreitet.
Was musst du bei der Abdichtung des Behandlungsraums beachten?
Eine absolut gasdichte Versiegelung ist der kritischste Faktor für den Bekämpfungserfolg. Verwende spezielle, gasdichte Folien und dichte alle Ritzen, Türen und Fenster sorgfältig ab, damit die erforderliche Gaskonzentration über den gesamten Behandlungszeitraum gehalten wird und kein Gas unkontrolliert entweicht.
Wie lange dauert die Gasfreisetzung nach der Ausbringung der Pellets?
Die vollständige Ausgasung der Pellets dauert je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur meist zwischen 3 und 5 Tagen. Du musst sicherstellen, dass der Bereich während dieser Zeit absolut unzugänglich bleibt und erst nach gründlicher Belüftung und Freigabemessung wieder betreten wird.
Kann GASTOXIN PELLET bei feuchtem Wetter im Freien angewendet werden?
Nein, bei starkem Regen oder extrem hoher Luftfeuchtigkeit im Freien solltest du die Anwendung vermeiden. Zu viel direkte Feuchtigkeit führt zu einer zu schnellen, unkontrollierten Gasentwicklung, was sowohl die Wirksamkeit mindert als auch das Sicherheitsrisiko für dich drastisch erhöht.
Wie entsorge ich die Rückstände nach der Ausgasung?
Nach der vollständigen Reaktion bleibt ein graues, harmloses Pulver (Aluminiumhydroxid) zurück. Dieses muss gemäß den lokalen behördlichen Vorschriften und den Angaben in der Gebrauchsanweisung entsorgt werden. Achte darauf, dass keine nicht ausgasenden Pellet-Reste im Abfall landen.
Wo finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Vorratsschutz?
Du kannst im Suchbereich von agronomy.farmable.tech nach der Kategorie "Vorratsschutz" filtern oder gezielt nach dem Wirkstoff Aluminiumphosphid suchen, um alle in Deutschland registrierten Alternativen und deren spezifische Anwendungsbestimmungen einzusehen.