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Sonstige · Nissan Chemical

Gachinko

BVL Zul.-Nr. 026282-60

Gachinko ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln. Als modernes Fungizid, formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), bietet es Kartoffelanbauern eine zuverlässige Lösung zum Schutz ihrer Kulturen während der kritischen Wachstumsphasen. Durch seine hervorragende Regenfestigkeit und langanhaltende Schutzwirkung hat sich das Produkt als fester Baustein in anspruchsvollen Spritzfolgen etabliert.

Der Wirkstoff Amisulbrom zeichnet sich durch eine starke präventive Wirkung aus. Er schützt sowohl das Laubwerk als auch die sich entwickelnden Knollen vor einer Infektion durch den gefährlichen Schaderreger. Dank seiner modernen Formulierung haftet das Mittel exzellent auf der Blattoberfläche und verteilt sich gleichmäßig, was auch bei wechselhafter Witterung einen kontinuierlichen Schutz gewährleistet.

Wirkstoffe

Amisulbrom
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Gachinko enthaltene Wirkstoff Amisulbrom gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonamide und wird innerhalb des FRAC-Codes in die Gruppe 21 (QiI-Fungizide) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung des Pilzes. Genauer gesagt blockiert Amisulbrom den Elektronentransport am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) an der sogenannten Qi-Stelle (Quinone inside Inhibitor). Durch diesen gezielten Eingriff in den Energiestoffwechsel wird die Sporenkeimung sowie die Beweglichkeit der Zoosporen von Phytophthora infestans extrem schnell und effektiv unterbunden. Da der Wirkstoff primär präventiv wirkt, verhindert er das Eindringen des Schaderregers in das Pflanzengewebe und stoppt die Etablierung der Infektion bereits im Keimungsstadium.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber QiI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 21) zu minimieren, solltest du Gachinko stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen (wie z. B. CAA-Fungizide oder Multisite-Inhibitoren). Es wird empfohlen, maximal zwei bis drei Behandlungen pro Saison mit diesem Wirkstoff durchzuführen und das Pflanzenschutzmittel vorzugsweise vorbeugend in Phasen des schnellen Krautwachstums zu integrieren, um den Selektionsdruck niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gachinko zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Kartoffelfungiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung des gesamten Bestandes zu garantieren, und vermeide Mischungen mit stark alkalischen Komponenten, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Gachinko ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten und Abdrift auf angrenzende Flächen ist durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu minimieren. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv auf den Flächen fliegen; weiche hierzu vorzugsweise auf die späten Abendstunden aus.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)31–910.5 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Gachinko in meiner Kartoffelkultur?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt in der Phase des intensiven Längenwachstums bis hin zur beginnenden Ernte (BBCH-Stadium 31 bis 91). Da Gachinko rein präventiv wirkt, solltest du die erste Behandlung unbedingt vor dem ersten sichtbaren Befall durchführen, idealerweise basierend auf den regionalen Prognosemodellen zur Kraut- und Knollenfäule.

Wie schützt Gachinko die Kartoffelknollen vor einer Infektion?

Der Wirkstoff Amisulbrom verhindert sehr effektiv die Bildung und Mobilität von Zoosporen. Wenn diese bei Regen vom Laub in den Boden gewaschen werden, blockiert das Mittel deren Keimung auf der Bodenoberfläche und schützt so die heranwachsenden Knollen vor der gefürchteten Knollenfäule.

Kann ich Gachinko auch bei unbeständigem Wetter spritzen?

Ja, Gachinko verfügt über eine exzellente Regenfestigkeit. Der Wirkstoff haftet nach dem Antrocknen schnell und stabil auf der Wachsschicht der Blätter, sodass auch kurz nach der Anwendung einsetzender Regen die Schutzwirkung nicht nennenswert beeinträchtigt.

Wie viele Anwendungen von Gachinko sind pro Saison ratsam?

Im Sinne eines nachhaltigen Resistenzmanagements solltest du Gachinko nicht blockweise, sondern im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Begrenze die Anwendungen auf maximal 2 bis 3 Behandlungen pro Jahr, um die Wirksamkeit der FRAC-Gruppe 21 langfristig zu sichern.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für Gachinko in Kartoffeln beträgt 7 Tage. Das gibt dir eine hohe Flexibilität, um deine Kultur auch in der späten Wachstumsphase kurz vor der Krautregulierung oder Ernte effektiv vor Spätbefall zu schützen.

Wie verhalte ich mich, wenn bereits sichtbare Symptome der Krautfäule im Bestand sind?

Da Gachinko ein rein protektives Pflanzenschutzmittel ist, besitzt es keine kurative oder abstoppende Wirkung bei bereits etabliertem Befall. In diesem Fall solltest du zunächst ein Fungizid mit systemischen oder kurativen Eigenschaften einsetzen, um den Befall zu stoppen, bevor du wieder auf schützende Mittel wie Gachinko setzt.