Alle Mittel
Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

FREQUENT

BVL Zul.-Nr. 008670-00

FREQUENT ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen und ausdauernden einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) in ausgewählten zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Ackerbohnen, Erbsen sowie Busch- und Gartenbohnen. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel im Segment der Graminizide zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine zuverlässige Verteilung in der gesamten Pflanze aus.

Die Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine rasche Regenfestigkeit. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff zügig in das Pflanzengewebe ein und transportiert sich systemisch bis in die Wurzeln und Rhizome. Dadurch werden nicht nur einjährige Ungräser, sondern auch hartnäckige ausdauernde einkeimblättrige Schaderreger nachhaltig erfasst.

Dank seiner selektiven Wirkung schont FREQUENT die zugelassenen zweikeimblättrigen Kulturen optimal, während es im Nachauflaufverfahren eine saubere und konkurrenzfreie Jugendentwicklung der Bestände sichert. Dies macht es zu einem flexiblen Baustein in deiner Unkrautbekämpfungsstrategie.

Wirkstoffe

Fluazifop-P
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Fluazifop-P gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Hemmung wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Ungräser unterbunden. Nach der Applikation stoppt das Wachstum der empfindlichen Schaderreger innerhalb weniger Tage. Die jüngsten Blätter verfärben sich zunächst gelblich oder rötlich, bevor das Herzblatt abstirbt und sich leicht aus der Blattscheide herausziehen lässt. Der vollständige Absterbeprozess der Ungräser zieht sich über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Wochen hin, wobei warme und wüchsige Witterungsbedingungen den Transport des Wirkstoffs und somit den Bekämpfungserfolg deutlich beschleunigen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei einkeimblättrigen Schaderregern (insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) wirksam vorzubeugen, solltest du FREQUENT stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide den ausschließlichen und wiederholten Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf auch Herbizide mit anderen Wirkmechanismen und kombiniere chemische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge, angepasster Bodenbearbeitung und optimalen Aussaatzeitpunkten.

Mischbarkeit & Tankmischung

FREQUENT zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden – insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter – solltest du jedoch vorsichtig sein, da es zu antagonistischen Effekten kommen kann, welche die Gräserwirkung reduzieren. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und stelle sicher, dass die Spritzbrühe während des gesamten Ausbringungsvorgangs gut gerührt wird. Die Zugabe von speziellen Additiven ist meist nicht erforderlich, da die Formulierung bereits auf eine optimale Wirkstoffaufnahme optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FREQUENT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datensatz angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, strikt vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu minimieren, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
StangenbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–592 LITER_PER_HECTARE—
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
StangenbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
ErbseEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE42T
ErbseEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE—
StangenbohneEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE—
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE—
BuschbohneEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE—
StangenbohneEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE42T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512 LITER_PER_HECTARE42T
BuschbohneEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE42T
AckerbohneEinkeimblättrige Unkräuter11–513 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinkeimblättrige Unkräuter11–593 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FREQUENT gegen einjährige Ungräser?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Nachauflauf, sobald die einkeimblättrigen Schaderreger aufgelaufen sind und genügend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben (idealerweise im 2-Blatt- bis Bestockungsstadium). Achte darauf, dass die Ungräser aktiv wachsen, da warme und feuchte Witterung die systemische Verteilung im Pflanzengewebe beschleunigt.

Kann ich FREQUENT auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr oder späten Herbst einsetzen?

Da der Wirkstoff Fluazifop-P auf ein aktives Wachstum der Zielpflanzen angewiesen ist, sind Temperaturen unter 10 °C für die Anwendung suboptimal. Bei anhaltender Kälte oder Frostgefahr solltest du die Behandlung verschieben, da der verlangsamte Stoffwechsel der Ungräser die Wirkstoffaufnahme und den Transport im Phloem stark einschränkt.

Wie verhält sich FREQUENT bei Regen kurz nach der Spritzung?

Dank der modernen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff sehr rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Sollte es unmittelbar nach der Applikation stark regnen, kann die Wirkung jedoch gemindert werden.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 42 Tagen so wichtig?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 42 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten weit unter den zulässigen Grenzwerten liegen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Behandlung und der Ernte zwingend einhalten, um die Vermarktungsfähigkeit deiner Ernte nicht zu gefährden.

Was muss ich beachten, wenn ich nach der Anwendung von FREQUENT eine Folgekultur anbauen möchte?

Da FREQUENT ein selektives Graminizid ist und im Boden relativ schnell abgebaut wird, gibt es für nachfolgende zweikeimblättrige Kulturen in der Fruchtfolge keine Einschränkungen. Falls du jedoch kurzfristig eine einkeimblättrige Kultur (wie Getreide oder Mais) als Zwischenfrucht oder Nachfolgekultur anbauen möchtest, solltest du eine ausreichende Wartezeit und eine gründliche Bodenbearbeitung einplanen, um Schäden an den Keimlingen zu vermeiden.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit FREQUENT erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 5 bis 10 Tagen: Das Wachstum der Ungräser stoppt, und die jüngsten Herzblätter verfärben sich rötlich-braun oder nekrotisch. Wenn du leicht am innersten Blatt ziehst und es sich mühelos und faulig aus der Blattscheide lösen lässt, ist dies das sicherste Zeichen für den Absterbeprozess.