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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Gamit 36 AMT

BVL Zul.-Nr. 024798-60

Gamit 36 AMT ist ein hochwirksames, selektives Bodenherbizid, das sich im deutschen Acker- und Sonderkulturbau als verlässlicher Standard etabliert hat. Formuliert als innovative Kapselsuspension (CS) mit der hochentwickelten "Active Membrane Technology" (AMT), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine kontrollierte Wirkstofffreisetzung aus. Dies minimiert das Risiko von Abdriftschäden und Wirkstoffverflüchtigungen in Nachbarkulturen erheblich, während gleichzeitig eine langanhaltende Depotwirkung im Boden aufgebaut wird.

Das Anwendungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen, darunter Winterraps, Kartoffeln, Leguminosen sowie diverse Gemüse- und Kräuterarten. Gamit 36 AMT wird vorrangig im Vorauflauf eingesetzt, um empfindliche Kulturen von Anfang an unkrautfrei zu halten und Ertragsverluste durch frühe Konkurrenz effektiv zu verhindern.

Der Fokus der herbiziden Wirkung liegt auf der Bekämpfung wichtiger einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Taubnessel-Arten und verschiedene Knöterich-Arten, die in vielen Fruchtfolgen erhebliche Probleme bereiten.

Wirkstoffe

Clomazone
360 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 und greift gezielt in die Biosynthese der Carotenoide (Pigmentsynthese) ein. Genauer gesagt hemmt Clomazone das Enzym Deoxyxylulose-5-Phosphat-Synthase (DOXP-Synthase), welches ein Schlüsselenzym im plastidären Isoprenoid-Stoffwechselweg darstellt. Ohne funktionierende Carotenoide fehlt den Pflanzen der essentielle Schutz für das Chlorophyll gegen Photooxidation durch Sonnenlicht. Nach der Keimung nehmen die Unkräuter den Wirkstoff primär über die Wurzeln und den Hypokotylbereich auf. Der Transport erfolgt akropetal über das Xylem in die Blätter. Das typische Symptom dieser Blockade ist ein starkes Ausbleichen (Symptom des "Bleachings") der betroffenen Unkräuter, die kurz nach dem Auflaufen weiß oder gelblich erscheinen, das Wachstum einstellen und schließlich absterben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Gamit 36 AMT stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da Clomazone einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend für den jährlichen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen. Achte darauf, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung in deine Strategie zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen nachhaltig zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gamit 36 AMT lässt sich in der Praxis sehr gut mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden mischen, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen einkeimblättrige Unkräuter abzurunden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremer Trockenheit oder unmittelbar vor Starkregenereignissen, da dies die Selektivität beeinträchtigen oder zu Wirkstoffauswaschungen führen kann. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung einen physischen Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Gamit 36 AMT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes jegliche Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Um aquatische Organismen und das Grundwasser zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung angemessener Abstände zu verhindern. Die Anwendung sollte bevorzugt in den windstillen Abendstunden erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WickenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE—
GemüsefenchelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
BlattkohleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.33 LITER_PER_HECTARE—
Luzerne-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.125 LITER_PER_HECTARE—
BuchweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE—
SchnittpetersilieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneTaubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere0–50.25 LITER_PER_HECTARE—
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–70.2 LITER_PER_HECTARE—
SerradellaEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
KnollensellerieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE90T
StangenbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
MohnEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
SüßkartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
Weißer SteinkleeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE—
Kamille-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE28T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
BasilikumEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
Brassica-Arten (Ackerbaukulturen)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE—
KerbelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE—
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
LeindotterEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
BlumenkohleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
Dicke BohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
FuttererbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
WurzelpetersilieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–70.15 LITER_PER_HECTARE—
PhaceliaEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
deutsche PlatterbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.2 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
KichererbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.2 LITER_PER_HECTARE—
ChrysanthemumEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
TabakEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter16–190.33 LITER_PER_HECTARE—
SpargelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
Moschus-KürbisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE35T
RhabarberEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
RiesenkürbisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
SpitzwegerichEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE28T
SpinatEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–60.15 LITER_PER_HECTARE35T
KnollensellerieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE90T
RamtillkrautEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
MöhreEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
ZucchiniEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE28T
EsparsetteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE—
Feuer- bzw. KäferbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
KohlrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
KohlrabiEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE42T
SchnittsellerieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE56T
KorianderEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE—
BorretschEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE—
DillEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE45T
ErbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
BleichsellerieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE—
KapuzinerkresseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_HECTARE21T
Senf-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
GemüsefenchelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
Wilde MalveEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—
Klee-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE—
Garten-KürbisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE35T
Gelber SteinkleeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE—
GrünspargelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.15 LITER_PER_HECTARE21T
SojabohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–70.25 LITER_PER_HECTARE—
SpargelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.25 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
Weiße LupineEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
Gemeine RingelblumeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.25 LITER_PER_HECTARE—
Gelbe LupineEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
ÖlkürbisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.25 LITER_PER_HECTARE—
OelrettichEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.2 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Gamit 36 AMT im Vorauflauf?

