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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Forapro

BVL Zul.-Nr. 00A937-00

Forapro von ADAMA ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid, das speziell für den breiten Schutz von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei hocheffiziente Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten zu kontrollieren. Es ist besonders stark gegen ertragsmindernde Schaderreger wie Echten Mehltau, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost) sowie wichtige Blattfleckenerreger wie Septoria-Blattdürre, DTR-Blattdürre, Rhynchosporium und die Netzfleckenkrankheit.

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen bietet Forapro sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative und abstoppende Eigenschaften. Dies macht das Produkt zu einem flexiblen Baustein in der Pflanzenschutzstrategie, der die Vitalität der Kulturen sichert und das Ertragspotenzial auch unter hohem Infektionsdruck absichert.

Wirkstoffe

Fenpropidin
250 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
175 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Forapro beruht auf dem synergetischen Zusammenspiel von Fenpropidin und Prothioconazol, die an unterschiedlichen Stellen der Sterolbiosynthese der Pilze ansetzen. Fenpropidin gehört zur FRAC-Gruppe 5 (Morpholine/Piperidine) und hemmt zwei Schlüsselenzyme im Biosyntheseweg des Ergosterols: die C14-Reduktase und die C8-C7-Isomerase. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität des Pilzes und stoppt das Myzelwachstum extrem schnell. Prothioconazol, ein Vertreter der FRAC-Gruppe 3 (Triazole/Triazolinthione), ist ein Demethylierungshemmer (DMI), der die C14-Demethylase blockiert. Durch diese zweifache Blockade an verschiedenen Stellen desselben Stoffwechselwegs wird die Zellmembranbildung der Schaderreger nachhaltig gestört. Diese Kombination sorgt für eine schnelle Anfangswirkung gepaart mit einer langanhaltenden Dauerwirkung im Gewebe der Kultur.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu minimieren, nutzt Forapro die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 3 und 5). Da beide Wirkstoffe an verschiedenen Enzymen der Sterolbiosynthese ansetzen, wird das Risiko von Kreuzresistenzen deutlich reduziert. Dennoch solltest du im Sinne eines vorausschauenden Resistenzmanagements die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzen und Forapro im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen. Achte zudem darauf, die empfohlene Aufwandmenge stets voll auszuschöpfen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Forapro zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, die Produkte einzeln unter ständigem Rühren hinzugeben und Forapro vorzugsweise als eine der flüssigen Komponenten einmischen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Um die Kulturverträglichkeit zu maximieren, sollten Tankmischungen mit mehreren Partnern nicht unter extremen Stressbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Forapro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen die Anwendung generell nicht in blühende Kulturen oder auf blühende Unkräuter legen und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind Abdriften durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Forapro im Getreide?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 30 bis 59, also vom Schossen bis zum Ende des Ährenschiebens. Du solltest die Behandlung idealerweise vorbeugend bei ersten Infektionsanzeichen oder nach Warndienstaufrufen durchführen, um die oberen Blätter und die Ähre infektionsfrei zu halten.

Warum kombiniert Forapro gerade Fenpropidin und Prothioconazol?

Diese Kombination bietet dir einen doppelten Vorteil: Fenpropidin wirkt extrem schnell und stoppt bereits vorhandene Infektionen (Kurativ- und Stop-Effekt, besonders bei Mehltau), während Prothioconazol systemisch verteilt wird und einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen garantiert.

Wie verhält sich Forapro bei kühleren Frühjahrstemperaturen?

Dank des Wirkstoffs Fenpropidin zeigt Forapro auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab ca. 5–8 °C) eine gute Anfangswirkung. Das macht das Pflanzenschutzmittel besonders flexibel für frühe Behandlungen gegen Echten Mehltau oder frühen Rostbefall im Schossstadium.

Kann ich Forapro mit Wachstumsreglern mischen?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel gut verträglich. Du solltest jedoch bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Tagestemperaturen vorsichtig sein, um Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden; appliziere die Mischung in solchen Phasen lieber in den kühleren Abendstunden.

Wie kann ich Forapro optimal in meine Antiresistenzstrategie integrieren?

Da Forapro Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 3 und 5 enthält, eignet es sich hervorragend als Partner im Wechsel mit Fungiziden, die auf anderen Wirkmechanismen basieren, wie z. B. Carboxamiden (SDHI, FRAC 7). Vermeide es, mehr als die maximal empfohlenen Anwendungen pro Saison mit Sterolbiosynthese-Hemmern durchzuführen, um die Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge für eine optimale Benetzung beachten?

Für eine gleichmäßige Benetzung des dichten Getreidebestandes solltest du eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha wählen. Achte auf eine feintropfige bis mitteltropfige Applikation, damit die Wirkstoffe auch die unteren Blattetagen der Kultur gut erreichen.