Alle Mittel
Sonstige · Janssen Pharmaceutica N.V.

FYSIUM

BVL Zul.-Nr. 028272-00

FYSIUM ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur nachentntezeitlichen Behandlung (Post-Harvest) im Lagerbereich. Als innovatives Formulierungssystem liefert es den bewährten Wirkstoff 1-Methylcyclopropen (1-MCP) direkt in die Lageratmosphäre. Das Produkt hat sich als unverzichtbares Werkzeug im modernen Lagermanagement etabliert, um die Qualität, Festigkeit und Frische geernteter Kulturen über viele Monate hinweg zu sichern.

Die Anwendung erfolgt gasförmig in hermetisch abgeschlossenen Lagerräumen (insbesondere CA-Lagern). Durch die gezielte Freisetzung des Wirkstoffs wird der natürliche Reifeprozess der Kulturen temporär verlangsamt. Dies schützt das Lagergut effektiv vor vorzeitigem Qualitätsverlust, Festigkeitsabbau und physiologischen Lagerkrankheiten, ohne die natürlichen Eigenschaften des Ernteguts dauerhaft zu verändern.

Wirkstoffe

1-Methylcyclopropen
980 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff 1-Methylcyclopropen (1-MCP) blockiert hochspezifisch die Ethylen-Rezeptoren im Pflanzengewebe der behandelten Kulturen. Ethylen ist das natürliche Phytohormon, das den Reifeprozess und die Seneszenz steuert. Indem sich 1-MCP an diese Rezeptoren anlagert, wird die Signaltransduktion von Ethylen blockiert, sodass die Zellen nicht mehr auf das Reifegas reagieren. Da die Bindung von 1-MCP an die Rezeptoren irreversibel ist, bleibt die reifungsverzögernde Wirkung so lange bestehen, bis die Kultur neue Ethylen-Rezeptoren bildet. Dies ermöglicht eine signifikante Verlängerung der Lagerfähigkeit und schützt die Kulturen vor typischen altersbedingten Abbauprozessen wie Schalenbräune oder Fruchtfleischverweichlichung.

Resistenzmanagement

Da es sich bei FYSIUM um einen physiologischen Regulator zur Steuerung der Reife und nicht um ein klassisches Fungizid oder Insektizid handelt, ist ein Resistenzmanagement im Sinne von HRAC/FRAC/IRAC hier nicht relevant. Um jedoch eine optimale Wirkung zu sichern und physiologischen Fehlentwicklungen vorzubeugen, solltest du die Anwendung stets in ein ganzheitliches Qualitätsmanagement integrieren. Dazu gehören die exakte Bestimmung des optimalen Erntefensters (Stärkeabbau, Festigkeit) und die präzise Steuerung der Lageratmosphäre (Temperatur, CO2- und O2-Gehalt).

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen gasförmigen Anwendung von FYSIUM in geschlossenen Lagerräumen ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern weder möglich noch vorgesehen. Das Produkt wird über ein spezielles Applikationssystem direkt in die Raumluft eingebracht. Achte darauf, dass die behandelten Kulturen vor der Begasung trocken sind und keine nassen Oberflächen aufweisen, um eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs im gesamten Lagerraum zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da die Anwendung von FYSIUM ausschließlich in hermetisch abgedichteten Lagerräumen erfolgt, ist das Risiko einer direkten Drift in die Umwelt oder auf Nichtzielorganismen äußerst gering. Zum Schutz des Anwenders dürfen die Lagerräume während der Begasung und der anschließenden Haltezeit unter keinen Umständen betreten werden. Nach Abschluss der Behandlung ist eine gründliche Belüftung der Räume zwingend erforderlich, bevor diese wieder für das Personal freigegeben werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, ist durch die reine Innenraumanwendung ein direkter Kontakt mit Bienen oder anderen Bestäubern ausgeschlossen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Applikation von FYSIUM im Lagerraum genau?

Die Anwendung erfolgt über ein spezielles, mobiles Verdampfungssystem, das den Wirkstoff 1-MCP außerhalb des Lagers generiert und als Gas in den hermetisch verschlossenen Lagerraum einleitet. Du musst den Raum während der Begasung und der vorgeschriebenen Einwirkzeit komplett geschlossen halten, damit sich das Gas gleichmäßig verteilen und an die Rezeptoren der Kulturen binden kann.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung nach der Ernte?

Für einen maximalen Erfolg solltest du die Behandlung so schnell wie möglich nach der Einlagerung durchführen, idealerweise innerhalb weniger Tage nach der Ernte. Die Kulturen sollten sich noch in der prä-klimakterischen Phase befinden, also bevor die eigene Ethylenproduktion der Früchte stark ansteigt.

Hat die Behandlung mit FYSIUM Einfluss auf den Geschmack der Früchte?

Nein, die Behandlung blockiert lediglich den Reifeprozess temporär. Sobald die Kulturen aus dem Lager genommen werden und wieder normaler Luft sowie wärmeren Temperaturen ausgesetzt sind, bilden sie allmählich neue Ethylen-Rezeptoren. Der natürliche Reifeprozess setzt sich fort, sodass Aroma, Geschmack und Saftigkeit voll erhalten bleiben.

Müssen die Lagerräume nach der Anwendung speziell belüftet werden?

Ja, nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit musst du den Lagerraum gründlich lüften, bevor er wieder betreten werden darf. Dies stellt sicher, dass verbliebene Gasreste vollständig entweichen und die Arbeitssicherheit für dich und deine Mitarbeiter gewährleistet ist.

Kann ich FYSIUM auch bei Kulturen anwenden, die nicht im CA-Lager liegen?

Grundsätzlich ist eine dichte Einhausung (wie in einem normalen Kühllager mit Plane oder in einer dichten Kammer) zwingend erforderlich, um die Wirkstoffkonzentration in der Luft stabil zu halten. Ein kontrolliertes CA-Lager (Controlled Atmosphere) bietet jedoch die besten Bedingungen, um die Wirkung von FYSIUM optimal mit niedrigen Sauerstoffwerten zu kombinieren.