Der beste Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Saat bis spätestens wenige Tage vor dem Auflaufen der Kultur (BBCH 00 bis 05). Der Boden sollte feucht, feinkrümelig und frei von groben Kluten sein, damit sich ein gleichmäßiger Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche ausbilden kann. Trockene Bodenverhältnisse können die Wirkung vorübergehend verzögern.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach dem Auflaufen weiß?

Das ist das typische Symptom der Clomazone-Wirkung, auch bekannt als "Bleaching". Der Wirkstoff verhindert die Bildung von Schutzpigmenten (Carotinoiden) in den Unkrautkeimlingen. Ohne diesen Schutz zerstört das Sonnenlicht das Chlorophyll, was zur charakteristischen weißen Verfärbung und zum anschließenden Absterben der Schaderreger führt.

Kann ich Gamit 36 AMT auch auf sehr leichten, sandigen Böden einsetzen?

Auf extrem leichten Sandböden solltest du vorsichtig sein und die Aufwandmenge im unteren registrierten Bereich wählen. Da der Wirkstoff mobil ist, besteht bei starkem Regen auf sandigen Böden mit geringem Humusgehalt das Risiko, dass er in die Wurzelzone der Kultur ausgewaschen wird, was zu vorübergehenden Aufhellungen an den Kulturpflanzen führen kann.

Was muss ich bei der Fruchtfolge beachten, wenn ich Gamit 36 AMT eingesetzt habe?

Aufgrund der hohen Bodenstabilität von Clomazone solltest du bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur die Nachbauhinweise genau beachten. In der Regel ist nach tiefem Pflügen der Nachbau von Raps, Getreide oder Kartoffeln problemlos möglich. Empfindliche Kulturen wie Rüben oder Sommergetreide sollten ohne vorherige intensive Bodenbearbeitung nicht direkt nachgebaut werden.

Wie verhält sich das Mittel bei starker Sonneneinstrahlung und Hitze während der Applikation?

Dank der modernen Kapselformulierung (AMT) ist die Verflüchtigung im Vergleich zu älteren Clomazone-Formulierungen stark reduziert. Dennoch solltest du die Anwendung bei Temperaturen über 25 °C und starker Sonneneinstrahlung in die kühleren Abend- oder frühen Morgenstunden verlegen, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren und Abdrift durch thermische Luftbewegungen zu vermeiden.

Wie finde ich heraus, ob Gamit 36 AMT für meine spezielle Gemüsekultur zugelassen ist?

Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach deiner Kultur filtern. Da Gamit 36 AMT für eine Vielzahl von Sonderkulturen registriert ist, siehst du dort direkt die spezifischen BBCH-Anwendungsfenster, Wartezeiten und maximalen Aufwandmengen für deine Kultur.