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Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

GALILEO

BVL Zul.-Nr. 007466-00

GALILEO ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Echten Mehltaus (Uncinula necator) im Weinbau. Als moderner Vertreter aus der Gruppe der Triazole zeichnet sich das flüssige Präparat durch eine hervorragende Verteilung und schnelle Aufnahme in die Kultur aus. Winzer schätzen das Produkt für seine zuverlässige Schutzwirkung in kritischen Wachstumsphasen der Rebe.

Der Wirkstoff Tetraconazol ist optimal formuliert, um eine schnelle translaminare und systemische Verteilung in den grünen Pflanzenteilen zu gewährleisten. Dadurch bietet GALILEO sowohl eine präventive als auch eine kurative Wirkung gegen den gefürchteten Oidium-Pilz, der Ertrag und Traubenqualität im Weinbau massiv gefährden kann.

Dank seiner günstigen Formulierungseigenschaften lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es schützt die Gescheine und die jungen Beeren während der empfindlichsten Entwicklungsstadien und sichert so die Basis für gesundes, qualitativ hochwertiges Lesegut.

Wirkstoffe

Tetraconazole
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in GALILEO enthaltene Wirkstoff Tetraconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirkt als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Er greift gezielt in die Sterol-Biosynthese der Pilzzellen ein, indem er die C14-Demethylase blockiert. Ohne Ergosterol, einen essenziellen Baustein der Zellmembran, verliert der Pilz seine strukturelle Integrität, was das Wachstum des Myzels und die Sporenbildung des Schaderregers stoppt. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) sowie translaminar. Dies sorgt für einen lückenlosen Schutz auch an neu zuwachsenden Blättern und Trieben sowie auf den Blattunterseiten, selbst wenn diese bei der Applikation nicht direkt vom Spritzstrahl erfasst wurden.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung des Echten Mehltaus gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) vorzubeugen, solltest du GALILEO stets im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHI, Strobilurinen oder multisite-aktiven Substanzen wie Schwefel) einsetzen. Begrenze die Anzahl der Behandlungen pro Saison auf das gesetzlich zulässige Maß und vermeide den ausschließlichen oder blockweisen Einsatz dieses Wirkstoffs, besonders bei bereits sichtbarem Befallsdruck in der Kultur.

Mischbarkeit & Tankmischung

GALILEO ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine vollständige Benetzung der Kultur zu garantieren, und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GALILEO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungstext vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)55–790.3 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von GALILEO im Weinberg?

Der beste Anwendungszeitraum liegt in den hochsensiblen BBCH-Stadien 55 (Gescheine vergrößern sich) bis 79 (Traubenschluss). In dieser Phase ist die Kultur besonders anfällig für Oidium. Durch die systemische Wirkung schützt du sowohl die Gescheine als auch die jungen, rasch wachsenden Beeren optimal vor einer Infektion.

Kann ich GALILEO auch kurativ einsetzen, wenn ich bereits erste Oidium-Symptome sehe?

Obwohl GALILEO dank seiner systemischen Eigenschaften eine kurative Wirkung besitzt und beginnende Infektionen im Blattgewebe stoppen kann, solltest du das Mittel bevorzugt präventiv (vorbeugend) spritzen. Bei starkem, sichtbarem Befall ist es ratsam, zunächst eine abstoppende Behandlung mit einem dafür spezialisierten Partnerprodukt durchzuführen, um das Resistenzrisiko zu minimieren.

Wie verhält sich GALILEO bei unbeständigem Wetter oder Regen kurz nach der Spritzung?

Dank der schnellen translaminaren Aufnahme dringt der Wirkstoff Tetraconazol rasch in die Wachsschicht und das Gewebe der Blätter ein. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags – meist schon nach ein bis zwei Stunden – ist das Pflanzenschutzmittel weitgehend regenfest, sodass ein anschließender Niederschlag die Schutzwirkung nicht mehr nennenswert beeinträchtigt.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung des Echten Mehltaus so wichtig?

Der Erreger des Echten Mehltaus (Uncinula necator) besitzt ein hohes Potenzial zur Ausbildung von Resistenzen gegenüber Triazolen (FRAC-Gruppe 3). Wenn du GALILEO im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzt, unterbrichst du den Selektionsdruck und erhältst die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs im Weinbau.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Weinlese beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für GALILEO im Weinbau beträgt exakt 28 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Applikation (spätestens im BBCH-Stadium 79) und dem Beginn der Traubenernte zwingend einhalten, um Rückstände im Lesegut und spätere Störungen bei der Gärung im Keller sicher auszuschließen.