Foray 76 B
Foray 76 B ist ein hochwirksames biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (Stamm ABTS-351). Als flüssige Formulierung ist es speziell für den gezielten Einsatz gegen freifressende Schmetterlingsraupen in Forstkulturen, Gehölzen und im Zierpflanzenbau konzipiert. Durch seine selektive Wirkung schont es wichtige Nützlinge und lässt sich hervorragend in moderne, integrierte Pflanzenschutzkonzepte integrieren.
Das Produkt hat sich im professionellen Anbau und in der Forstwirtschaft als Standardlösung etabliert, wenn es um die umweltschonende und gezielte Regulierung von Schadinsekten geht. Da es sich um ein reines Fraßgift handelt, müssen die Raupen den Wirkstoff aktiv über die Nahrung aufnehmen, was eine präzise Applikation auf die Zielflächen der Kultur erfordert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkungsmechanismus von Foray 76 B basiert auf den spezifischen Kristallproteinen (Delta-Endotoxinen) und Sporen von Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (IRAC-Gruppe 11A). Nach der Aufnahme durch die Schmetterlingsraupen werden diese Protoxine im stark alkalischen Milieu des Larvenmitteldarms aktiviert. Die aktivierten Toxine binden an spezifische Rezeptoren der Darmwandzellen und bilden dort Poren aus. Dies führt zu einer Störung des osmotischen Gleichgewichts, zum Aufplatzen der Zellen (Lyse) und letztlich zur Lähmung des Verdauungstrakts. Die Raupen stellen bereits kurz nach der Aufnahme die Fraßtätigkeit ein, sodass kein weiterer Schaden an der Kultur entsteht, und sterben nach wenigen Tagen ab. Da dieser Prozess an spezifische Rezeptoren und einen alkalischen pH-Wert im Darm gebunden ist, besitzt das Pflanzenschutzmittel eine extrem hohe Selektivität.
Resistenzmanagement
Obwohl für Bacillus thuringiensis (IRAC-Gruppe 11A) aufgrund des komplexen Wirkungsmechanismus mit mehreren Toxinen ein generell geringes Resistenzrisiko besteht, solltest du ein vorausschauendes Resistenzmanagement betreiben. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels über mehrere Generationen des Schaderregers hinweg. Integriere stattdessen mechanische Maßnahmen, fördere natürliche Gegenspieler und wechsle bei Bedarf mit insektiziden Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen ab, um die langfristige Wirksamkeit des biologischen Ansatzes zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert des Spritzwassers zu achten. Da die Bt-Toxine im alkalischen Bereich instabil sind, sollte das Wasser einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (optimal zwischen 5,5 und 6,5) aufweisen; verwende bei Bedarf einen pH-Puffer. Foray 76 B ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar, jedoch solltest du stark alkalische Produkte unbedingt vermeiden. Führe vor großflächigen Anwendungen immer einen physischen Mischbarkeitstest und eine Probespritzung auf Verträglichkeit an der Kultur durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Foray 76 B steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; trage daher die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Atemschutz bei der Handhabung des Konzentrats, um das Einatmen von Aerosolen zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden einplanen. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumstrukturen zu minimieren, um die lokale aquatische Fauna und nützliche Nichtzielorganismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Laubholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierlaubgehölze | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Foray 76 B?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Larvenstadium (L1 bis L3) der Schmetterlingsraupen, da junge Raupen deutlich empfindlicher reagieren und weniger Wirkstoff aufnehmen müssen. Zudem solltest du an warmen, trockenen Tagen spritzen, an denen die Schädlinge aktiv fressen, idealerweise in den Abendstunden, um den Abbau des Wirkstoffs durch UV-Strahlung zu minimieren.
Warum fressen die Raupen nach der Spritzung immer noch kurzzeitig weiter?
Nach der Aufnahme des Mittels dauert es einige Stunden, bis das Toxin im Darm der Raupe aktiviert wird und die Darmwand schädigt. Obwohl der Fraßstopp meist sehr rasch eintritt, kann es vorkommen, dass die Larven noch kurze Zeit träge an der Kultur verbleiben, bevor sie endgültig absterben. Keine Sorge: Ein weiterer nennenswerter Schaden entsteht in dieser Phase nicht mehr.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Foray 76 B?
Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, spielen UV-Licht und Niederschläge eine große Rolle. Starker Regen kurz nach der Applikation kann den Spritzbelag abwaschen, weshalb eine Regenpause von mindestens 3 bis 4 Stunden eingehalten werden sollte. Zudem baut UV-Strahlung die Bt-Sporen ab, weshalb Behandlungen bei bedecktem Himmel oder am späten Nachmittag am effektivsten sind.
Wie kann ich den pH-Wert des Spritzwassers optimieren und warum ist das wichtig?
Die im Produkt enthaltenen Proteinkristalle sind in alkalischem Wasser instabil und können vorzeitig abgebaut werden, was die Wirkung stark mindert. Du solltest den pH-Wert deiner Spritzbrühe vor der Zugabe des Mittels messen und ihn bei Bedarf mit einem geeigneten pH-Regulierer auf einen leicht sauren Wert zwischen 5,5 und 6,5 einstellen.
Kann ich Foray 76 B auch im integrierten Anbau zur Schonung von Nützlingen einsetzen?
Ja, absolut. Das Bakterium wirkt extrem selektiv und schädigt ausschließlich den Verdauungstrakt von Schmetterlingslarven. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen oder Raubmilben werden nicht beeinträchtigt, weshalb sich das Mittel perfekt für umweltschonende und integrierte Pflanzenschutzstrategien eignet.
Wie finde ich heraus, ob dieses Mittel für meine spezifische Kultur zugelassen ist?
Die genauen Zulassungsdetails für deine Kultur kannst du direkt hier auf agronomy.farmable.tech in den strukturierten Tabellen einsehen. Achte darauf, dass die Anwendung für deine spezifische Kultur (z. B. im Forst oder Zierpflanzenbau) und den Schaderreger offiziell vom BVL registriert ist, bevor du mit der Planung beginnst.