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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Garlon

BVL Zul.-Nr. 007003-60

Garlon ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für die anspruchsvolle Kontrolle von zweikeimblättrigen Unkräutern, holzigen Schadpflanzen und zur gezielten Triebkontrolle (Abtötung von Wurzelschossern) entwickelt wurde. Als flüssiges Formulierungskonzentrat vereint es zwei bewährte Wuchsstoff-Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkung hervorragend ergänzen. Das Pflanzenschutzmittel hat sich als Standardlösung sowohl im Grünland als auch in Sonderkulturen wie dem Weinbau etabliert, wo es eine präzise und nachhaltige Bereinigung unerwünschten Aufwuchses ermöglicht.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Schaderreger wie Ampfer-Arten, die Große Brennnessel, Wiesen-Löwenzahn sowie verschiedene Bärenklau-Arten und holzige Gewächse (Laubholz). Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen werden nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile erfasst, sondern auch das empfindliche Wurzelsystem nachhaltig geschädigt. Dies verhindert effektiv den Wiederaustrieb hartnäckiger, tiefwurzelnder Arten.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
216 g/L · Wirkstoff
Triclopyr
209 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Garlon basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Fluroxypyr und Triclopyr. Beide Substanzen gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie wirken imitiert als künstliche Wuchsstoffe und greifen tief in das hormonelle Gleichgewicht der Zielpflanzen ein. Nach der Aufnahme über die Blätter, grünen Triebe oder Schnittflächen werden die Wirkstoffe systemisch akropetal und basipetal in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen transportiert. In den Zellen der Schaderreger führen Fluroxypyr und Triclopyr zu einer permanenten Überstimulation des Streckungswachstums. Dies äußert sich in typischen Deformationssymptomen wie dem Verdrehen von Stängeln und Blättern (Epinastie). Da die Pflanze dieses unkontrollierte Wachstum energetisch nicht aufrechterhalten kann, kollabiert das Leitgewebe (Phloem und Xylem), was schließlich zum vollständigen Absterben der behandelten Unkräuter und Gehölze führt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei den Wirkstoffen um synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) handelt, ist das inhärente Risiko für eine Resistenzentwicklung im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen als gering bis mäßig einzustufen. Dennoch solltest du im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes auf ein konsequentes Wirkstoffmanagement achten. Kombiniere oder rotiere Garlon in der Fruchtfolge oder im Behandlungsplan mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen dauerhaft zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wuchsstoff-Kombination zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Garlon zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gute Benetzung der Zielflächen. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, da die Aufnahme der systemischen Wirkstoffe über die Kutikula bei aktiver Transpiration der Pflanzen optimiert wird. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Trockenheit, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Gewässern und bodenlebenden Organismen, sind die lokalen Abdrift- und Abstandsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datenblatt vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE—
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE—
Wiesen, WeidenGroße Brennnessel, Ampfer-Arten—2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenLaubholz—2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenWiesen-Löwenzahn, Große Brennnessel, Ampfer-Arten—2 LITER_PER_HECTARE7T
Landwirtschaftlich nicht genutzte GrasflächenGroße Brennnessel, Bärenklau-Arten, Laubholz—2 LITER_PER_HECTARE—
GräserAmpfer-Arten13–492 LITER_PER_HECTARE—
WeinrebeWeinrebe1–92200 LITER_PER_1000_LITER_WATER—
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten—40 LITER_PER_1000_LITER_WATER7T
WeinrebeAbtötung von Wurzelschossern—200 LITER_PER_1000_LITER_WATER—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ampfer und Brennnesseln?

Behandle diese Unkräuter am besten im Frühjahr oder Frühherbst, wenn sie sich in einer aktiven Wachstumsphase befinden und genügend Blattmasse für die Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Ideal ist das Rosettenstadium bis kurz vor der Blütenknospenbildung, da hier der Saftstrom der Pflanzen besonders aktiv ist und die Wirkstoffe optimal in die Wurzeln transportiert werden.

Wie wirkt Garlon bei der Abtötung von Wurzelschossern im Weinbau?

Bei der Anwendung im Weinbau werden die unerwünschten Wurzelschosser gezielt benetzt. Die systemischen Wirkstoffe dringen rasch in das Gewebe der Schosser ein und führen zu deren schnellem Absterben. Achte penibel darauf, dass die Spritzbrühe nicht mit den grünen Teilen, Blättern oder jungen Trieben der Hauptrebe in Kontakt kommt, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung dieses Herbizids?

Da es sich um ein Wuchsstoffherbizid handelt, ist die Wirkung stark temperaturabhängig. Die besten Ergebnisse erzielst du bei milden, wüchsigen Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C. Bei Temperaturen unter 8 °C stagniert der Stoffwechsel der Pflanzen, was die Wirkung verzögert. Vermeide Anwendungen bei extremer Hitze über 28 °C, da dies zu Verdampfung und Kulturschäden führen kann.

Wie lange ist die Wartezeit nach einer Behandlung, bevor das Grünland wieder genutzt werden darf?

Die gesetzlich festgelegte Wartezeit (PHI) beträgt für dieses Pflanzenschutzmittel generell 7 Tage. Diese Frist musst du zwingend einhalten, bevor du die behandelten Flächen wieder beweidest oder das Mähgut als Futter nutzt, um jegliche Rückstände im Tierfutter auszuschließen.

Kann ich Garlon auch zur gezielten Stockbehandlung von holzigen Gewächsen nutzen?

Ja, das Mittel ist für die Behandlung von Laubholz registriert. Bei der Bekämpfung von Stockausschlägen oder zur Verhinderung des Wiederaustriebs frisch gefällter Gehölze kannst du die Schnittflächen direkt nach dem Schnitt gezielt bestreichen oder besprühen. Dies stellt sicher, dass die Wirkstoffe direkt in die Leitungsbahnen des Stumpfes eindringen und das Wurzelsystem abtöten.

Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Die Wirkstoffe benötigen eine gewisse Zeit, um vollständig in das Pflanzengewebe einzudringen. Als Faustregel gilt, dass die behandelte Fläche für mindestens 2 bis 4 Stunden nach deiner Applikation trocken bleiben sollte. Setzt der Regen früher ein, kann es zu einer Wirkstoffauswaschung kommen, was die Effizienz der Behandlung spürbar verringert.